D44
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1926,
2, Beobachtungen von Unterwasser- umd Luft-Schalisignalen in der
Deutschen Bucht.
Station
|.4) Borkum-
riff-Feuer-
schiff,
Unterwasser-
Schallsignale
2 Dieselbe,
uft-Schall-
signale,
2,2) Weser-
Feuerschiff,
Unterwasser-
Schallsignale.
b) Dieselbe,
Sirene.
Datum
1926
6. IV.
/
ir
31V.
3»
Wind |Wetter] san [kurs und| Tiefg.
g Fahrt | vorn
Schiffs-
Ge-
horcht |
| a5
Zuerst | Ungf,
gehört! Peilung
Ungf.
Ab-
stand
Stil
dicht. gt 23” '6h 30ml6h 57m etwa
Nebel! See |7 Knoten VYm. | Vm. | LS
an St-B.
‚11 Sm
7h 5Cm| etwa |4 Sm
Vm, | 2 Str.
an St-B.
SW ı
dieht.
Nebel
ruhige, 886°0-
See | Knoten
937
3b 30m|3h 40%
Nm. | Nm. |
Recht
voraus
8 Sm
[3b 50m
Nm.
7 Sm
Ton-
stärke
mittel
schwach
mittel
schwach
3. a] IV.) Still ! dicht, ruhige zu Anker‘
schiff, | N ebei| See | bei
Unterwasser- Weser-
Schallsignale, F. Sch.
Bemerkungen,
Zu 1.8): Kennung (B) sehr gut auszumachen, In etwa 8 Sm Abstand Ton hell und klar, Ver-
schiedenheit der Lautstärken in Steuerbord- und Backbordempfänger gut abschätzbar, Zielfahrt auf-
genommen, Sh 30m Vm, Feuerschiff an Steuerbord passiert, Abstand etwa !/, Sm. nicht gesichtet.
4 a 1. b): Ton schwach, doch infolge der heilen Klangfarbe gut wahrnehmbar, Kennung (sw e ®®)
eullicH, -
Zu 2, a}: Ton ab etwa 5 Sm Abstand laut. 5b 10m Nm, in etwa 1 Sm Abstand südlich vom
Feuerschiff geankert; dieses nicht gesichtet.
Zu 2, b): Ton ab etwa 5 Sm Abstand laut,
Zu 3.: Auf Nordkurs beim Weser-Feuerschiff zu Anker liegend, war das Unterwasser-Signal im
Steuerbord-Empfänger so laut, daß es die Unterwasserglocke des Weser-Feuerschiffes übertönte, Bei
Abstandsbestimmungen mittels der Bord-Funkstation fiel der erste Punkt des „Unter Wasser 1” zeit-
lich in das erste „L“ des Feuerschiffsignals (Funknebelsignals) von „Elbe 1“,
J. Ott, I Offz., D. „Wasgenwald“.
3, Blitzschlag ins Schiff. Nach Hydrographie Bulletin, Washington 14. April
1926, traf am 15. Februar 1926 um 23 Uhr 34 Minuten nach bürgerlicher Greenwich-
Zeit auf 50° 19’N-Br., 13° 51’ W-Lg. ein heftiger Blitzschlag die Vordermast-Stenge
des englischen Dampfers „Incemore“ und zersplitterte sie, Der dritte Offizier und
der Mann am Ruder wurden für 15 Minuten geblendet, der Ausguckmann von
der Brücke aufs Deck geschleudert. Die Antennen zerrissen; die Kleidung der
Vorstengenstage und der Rost des Drahttaus brannten weg. Elektrische Lampen
im Maschinenraum brannten durch, und alle Kompasse, außer einem Bootskompaß,
wurden unbrauchbar und konnten nicht kompensiert werden. Nach Sternen, Wind
und See steuernd erreichte das Schiff Plymouth nach einem Weg von 389 Sm
trotz ziemlich bedeckten Himmels.
Die Unbrauchbarkeit des Regelkompasses
kennzeichnete der Umstand, daß auf Kurs 44°
beim Passieren eines Dampfers der Rosensüdpol
abgelenkt wurde, solange der Dampfer in der
Peilung von voraus bis querab kam, und dann
langsam zurückging. Es wurde beobachtet, daß
der Kompaß umgekehrte Schiffsdrehung an-
zeigte, als das Ruderlegen hervorrief, Das
Kompensieren an einer Boje mit Schleppern
erforderte acht Stunden.