Kleinere Mitteilungen,
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fünf aufeinanderfolgende Lustrenmittel (1856—-60, 57—61 ...60—64 usw.) nebst
deren mittleren Abweichungen — die aber wegen des Ineinandergreifens der L. M.
nicht direkt mittlere Fehler darstellen (y5 mal zu klein sind) — in den beiden
letzten Zeilen die zeitlichen Korrelationsfaktoren (Kf.) und die ihrer Abw.
Beide sind nur für die Nordsee reell im Sinne einer Abnahme: d.h. die jähr-
lichen Schwankungen des Wasserstandes nehmen im Mittel in der
Nordsee ab, in der Ostsee nicht. Ob dies Ergebnis mehr als bloß formalen
Charakter hat, steht noch dahin.
Bildet man aus Tabelle 1 für jedes L. M. die Abweichungen vom Mittel (hier
nicht mitgeteilt), so sind die hieraus berechneten Kf. je zweier Stationen, wie ja
schon aus dem Gang in Tab, 1 ersichtlich, für die Nordseestationen untereinander
sehr groß, viel kleiner die zwischen Nord- und Ostseestationen und Ostseestationen
antereinander,
Tabelle 2. (1000 k),
Stationen |
Wi 1
Ge0 |
Bre | Cox
1] Tra | Swi | Kol
Wi ® 907. |
Gee 907 *
Bre | 800 | 917
Cux 917 943
Ira | 370 / 346 117 / 305 ® 697 294
Swi x 623 731 592 620 697 * 667
Kol 468 489 479 492 | 294 667 | *
Mittel: N, N: 4.885.458, N, O: + 469 + 167, O, O0: +: 552 4.224.
Für die Nordsee gilt hiernach jedenfalls, daß nicht bloß der säkulare Gang
des Wasserstandes, sondern auch seine Schwankungen an den einzelnen
Stationen gleichsinnig verlaufen!). Während aber die Ursache des säkularen
Gangs noch aufzuhellen ist, sind die Schwankungen sicher meteorologischer Natur.
Selbst die Kf, der mittleren Abweichungen, also Größen 3, Ordnung in bezug
auf den säkularen Gang, ind noch verhältnismäßig hoch (z. B. Wi-Gee 0.664),
doch kommen hier zum Teil schon Störungen vor (Bre: L.M. XI, Cux: L. M. VIIJ),
wie das schließlich kaum anders zu erwarten ist, da sich die örtlichen Verhältnisse
natürlich um so mehr bemerklich machen, je höher die Ordnung der untersuchten
Glieder ist,
Potsdam. .
8. Jahrzehnte-Mittel der Konstanten des jährlichen Ganges des Wasser-
standes einer Anzahl deutscher Ostseestationen. Hiermit liefere ich die bereits
in einer meiner drei größeren Mitteilungen über dieses Thema angekündigten
Jahrzehnte-Mittel der Konstanten des jährlichen Ganges des Wasserstandes der
züdlichen Ostseeküste. — Da die Vergleichbarkeit der Stationen untereinander
unbedingte Gleichzeitigkeit der zugrundeliegenden Zeiten heischt, mußte ich das
erste und letzte Jahrzehnt je um ein Jahr kürzen. 1881 registrierten ver-
schiedene Stationen des Preuß, Geodätischen Instituts noch nicht, 1919 verloren
wir Memel, dessen drei letzte Monatsmittel für 1919 ich nach Pillau extrapolieren
mußte. Ist diese Extrapolation natürlich auch merklich unsicherer als ge-
legentlich notwendig gewordene Interpolationen von Monatsmitteln (fast nur bei
Arkona), so wird doch der Fehler, da es sich nur um !/, Jahr handelt und das
Mittel 9 Jahre umfaßt, nicht allzu bedeutend sein.
Bei der Mitteilung der Glieder bin ich bis zum !/, jährlichen. gegangen, nicht,
weil ich dies noch für „reell“ hielte, sondern, wie ich früher schon auseinander-
gesetzt, weil die Stationen sich auch hierin noch sehr ähneln. Januar ist = 0
gesetzt; um also am natürlichen Anfangspunkte‘ Neujahr die Phase auf 0° zu
bringen, ist für das n-te Glied der Fourier-Reihe zur Phase (bei den ec} noch
n-15° hinzuzufügen. Für die Vergleichbarkeit der Stationen und Jahrzehnte-
Mittel untereinander ist diese Reduktion selbstverständlich nicht nötig.
) Für die Ostsee sind hier zu wenoig Stationen da. Tra mit seiner Lage im Innern einer Bucht
wird von den meteorologischen Einflüssen anders beeinflußt als die anderen Stationen,