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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

248 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1926, 
das verdienstliche Werk 6. Nunns mit Befriedi- Pe chen Ausgleich, den wir an den mit Einzel- 
zung lesen, auch wenn er nicht allen Schlußfolge- fehlern bis + 0.5 mm behafteten Einzelmessun 
*ungen zustimmt, des Barometerstandes durch das Zeichnen der Too 
Göttingen. Hermann Wagner. baten anwenden, ein Verfahren, das allerdings 
Robitzsch, M.: Die Beobachtungsmethoden der ’eider bei der Einzeluntersuchung von Wetterlagen 
modernen Meteorologen. Sammlung geophysi- meistens versagt, da hier gerade die Feinheiten der 
kalischer Schriften, herausgegeben von Prof. Dr. Druckverteilung interessieren, die durch Ausglei- 
%. Mainka, Berlin 1925, ıhung verwischt werden, 
Während bis zum Jahre 1914 die instrumen- Die Ausführungen über Barographen behan- 
tellen Erfahrungen und Vorsichtsmaßregeln der ieln vorzugsweise den gebräuchlichen Aneroidba- 
Meteorologen innerhalb der einzelnen Institute tra- A Abgeleitet und erörtert wird der Be- 
ditionsmäßig vererbt wurden, ist infolge des ge zriff des Kompensationsdruckes sowie die Möglich- 
waltigen Ausbaues der Wetterdienst-Einrichtungen teit der willkürlichen Kompensierung gegen Tem- 
während der Kriegsjahre und nach ihnen diese eratureinflüsse, Wie die Erfahrung gelehrt hat, 
Mitteilungsquelle unzureichend geworden; auch st ein sehr großer Teil der käuflichen Aneroid- 
haben die letzten zwölf Jahre gerade instrumentell 5>arographen Aies andere als kompensiert, Oft 
ziel Neues gebracht. So waren die literarischen ıutage tritt z, B, die „Kontrolle der Zimmerheizung 
Quellen zur Information über dieses wichtige Ge. iurch den Barographenstreifen“; anch als „Sonnen- 
biet — schon stets sehr spärlich und weit zer- jcheinschreiber‘“ betätigt sich mancher dieser Appa- 
streut — nun unzulänglich und zum Teil veraltet :ate mit Erfolg. Daher ist die Mahnung R.’s nur 
geworden, Die nützliche Anleitung des Preußischen zu unterstreichen: Aneroidbarographen gehören nur 
Meteorologischen Institutes, die 1924 in neuer n Räume, die geringe Temperaturschwankungen 
Fassung erschien, ist weniger für die Hand des ıufweisen, und Si ihrer Aufstellung ist die mög- 
Fachmeteorologen bestimmt; dasselbe gilt von der liche Erwärmung durch Leitung oder Strahlung 
zusammenfassenden Darstellung der meteorologi- ıorgsam zu vermeiden, Es darf in diesem Zu- 
zchen Meßmethoden von W. Georgii in Abderhal. ;ammenhang vielleicht erwähnt werden, daß die 
dens Handbuch der biologischen ÄArbeitsmethoden. Ableitung des Temperatureinflusses nicht für alle 
Das vorliegende Buch setzt dagegen die Kennt- sog. Metallbarometer identisch ist. Z. B. gibt es 
nis der „Anleitungen der Zentralinstitute“ voraus, zahlreiche Aneroidbarometer, die überhaupt keinen 
Verfaßt von Robitzsch, der als Observator am Kompensationspunkt besitzen, andere wiederum be- 
Aeronautischen Observatorium zu Lindenberg selbst sitzen deren mehrere für verschiedene Druckbe- 
die Tücke der Instrumente oft genug „am eigenen :eıche, — Den Abschluß dieses Kapitela von 41 
Leibe“ erfahren haben mag, trägt es in ganz be- Seiten bildet je ein besonderer Abschnitt über das 
sonderem Maße den Stempel des „Erarbeiteten“, Bourdonrohr, über das Luftdruck-Vario- 
Gewiß ist dem Leser dadurch das Durcharbeiten meter und über das Siedepunkts-Thermo- 
nicht ganz leicht gemacht, und es sind naturgemäß meter als Barometer. 
nicht alle Gebiete der meteorologischen Messungen Das zweite Kapitel ist der Messung der Luft- 
mit gleicher Ausführlichkeit behandelt. Aber wenn temperatur gewidmet, oder vielmehr im Munde 
der Verfasser sein Werk als einen Versuch be- Jes exakten Physikers deren „Beobachtung“. 
zeichnet, so ist er zu diesem Versuch immerhin zu Herrscht doch auch hier im allgemeinen keine 
beglückwünschen, und sein Vademecum wird in Klarheit über die möglichen Fehlerquellen, deren 
keiner Bibliothek eines praktisch arbeitenden Me- zahlenmäßige Berücksichtigung die vergleichende 
teorologen und Aerologen fehlen dürfen, Beobachtung erst zu einer physikalischen Messung 
Im Folgenden soll ein flüchtiger Überblick über macht, Dabei sind die Fehler der Aufstellung 
die von Robitzsch behandelten Gebiete gegeben nes Thermometers, des unrichtigen Gebrauches 
werden, Das Barometer, dessen Angaben noch des Aspirations-Psychrometers usw. als bekannt 
immer das feste Gerippe jeder synoptischen Bear %icht berücksichtigt, Um so mehr Gewicht ist 
beitung der Witterungszustände bilden, eröffnet ıuf die Verzerrung der Temperaturan- 
den Reigen. Als physikalische Messung bezeichnet zaben infolge der Trägheit der thermo- 
R. eine Ablesung am Normalbarometer, z, B. der metrischen Körper gelegt, und im besonderen 
bekannten Wild-Fueßschen Ausführung, deswegen, ‘st ein bevorzugtes Arbeitsgebiet von R., die Funk- 
weil hier alle Korrektionen eindeutig bestimmbar ;ion des Bourdon- und Bimetallthermo- 
sind, im Gegensatz zur Messung am Stationsbaro- neters, wie sie allgemeinin Thermographen ein- 
meter mit reduzierter Skala, die wegen der un- zrebaut sind, in sehr übersichtlicher Weise zur 
sicheren Betimmung mehrerer Konstanten nur als Darstellung gelangt. Was eine Kritik der hier ge- 
Messung zweiten Grades gilt und für die im all. srachten Ableitung der Formel für das Bimetall- 
zemeinen von R, eine Meßgenauigkeit von 4- 0.2 mm hermometer anlangt,!) so dürfte die Vernach- 
angenommen wird, Wertvoll sind die folgenden ässigung der elastischen Kräfte, die der Differenz 
Ausführungen über die Reduktion der Meßergeb- ler Ausdehnungskoeffizienten beider Metalle ent- 
2isse von höher gelegenen Orten auf die Meeres- zegenwirkt, hier unbeachtlich sein, wo die Formel 
Jäche, wobei die Fehler der anzubringenden Re- nur zur Ableitung der cet. par. günstigsten Form 
duktion infolge der unbekannten N EEE ler 1hermometerkörper verwendet wird. Übrigens 
dienten bis zur Meeresfläche bei Höhen bis 250m Ileuten Versuche mıt Meteorographen, in denen 
als klein nachgewiesen werden; für die eigentlichen :in Bimetall- und Bourdonthermometer eingebaut 
Bergstationen wird, der allgemeinen Übung ent- war, darauf hin, daß bei längerer Einwirkung 
sprechend, auf diese Reduktion verzichtet. Gele- »xtremer Temperaturen auf das Bimetallelement 
gentlich der Erörterung der Schwere-Reduktionen ESrmüdungserscheinungen auftreten, die man viel- 
wird auf den Unterschied zwischen Barometerstand leicht als molekulare Olchung innerhalb der Schicht 
und Luftdruck hingewiesen 4 gegen g-g-b) und ies Lötmittels unter dem Einfluß der Ausdehnungs- 
auf die Vorzüge des CGS-Systems mit dem —— 
Bjerknesschen Millibar als meteorologischer Einheit, sy Ref, von W, Schmidt in Met. Z. 1925, 
nebenbei auch auf den grundsätzlich wichtigen | S. 492,
	        
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