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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

Neuere Veröffentlichungen, 
139 
Mittelholzer, Walter: Im Flugzeug dem Nord- 
pol entgegen, Junkerssche Hilfsexpedition für 
Amundsen nach Spitzbergen 1923. Mit Bei- 
irägen von Kurt Wegener, A. Miethe, H. 
Boykow. 106 S, 48 Bilder und 2 Karten, 
Zürich 1924, Verlag Orell Füssli. 
Als Amundsen 1923 seinen Flug von Alaska 
nach Spitzbergen über das Nordpolarbecken durch- 
führen wollte, bestand die Gefahr, daß die im 
Flugzeug mitgeführten Betriebsstoffe nicht für den 
ganzen Flug ausreichen würden. Es wurde deshalb 
ine Hilfsexpedition ausgeschickt, die von Spitz- 
bergen aus nordwärts Lebensmitteldepots anlegen 
sollte; als aber der Flug über das Polarbecken 
endgültig abgesagt wurde, stellte sich die bereits 
unterwegs befindliche Hilfsexpedition selbst die 
Aufgabe, die anderswo erprobten Methoden der 
kartographischen Aufnahme vom Flugzeug aus 
zum ersten Male in polaren Gebieten anzuwenden, 
Über diese sogenannte Junkerssche Expedition ist 
in dem vorliegenden, durchweg fesselnd geschrie- 
benen, vortrefflich ausgestatteten Buche berichtet. 
Auf mehreren kleineren Flügen und einem 
8 Stunden 40 Minuten dauernden, von der Advent- 
Bai bis zum Nordostland führenden Fluge wurde 
photographisch und kinematographisch erfolgreich 
Bearbeitet und damit der Beweis der Verwend- 
rkeit des Fliugzeuges für wissenschaftliche 
Zwecke auch in der Arktis gebracht, Walter 
Mittelholzer gibt eine begeisterte Schilderung 
der von ihm mit dem Flugzeugführer Neu- 
mann ausgeführten Flüge, die von 48 bei 
yegebenen, gut erläuterten, ausgezeichneten Auf- 
nahmen unterstützt wird. Kurt Wegener gibt 
eine das Wesentliche klar herausarbeitende Kin- 
führung in die Natur und Geschichte Spitzbergens 
auf Grund seines früheren Aufenthaltes im dortigen 
meteorologischen Observatorium und seiner Teil. 
nahme an dieser Expedition als wissenschaftlicher 
Berater, A. Miethe behandelt die photographischen 
Bedingungen der Flugzeugaufnahme und H, Boy- 
kow die Bilderausbeute der Expedition vom 260- 
graphisch-vermessungstechnischen Standpunkte aus, 
Einige aus den neugewonnenen photographischen 
Aufnahmen hergestellte Karten sind beigegeben, 
B,. Schul. 
Amundsen, Roald: Die Jagd mach dem Nord- 
pol. Mit dem Flugzeug zum 88, Breitengrad. 
06 S, mit zahlreichen Aufnahmen der Expeditions- 
teilnehmer, Verlag Ullstein, Berlin 1925, 
Das vorliegende Buch enthält sechs für weiteste 
Kreise berechnete Berichte über das von Amundsen 
im Mai/Juni 1925 durchgeführte Unternehmen, mit 
Flugzeugen von Spitzbergen in möglichst große 
Nähe des Poles und zurück zu gelangen. Amundsen 
selbst berichtet über die Vorgeschichte der Expedition, 
den achtstündigen Flug mit N 25 von Kingsbai bis 
370 43’ N-Br., 10° 37' W-Lg. am 21. Mai, den 
Aufenthalt auf dem Polareise und die Rückkehr 
am 15. Juni. Der Flieger Dietrichson beschreibt 
den Flug. des Begleitflugzeuges N 24, Riiser- 
Larsen die Ausrüstung er Expedition, darunter 
den Goerzschen Sonnenkompaß und die Behmsche 
KB F. Ramm schildert die Tätig- 
keit des auf den Begleitschiffen zurückgebliebenen 
Teiles der TEN und Bjerknes die meteoro- 
logischen Verhältnisse im Nordpolargebiet während 
der kritischen Zeit und behandelt die bei der meteorö- 
logischen Beratung befolgten (jesichtspunkte, Im 
Anhang ist eine kurze Beschreibung der benutzten 
Dornier-Wal-Großflugboote gegeben. — Die Schil- 
derungen geben eine eindrucksvolle Vorstellung von 
den überwundenen großen technischen Schwierig- 
keiten dieses mit Erfolg bis in die Nähe des Nordpols 
durchgeführten Fluges sowie der Landung und des 
Starts auf dem Treibeise des Nordpolarbeckens, 
Diese Leistungen bilden wie die zwei Jahre vorher 
durchgeführten Flüge von Mittelholzer Mark- 
steine in der (Jeschichte der Methode der Polar- 
(orschung. B. Schulz. 
Luensee, S.: Verzeichnis d, deutschen Reedereien 
und ihrer Schiffe über 100 Br.-R.-T. Zusammen- 
Wesel nach dem Stande vom Dezember 1925, 
erlag v.Eckardt & Messtorff, Hamburg 11, 
Steinhöft 1. 
Die neue Ausgabe zeigt gegen die früheren 
keinen Unterschied in der äußeren Form und 
inneren Einteilung. Das alljährliche Erscheinen des 
Werkes zeugt von seiner Beliebtheit. J. 
Allner, W.: st mein Schiff stabil?* Verlag 
Eckardt & Messtorff, Hamburg 11. 
Die im Buchtitel ausgedrückte Trage ist eine 
der wenigen, deren Beantwortung der Schiffs- 
leitung von jeher Enten bereitet hat, In 
dem vorliegenden Werk hat Herr Navigations- 
lehrer Allner eine Antwort auf diese Frage ges 
Funden, die von den seemännischen Kreisen auf 
das lebhafteste begrüßt werden wird, Das Buch 
ist eine gemeinverständliche Anleitung zur Er- 
fassung der ganzen Materie, die DIFKEDUR über das 
Maß mathematischer Kenntnisse hinausgeht, wie 
sie jedem Schiffeführer geläufig sind, 
Die Grundlage des Buches ist die Verschiebung 
der Darstellung vom ausschließlich mathematischen 
auf das seemännisch verständliche Gebiet, Hier 
liegt der Hauptwert des Inhalts für den Nauüiker, 
Die Angaben des Werkes sind ebenso reich 
wie übersichtlich gestaltet. Zwei Abschnitte über 
Querstabilität, einer über Längsstabilität und 
Irimmberechnungen und ein u mit den 
absolut notwendigen Berechnungsformeln, alles in 
leicht verständlichem Aufbau wiedergegeben. Das 
Buch ist von einem Praktiker für die Praxis ge- 
schrieben und gibt jedem Schiffsführer die Mög- 
lichkeit, das Verhältnis zwischen dem Verhalten 
des Schiffes bei den verschiedensten Beladungs- 
zustäünden und Wetterlagen zu den rechnerisch 
ermittelten Stabilitätswerten festzustellen, Solche 
Erfahrungen, sorgfältig gesammelt und der Praxis 
zugänglich gemacht, kommen der Allgemeinheit 
zugute und wirken sich letzten Endes wieder be- 
irachtend auf die einzelne Schiffsleitung aus, 
Gerade der Mangel an praktischer Erfahrung ist 
es, der auf dem Gebiet der Schiffsstabilität so wenig, 
der Praxis nützliche Werte lebendig werden läßt. 
Das Buch kann jedem Nautiker zur Au- 
schaffung empfohlen werden, Es füllt eine lange 
gefühlte Lücke aus, Luensee. 
Schulz, Br.: Beiträge zur Kenntnis der Gezeiten 
an der flandrischen Küste und auf der unteren 
Schelde. (Aerolog. u. hydrogr. Beobachtungen 
der deutschen Marine während der Kriegszeit 
1914—1918, Heft 2, Hydrogr. Untersuchungen, 
B. Hamburg 1925, Deutsche Seewarte, 63 8. 
Fol, m, 10 Fig. u. 5 Taf.) 
Dem in dieser Zeitschrift (1921, 8. 108) be- 
sprochenen Teil A seiner Bearbeitung der perio- 
dischen: und unperiodischen Schwankungen des 
Mittelwassers hat Verf. nunmehr den vorliegenden 
Teil B folgen lassen, und man wird seinen Ent- 
schluß billigen, das mit vieler Mühe und Sorgfalt 
seitens der Marine gesammelte Material bekannt- 
zumachen, wenn er auch auf die harmonische 
Analyse der Beobachtungen vorläufig noch ver-
	        
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