Spiess: Die Deutsche Atlantische Expedition auf d. Vermessungs- u, Forschungsschift „Meteor“, 89
An Pilotballonaufstiegen wurde fol-
gende Anzahl erzielt:
A Folgende Registrieraufstiege wurden
bisher ausgeführt:
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Probefahrt ..., 13 5220| 4 | 3 14700
Kanal_La Plata | 50 ] 5020 | 19 | 11 ı16800
Profil 1,,.. | 58 (1500| 4 | _— | 8320
Profil 1%; | 69 |14160| 20 9 16200
Prof LIT, .;; | 42 [3400| 11 | 4 12800
A N
m X
Probefahrt ‚ . ....0.+ 4 BO 14800
Reise Kanal-Buenos Aires 35001 1 5000
Profil I 0.00 kauen 29001 — © —
A 140801 — -—
Profil III = 204 run 2890] — —
Profil IV Ve kl 3300] — —
Auf den südlichen Profilen, wo Wind und Wolken ein Verfolgen der Ballone
mit dem Schiff und ein Wiederauffinden der mitgegebenen Instrumente nicht
gestatten, konnten Registrierballonaufstiege nicht gemacht werden; die Methode
wird besonders in den Subtropen und Tropen zur Anwendung kommen,
Fi
Die Deutsche Atlantische Expedition
auf dem Vermessungs- und Forschungsschiff „Meteor“.
IL Die akustischen Tieiseelote,
Von Oberleutnant zur See Freiherr v, Recum,
Als die Hinaussendung des Vermessungsschiffes „Meteor“ der Reichsmarine
zu einer großangelegten zweijährigen ozeanischen Forschungsreise spruchreif
warde, war man sich darüber klar, daß dem Schiffe auch die neuesten Mittel für
die Tiefseelotung mitgegeben werden mußten; hatten doch bereits die Amerikaner
mit einem akustischen Lotapparat auf einer Fahrt über den Nordatlantischen
Ozean die Eignung für den praktischen Gebrauch erprobt und ein gelungenes
Querprofil des Meeresbodens erhalten.
Die erste praktische Ausführung der schon älteren Erkenntnis, durch das
Echo vom Meeresboden die Tiefe zu messen, hatte der Physiker A, Behm nach
langen Vorversuchen durch die Konstruktion. des Behm-Lots zu einem vor-
Jäufigen Abschluß gebracht‘), Jedoch die ungünstige wirtschaftliche Lage, in
der sich Deutschland nach dem Kriege befand, und die Unmöglichkeit, in kurzer
Zeit von einem deutschen Hafen auf Orte großer Meerestiefe zu gelangen, hatten
es verhindert, das Behm-Lot in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit als
ausgesprochenes Tiefseelot so durchzukonstruieren, daß es für die Ausrüstung des
„Meteor“ noch in Frage kam®). Es lag ja in erster Linie das Bestreben vor, für
die praktische Schiffahrt ein brauchbares akustisches Lotmittel zu erhalten, das
die geringen Tiefen bis etwa 200 m zuverlässig anzeigt.
Deutschland konnte jedoch, wenn es nicht als rückständig gelten sollte, keine
ozeanische Expedition lediglich mit dem Drahtlot hinaussenden, und so mußten
Mittel und Wege geschaffen werden, auch die Deutsche Atlantische Expedition
mit einem akustischen Tiefseelot auszurüsten. Auf Anregung der Marineleitung
im Anfang des Jahres 1924 erklärte sich die Signalgesellschaft in Kiel
bereit, ein Echolot zu konstruieren und lieferte dieses noch vor der beabsich-
tigten Probefahrt des „Meteor“ im Januar 1925 an Bord. In Anbetracht der
kurzen für die Entwicklung und Erprobung des „Signallots“ zur Verfügung
2. Val, B. Schulz, Geschichte und Stand der Entwicklung des Behm-Lots, Ann. d, Hydı
1924, Heft XI und XII; 1925 Heft IX.
4) An Bord „Meteor“ befindet sich ein „Behm- Lot“, Type II, für Tiefen bis 750 m.