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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

88 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1926, 
Nautik benutzt wird, und eines kardanisch aufgestellten Theodoliten, Das wahre 
Azimut des Ballons wird durch gleichzeitiges Ablesen des Kompaßkurses ge- 
funden. Da die Steiggeschwindigkeit des Ballons nicht genau bekannt ist, wird 
seine Entfernung mit einem in der Marine gebräuchlichen Entfernungsmesser, dem 
Basisgerät, durch besonders ausgebildete B. G.-Messer gemessen. Aus Höhe und 
Azimut des Ballons läßt sich sein Weg und damit Richtung und Geschwindig- 
keit der Höhenwinde berechnen. Die Dauer und Höhe der Ballonaufstiege, die 
bis jetzt im Maximum 20000 m betrug, wird meistens begrenzt durch das Ver- 
schwinden des Ballons in den Wolken, wodurch sehr häufig eine Feststellung 
der Wolkenhöhen möglich ist, 
„Windschießen“ Bei rasch wechselnder Bewölkung oder bei nur teilweise 
freiem Himmel wurde mit Erfolg die „Windschießmethode“ angewandt. Mit 
einem Windschießgerät wurden bei größter Erhöhung besonders präparierte, 
kompakte Sprengwolken in 7000 m Höhe gegen den blauen Himmel gesetzt, die 
sich längere Zeit wie Ballone mit Spiegeltheodolit und Basisgerät messen lassen 
und eine einwandfreie Höhenwindmessung ermöglichen, 
Wolkenzugbeobachtungen, besonders der hohen Cirruswolken, werden 
systematisch ausgeführt, Durch Messen von besonders scharf umrissenen Wolken 
mit Spiegeltheodolit und Basisgerät Jäßt sich Zugrichtung und -geschwindigkeit 
feststellen, 
2, Registrieraufstiege. Zur Erforschung der Temperatur-, Feuchtigkeits- und 
Schiehtungsverhältnisse in dem unteren Teil der freien Atmosphäre dienen 
Drachenaufstiege, In besonders stabilen, sogenannten Schirmdrachen, die 
zerlegbar sind und wenig Platz einnehmen, wird ein Meteorograph befestigt, der 
auf einer berußten Trommel während des Auf- und Abstieges Temperatur, Feuchtig- 
keit, Luftdruck und Windgeschwindigkeit registriert, Die mit 10 km Klavier- 
saitendraht bespannte Drachenwinde von Eulitz, Berlin, wird mit einem Berg- 
mannschen Elektromotor betrieben. Beim Hochlassen und Landen der Drachen 
wird der Drachendraht mit einer durch einen Block fahrenden Rolle zur Nock 
der Gaffel des Besans hochgezogen, wodurch allein Start und Landung der Drachen 
auf dem beengten Achterdeck möglich ist, Fahrt und Kurs des Schiffes werden, 
wenn erforderlich, zur Unterstützung des Aufstieges geändert, Etwa alle 1000 m 
wird zum Aufbojen des ausgelassenen Drahtgewichtes ein Hilfsdrachen mit be- 
sonderer Klemme an den Draht gekoppelt, 
Zur aerologischen Erforschung und Registrierung der meteorologischen Ele- 
mente in den höheren Luftschichten, besonders im Gebiete der Tropen und der 
Subtropen, dienen Registrierballonaufstiege nach der von Professor Her- 
gesell zuerst angewandten Methode. Hierbei wird ein Gespann von zwei Ballonen 
hochgelassen, von denen der eine, prall gefüllt, den Meteorographen in große 
Höhen trägt, wo er platzt, Der zweite, weniger prall gefüllte Ballon dient als 
Fallschirm und bringt das Registrierinstrument herab, Nach dem Erreichen der 
Wasseroberfläche treibt dann das Instrument in seinem Korkkasten, von dem 
zweiten Ballon über Wasser gehalten. Aus der Verfolgung und Messung des Ballon- 
gespannes während des Aufstieges läßt sich die voraussichtliche Abstiegkurve und 
somit der Kurs, den das Schiff zum Landungspunkt des Ballons einzuschlagen 
hat, berechnen. 
]I. Die bisherigen Beobachtungen, 
Die täglichen Terminmessungen und Registrierungen der meteorologischen 
Elemente an der Wasseroberfläche ergeben ein umfangreiches Material, das noch 
der endgültigen Auswertung harrt. Die Strahlungsmessungen ließen sich nur 
auf den Reisestrecken mit günstigem Wetter ausführen, So wurden auf der Aus- 
reise nach Südamerika zwei Reihen an zwei Tagen, auf Profil IIX vier Reihen 
an einem Tage und auf Profil II zwanzig Reihen an elf Tagen mit den beiden 
Aktinometern gemessen, Desgleichen hat der Strahlungsschreiber in den Tropen 
und den Subtropen mehrere brauchbare Reihen geliefert.
	        
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