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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1926,
8, D. Adolph Woermann, Woerm.-Linie, Kapt. L. Ihrke.
Von Tenerife nach Loanda.
Am 8, Juni 1925, „Heute wurde eine mit Sand leicht beschwerte. Flasche
auf 8° S-Br., 11,7° O-Lg. mit dem Bericht über Meeresströmungen für die Deutsche
Seewarte über Bord geworfen. Außerdem wurden am 24, 30. Juni und 12, Juli
Flaschenposten über Bord gesetzt.“
Am 12, Juli 1925 vor Lourenco Marques. „‚Um 9b 48m Nm, auffallend hell.
leuchtendes Meteor mit hellgrünem Licht in NO.“
9. D. Adolf von Baeyer, H, Stin. L., Kapt. Hohlfeld. |
Von Suez nach Cotombo.
Am 283, März 1924, Mittagsort 12° 20‘ N-Br., 44° 55 O-Lg., Wache von 4b
bis 85 Nm. „Viele braune Qualien längsseit.“
Von Genua nach Antwerpen.
Am 24. Juli 1924, Mittagsort 38° 1‘ N-Br., 9° 22’ W-Lg., Wache von 4* bis & Nm.
„Durch irdische Strahlenbrechung erschien die Küste auf etwa 3 Sm Abstand in
ganz verzerrter Form.“
Von Singapore nach Hongkong.
Am 21, April 1925, Mittagsort 15° 11’ N-Br., 112° 50’ O-Lg., Wachen von 0b
bis 8 Nm. „Große Flächen ringsum mit Fischlaich bedeckt, Tümmler, Mörven,
Kormorane beim Schiff.“ L. Schubart.
2. Bericht über einen lokalen Sturm in der Nähe der Neufundlandbank.
Am 19. März 1926 passierte der Dampfer „Albert Ballin“ auf der 25, Ausreise
ron Europa nach New York das Gebiet eines lokalen Sturmes, der an sich eine
besondere Beachtung wohl kaum verdient, dem aber hinsichtlich der Gegend, in
welcher er auftrat, ein gewisses Interesse nicht abgesprochen werden kann, da
er den typischen, Vertreter jener stürmischen Winde darstellt, die oft aus dem
St. Lawrence-Golf hervorbrechend, mit plötzlicher Heftigkeit die nach New York
und den benachbarten Häfen bestimmten Schiffe überfallen und die Ankunft in
dem Bestimmungsort bisweilen recht erheblich verzögern,
Der Dampfer stand am 19. März 55 25» Vm, nach gutem Sternbesteck in
41° 55' N-Br., 48° 02’ W-Lg., Kurs 268° rw, Bei leichtem NW-Wind (3) war um
54 Vm, der Himmel mäßig bewölkt, die See leicht bewegt, Temperatur der Luft
—1°% des Wassers 4°C, Die außergewöhnliche Sichtigkeit der Luft an diesem
Morgen wird dadurch gekennzeichnet, daß noch um 8% Ym., die Venus mit bloßem
Auge an dem zu dieser Zeit im S und O0 wolkenfreien Himmel gesehen werden
konnte, Im Verlauf des Vormittags holte der an Stärke verlierende Wind bei
aufklarendem Himmel langsam über N nach NO (8% Ym.) und dann, etwas auf-
frischend, weiter bis SO4 (11 Vm.), Kurz nach 8» Vm, bezog sich der Himmel
mit einer aus NW kommenden hohen Wolkenschicht (ci-str.) und war um 10% ganz
bedeckt, Um diese Zeit wurde auch der bis dahin scharf abgesetzte Horizont
verschwommen (schmierig) und war nicht mehr deutlich auszumachen, Zwischen
11 und 12h setzte zeitweise leichter, mit Schnee vermischter Regen ein.
Die nach der Morgenbeobachtung berichtigte Mittagsposition war 41° 43’ N-Br.,
50° 09' W-Lg.
Nach 1t Nm, wurde der seit einigen Stunden lebhafte SO-Wind unbeständig
in Richtung und Stärke, durchlief bis 3h Nm, mehrmals den ganzen Kompaß,
brachte Böen mit Regenschauern und Schnee und sprang einige Minuten vor 4b,
nachdem er in der letzten Stunde stetiger geworden war, von NNW 3 in heftiger
Böe auf WNW 8 um. Diese Richtung behielt er für die nächsten drei Stunden
bei und wuchs zum vollen Sturm an mit sehr schweren, aber schnell vorüber-
ziehenden Schneeböen. Um 7% Nm. änderte sich die Windrichtung innerhalb
weniger Minuten um 4 Strich, Der Wind wehte nunmehr aus NNW und erreichte
Stärke 10 mit Böen von orkanartiger Heftigkeit. Unter allmählichem Weiter-
drehen nach N (9°) nahm die Stärke des Windes langsam ab, wobei auch die hin
und wieder noch auftretenden Schnee- und Hagelböen an Heftigkeit nachließen,
Nach Mitternacht ging der weiter abflauende Wind nach NNW und NW zurück
und wehte um 8 Ym. (20. März) aus NW mit Stärke 3.