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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

Recum, Frhr, v.: Die Deutsche Atlant, Expedit, anf d. Vermessungs- u. Forschungsschiff „Meteor“. 91 
Als Schallempfänger dient eine in die Bordwand eingelassene abgestimmte 
Membran, die mit der Schiffshaut glatt abschließen muß, damit das Wasser mög- 
lichst ohne jede Turbulenz vorbeifließen kann, Die Membran ist mit einem 
Kohlemikrophon verbunden. Kommen die Schallwellen vom Meeresboden zurück, 
so treffen sie auf die Membran, die dann in Schwingungen gerät und diese auf 
das Mikrophon überträgt. Dessen Kohlekörnchen werden durch die Schwingungen 
erschüttert und der durchfließende elektrische Strom unterliegt denselben Schwan- 
kungen, so daß hierdurch die Schallwellen in einem Telephon oder elektrischen 
Relais kenntlich gemacht werden können. 
Beide Echolotsysteme bestehen aus der Senderanlage, der Empfangsanlage 
und dem Anzeigeapparat, 
Die Signallotanlage. Das Signallot benutzt einen unpolarisierten Signal. 
Magnetsender von 700 Watt Leistung, der im vorderen Drittel des Schiffes im 
Schiffsboden so eingebaut ist, daß die Membran mit der Außenhaut abschneidet. 
Ein Umformer, der in einem besonderen Raum unter Deck untergebracht ist und 
von der Schalttafel im Echolotraum, der sich auf „Meteor“ als Versuchsanlage 
unter der Brücke befindet, angelassen wird, erzeugt den für den Sender be- 
nötigten Wechselstrom, 
Die Empfangsaniage besteht aus mehreren Gruppen von je einem Flansch- 
empfänger für jede Seite, die möglichst tief unter der Wasserlinie im Vorschiff 
mit der Membran in die Bordwand eingelassen sind. Durch einen Flansch ist 
die Membran an der Außenhaut befestigt. Die Empfänger sind so eingerichtet, 
daß die Mikrophone bei Verbrauch ausgewechselt werden können, ohne daß ein 
Docken notwendig wird. Von den Empfängern führen die Kabelleitungen über 
einen Gruppenwahlschalter zum Anzeigeapparat im Echolotraum. 
Im Anzeigeapparat des Signallots befindet sich ein kleiner Motor, der mit 
regulierbarer Geschwindigkeit einen Kontaktarm in Umdrehung versetzt. Dieser 
betätigt den Sender bei jeder Umdrehung beim Durchlaufen des Nullpunkts der 
Skala für einen kurzen Impuls. Die Messung des Zeitintervalls von der Aus- 
sendung des Schalls bis zu seiner Rückkehr vom Meeresboden erfolgt nun durch 
Vergleich mit der Zeit, den der Kontaktarm zur Zurücklegung des Weges bis 
zu der Stellung benötigt, wo das Echo eintrifft. Um die jeweilige Stellung des 
Kontaktarmes beim Eintreffen des Echos und damit die Messung der Laufzeit 
festlegen zu können, ist das Empfangstelephon so mit dem rotierenden Kontakt- 
arm geschaltet, daß dieser jedesmal beim Vorbeilauf einen durch einen Dreh- 
knopf auf einer Skala verstellbaren Schalter betätigt, der das Empfangstelephon, 
Aas für gewöhnlich kurzgeschlossen ist, einen Augenblick öffnet. Trifft in diesem 
Moment der Schall des zurückkehrenden Echos das Mikrophon, so kann man im 
Telephon das Echo hören und die Tiefe auf der von 0 bis 1000 m geteilten Skala 
an der Stellung des Drehknopfes ablesen. 
Da das Telephon bei jeder Umdrehung nur auf einen schmalen Bereich von 
etwa 10 Skalenteilen, d. i. 10 m Wassertiefe, eingeschaltet wird, liegt die Meß- 
genauigkeit bei jeder Tiefe in dieser Grenze. Doch sei hier gleich bemerkt, daß 
man mit dem Signallot Tiefen unter 50m nicht messen kann, da die Echo- 
laufzeit dann unter 0.068 sec. beträgt und die Empfänger bei der Rückkehr des 
Echos in dieser kurzen Zeit von der Erregung durch den Sendeton noch nicht 
abgeklungen sind, so daß man mit dem Ohr den Sendeton nicht vom Echo aus- 
einanderhalten kann. 
Die Aussendung des Sendetons erfolgt in regelmäßigen Zeitabständen, die 
einer Wassertiefe von 1000 m bei v = 1470 m/sec, entsprechen. Für größere 
Tiefen wird ein sogenannter Tiefenschalter betätigt, der nur bei jeder neunten 
Umdrehung des Kontaktarmes, was einer Gesamtwassertiefe von 9000 m, dem 
größten Meßbereich des Apparates, entspricht, einen Schall aussendet. Durch den 
Tiefenschalter wird ein zweiter Kurzschlußkontakt des Telephons blockiert; der 
Kurzschluß wird dann je nach Stellung des Kontaktarmes für ein bestimmtes 
Tausend Wassermeter aufgehoben. 
Um jedoch bei größeren Tiefen ein längeres Absuchen mit dem Tiefenschalter 
zu vermeiden, ist im Sendestromkreis eine Morsetaste und im Telephonstromkreis
	        
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