154 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteovologie, April 1926,
folgedessen mehr den Charakter von Störungen des normalen, endogenen Tem-
peraturverlaufs aufweisen, die aber nicht rein zufällig, sondern gesetzmäßig auf-
treten,
C. Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse über die Länge der Rhythmen
im Zusammenhang mit den Sonnenflecken,
Wir können nun die Ergebnisse über die Länge der im Wetterablauf auf-
tretenden Rhythmen zusammenfassen. Wir fanden in den einzelnen Kapiteln die
folgenden Rhythmenlängen in Tagen:
IL Teil:
1. Ausgeglichene Druckkurven der Nordhalbkugel im ersten Halbjahr 1914:
45, 56, 65, 85.
9. Isallobarenkarten (dazugehörig): 58.3.
8. Isochronen der Luftdruckextreme (dazugehörig): 41, 44, 54, 84 (Winter), 89
(Frühjahr), 98/99.
4. Druckkorrelationen für Wien, Winter 1919/20: 17/18, 29, 48/49, 66, 75.
5a. Temperaturkorrelationen Wien, 1911—13:; 25, 45, 60, 95, 215, 340, 365;
Mittel der Abstände: 108,
$b. Temperaturkorrelationen Wien, 1920—22: 90, 170, 250, 310, 355, 465;
Mittel der Abstände: 73.7,
8. Häufigkeit einzelner Wellenlängen im Temperaturverlauf 1892—1921 :
Winter: 55—60, 70, 85; Sommer: 45, 56, 75, 90.
121, Teil, A./1 wie IL/6, getrennt für Fleckenreichtum und Fleckenarmut:
Fleckenreichtum ; | Fleckenarmut:
Winter: 55—60, (75). Winter: (55—60), 70, (90).
Sommer: (45), 55—60, (85). | Sommer; 55—60, 75, 90.
2, Häufigkeit der Temperaturwellen bis zu 500 Tagen:
Fleckenreichtum: 45, 55—60, 70, 95, 115, 155, 195—200, 215, 255, 270, 300, 330,
355, 395—400, 420, 450, 475, 495,
Fleckenarmut: (25), (45), 65, 75, 85, 140, 160, 195—200, 245, 290, 315, 335, 380,
(400), 425, 450, 475.
Es kann hier nicht auf alle langen Rhythmen eingegangen werden, Tabelle 7
bringt eine Übersicht mit Weglassung der hier nicht diskutierten über 300 Tage.
Ein Überblick über die bisherigen Ergebnisse zeigt folgendes: In flecken-
armen Jahren wird die Atmung der Atmosphäre vorzugsweise von vier
Rhythmen beherrscht:
65 75 90 und 160 Tage
Bei Fleckenreichtum entsprechen diesen Rhythmen etwas kürzere:
60 70 (85) und 155 Tage.
Bei Unterscheidung der Jahreszeiten entsprechen die längeren
Rhythmen, welche im allgemeinen bei Sonnenruhe auftreten, dem
Sommer, die kürzeren der fleckenreichen Zeiten dem Winter. Starke
Fleckentätigkeit hat mit dem Winter (im Gegensatz zum Sommer) gemein die
größere Intensität der allgemeinen Zirkulation, Wir können daraus schließen:
die erste Serie der längeren Rhythmen beherrscht die Atmung bei relativ schwacher
atmosphärischer Zirkulation; wir wollen sie darum die „Rhythmen der ungestörten
atmosphärischen Atmung“ nennen, Daraus ergibt sich für die Serie der kürzeren,
bei intensiverer Zirkulation auftretenden Rhythmen die Benennung: „verkürzte
Atmungsrhythmen“.
Aus dieser Verkürzung der Wetterrhythmen bei zunehmender Fleckentätig-
keit erklärt sich nun auch der Unterschied in den Wetiterrhythmen zwischen den
Jahresgruppen 1911—1913 und 1920—1922, IL Teil, 5, Fig. 2. In der ersten
Gruppe waren die Hauptrhythmen länger als in der zweiten. Bilden wir die Mittel
der Fleckenrelativzahlen für diese Gruppen, so gibt die erste 3,8, die zweite 26.0.
Obwohl beide Gruppen auf relativ fleckenarme Jahre fielen, war die Flecken-
tätigkeit doch in der zweiten Periode bedeutend reger. Daraus erklärt sich die
Kürzung der Wetterwellen gegenüber dem ungestörten Verlauf der ersten Gruppe.