Kleinere Mitteilungen. — Neuere Veröffentlichungen,
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seine Richtung schwankt mehr. Weit größer sind in beiden Hinsichten die
Schwankungen des !/,- und 1/,-jährlichen Gliedes, aber selbst das letzte zeigt noch
eine schwache Tendenz, einen bestimmten Quadranten zu bevorzugen.
Potsdam. Otto Meißner.
9, Bine ausführliche Veröffentlichung japanischer Gezeitenbeobachtungen.
Unter dem Titel „Tidal Observations“ ist im Dezember 1925 vom Imperial Marine
Observatory in Kobe das erste, 31 Seiten umfassende Heft einer dreimal im Jahre
erscheinenden neuen Veröffentlichung herausgegeben worden, wie sie ihresgleichen
bisher wohl in keinem anderen Lande findet, .
Das Heft enthält die Gezeitenbeobachtungen für die Zeit vom 16. Dezember
1924 bis zum 9, April 1925 von zunächst sieben Pegelstellen, an denen selbst-
zeichnende Instrumente aufgestellt sind:
1. Hanasaki, an der Südküste des östlichen Zipfels von Hokkaido,
2, Iwasaki, im nördlichen Teile von Honschiu an der Küste des Japanischen
Meeres,
3, Ayukawa, im mittleren Teile der Ostküste von Honschiu,
4, Sakai, im westlichen Teile von Honschiu an der Küste des Japanischen Meeres,
5. Tonoura, im westlichen Teile von Honschiu in der Nähe von Hamada an
der Küste des Japanischen Meeres,
Kushimoto, im mittleren Teile von Honschiu an der Pazifischen Küste am
Eingang zur Osake-Bucht,
7. Fukabori, an der Westküste von Kiuschiu in der Nähe von Nagasaki..
Zu diesen werden später die beiden folgenden Orte hinzukommen, an denen
wegen Versagens der Instrumente die Beobachtungen noch nicht brauchbar waren:
8. Toba, im mittleren Teil von Honschiu an der Pazifischen Küste bei Yamada,
9, Kielung, am Nordende von Formosa.
Des Vorwort ist in Japanisch und in voller Übertragung ins Englische ge-
geben; ebenso sind die Zusammenstellungen der Beobachtungen in beiden Sprachen
überschrieben. Das Vorwort enthält kurze Angaben über die geographische Lage
der Pegelstellen, über die dort zur Verwendung kommenden selbstzeichnenden
Pegel und ausführlichere Angaben über die Art der Ausmessung der Pegel-
aufzeichnungen. In der Zusammenstellung der Beobachtungen, die zur Erleichterung
einer späteren Bearbeitung so in Zeitabschnitte eingeteilt sind, daß jeder Ab-
schnitt einen Tag nach Vollmond beginnt, sind zunächst neben dem Monatstag
die Zeiten des unteren Durchganges des Mondes durch den Meridian in Green-
wich aufgeführt; dann folgen die Ablesungen der auf den Pegelbögen auf-
zezeichneten Wasserstände für jede Stunde des Tages nach gesetzlicher Zeit und
ihre Mittel, und zwar die Mittel aus den Beobachtungen, die alle zu den bestimmten
Tagesstunden abgelesen sind, und die Mittel aus den 24 Beobachtungen eines jeden
Tages. Hieran schließen sich die Beobachtungen der Hoch- und Niedrigwasser-
zeiten und -höhen für jeden Tag.
Die Höhenablesungen, mit Ausnahme der stündlichen Ablesungen von Sakai,
sind, ohne daß es ausdrücklich gesagt ist, anscheinend in ganzen und zehnteln
Zentimetern gegeben und müssen mit 20.0 vervielfacht werden, um die tatsäch-
lichen Höhen zu ergeben. .
Für eine eingehende Bearbeitung der Gezeiten Japans dürfte diese ausführ-
liche Veröffentlichung von Gezeitenbeobachtungen einmal von großem Nutzen
werden. Dr. H, Rauschelbach.,
5.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. .
Palioklimatologie, Von Dr. Wilh. R. Eckardt, Freund ‚war, so ist es in verstärktem Maße die
Leiter des Meteorologischen Observatoriums und zweite neubearbeitete geworden. In dieser ist der
des öffentlichen Wetterdienstes in Essen. Zweite, meteorologische Teil des Problems stärker betont
zeubearrbeitete Auflage. 119 Seiten, Sammlung ıls zuvor, so daß die biologische Seite etwas zurück-
Göschen, Bd. 482, Walter de Gruyter & Co. iritt. Ist die Paläcklimatologie, die Lehre von dem
Berlin W 10 und Leipzig 1924, Preis RM. 1.25, Clima der geologischen Vergangenheit, noch ein
Wie uns die erste Auflage des Göschen- (Gebiet der Kämpfe verschiedenster Anschauungen,
Bändechens über „Paläcklimatologie“ schon ein lieber wo gebührt dem Verfasser der Dank, daß er auf