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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1926. 
Isobaren und Isallobaren der Nordhalbkugel. 
In entsprechender Weise wie die Druckkurven für den Meridian wurden auch 
die Kurven aller Stationen synchron in Abschnitte geteilt. Auch hier wurde die 
Abteilung nicht in gleichlange Zeitabschnitte vorgenommen, sondern die Termine 
so gewählt, daß sie möglichst an allen Stationen einheitliche Druckänderungen 
einschließen. 
Für jeden der so gewonnenen Termine wurde in den Tafeln 5 bis 9 links, 
unter (a) die Original-Isobarenkarte des betreffenden Tages, in der Mitte, unter 
({b) die ausgeglichene Isobarenkarte des Tages, gewonnen aus den ausgeglichenen 
Druckkurven, und rechts, unter (c), die Isallobarenkarte (Druckänderungen) von 
diesem Termin zum nächstfolgenden gezeichnet. Aus der ungleichen Länge der 
Zeitabschnitte zwischen den Terminen folgt, daß man bei Vergleich der Isallo- 
barenkarten untereinander die Intensität der Steig- und Fallgebiete nicht 
berücksichtigen darf. Es kommt hier ausschließlich auf Lage und Gestalt der Ände- 
rungsgebiete an, und die sind unabhängig von der Länge des gewählten Zeitraums, 
Die Diskussion der erhaltenen Karten wird einen Einblick in den wirklichen 
(von Störungen befreiten) Atmungsmechanismus eröffnen. Eine Nachprüfung, 
inwieweit das hypothetische Schema des ersten Kapitels den wirklichen Ver- 
hältnissen entspricht, ist leider nur bei den Winterphasen möglich, soweit Jänner 
and Februar in Betracht kommen, Zur Untersuchung sommerlicher Verhältnisse 
wären die Monate Juli und August nötig, die in dem Halbjahr nicht mehr ent- 
halten sind, Das Frühjahr, welches durch das verwendete Material hauptsächlich 
umfaßt wird, muß Mischphasen aus den reinen Sommer- und Wintertypen auf- 
weisen, die zu kompliziert sind, um sie deduktiv abzuleiten, 
Bei der Diskussion der Karten soll zuerst die ausgeglichene Isobarenkarte 
und dann die Isallobarenkarte besprochen werden. Die OÖriginal-Isobarenkarten 
(a) dienen zur Kontrolle, wie weit die ausgeglichene Druckverteilung von der 
wahren abweicht. Bei den winterlichen Phasen folgt dann ein Vergleich mit dem 
Schema des ersten Kapitels, 
Diskussion der Isobaren- und Isallobarenkarten (Tafel 5 bis 9). 
A/b. 10. Jänner. Ausgangsstadium, Die Karte zeigt geringes Druckgefälle 
auf der ganzen Halbkugel und verhältnismäßig hohen Druck über dem Polarbecken, 
Ajc. Der Druck fällt in den höheren Breiten auf der europäischen Seite der 
Halbkugel, steigt in einem Ring rings um dieses Fallgebiet und fällt wieder in 
den niedereren Breiten. Die Temperatur fällt überall auf den Kontinenten und 
über dem Polarbecken und steigt über den Ozeanen. Die erkaltenden Kontinente 
saugen in der Höhe Luft einerseits aus dem Polarbecken, andererseits von den 
Ozeanen her an. Das isländische Minimum vertieft sich. 
Af/oc entspricht gut der schematischen Phase A. 
Die kontinentalen Ausstrahlungsgebiete beginnen einzuatmen, 
B/b. 1. Februar. Über dem Polarbecken ist auf der atlantischen Seite eine 
tiefe Depression entstanden und um sie herum ein Ring sehr hohen Druckes, der 
sich auf der pazifischen Seite in zwei Arme teilt: den durch die allgemeine Zir- 
kulation der Atmosphäre dynamisch erzeugten, bekannten Roßbreiten-Hochdruck- 
gürtel in den Tropen und einen zweiten, der in hoher Breite den amerikanischen 
Kontinent mit dem asiatischen verbindet, Dieser zweite Gürtel ist eine Wirkung 
der thermisch verursachten kontinentalen Einatmung und möge darum „Ein- 
atmungsgürtel“ genannt werden. Dieser Name erklärt nicht nur seine Ent- 
stehung, sondern weist auch gleichzeitig darauf hin, daß er bloß eine temporäre, 
nur nach erfolgter Einatmung auftretende Erscheinung darstellt. Beim Ausatmen 
verschwindet er wieder im Gegensatz zum stets beharrenden Roßbreitengürtel. 
Auf der atlantischen Seite fällt der Einatmungsgürtel mit dem Roßbreitengürtel 
zusammen. 
Auf der pazifischen Seite entsteht zwischen den beiden Armen des Hoch- 
Aruckgürtels als Kompensationsgebiet das Aleuten-Tief, Es stellt demnach die 
Kehrseite des Einatmungsgürtels dar und verschwindet auch mit ihm während 
der kontinentalen Ausatmung,
	        
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