Dreizehnter Jahres-Bericht der Direktion.
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Wittower Posthaus und Stralsund; vom Assistenten Herrn Dr. Herr mann: Darsserort, Wustrow, Warne
münde, Wismar und Travemünde und vom Hülfsarbeiter Herrn Dr. Grossmann: Marienleuchte, Friedrichs
ort, Kiel, Schleimünde, Keitum, Brake und Borkum.
Wie in früheren Jahren wurde eine rege Kontrole der, insbesondere von den Normal-Beobachtuugs-
Stationen angestellten, Beobachtungen ausgeübt und nahm die diesbezügliche Korrespondenz mit den Stationen
sehr erhebliche Zeit in Anspruch. Die Bearbeitung der Barographen-Registrirungen von Keitum und Memel
wurde von der Abtheilung III ausgeführt, sowie auch die Bearbeitung der Beobachtungen und weitere
Registrirungeu an der Seewarte selbst.
III. Tägliche Berichterstattung in Hamburg und Altona und Herstellung von Zeitungs-Wetterkarten überhaupt.
Keine Aenderung.
IV. Tägliche Wetterprognosen und Verbreitung derselben in Deutschland.
Bezüglich der Methode der Prüfung der Wetterprognosen wird auf die früheren Jahrgänge hingewiesen.
Die für den Jahrgang 1890 angestellte Prüfung der Wetterprognosen lieferte das nachstehende Ergebniss,
wobei die Anzahl der Treffer in % angegeben ist, welche über dem Zufall liegen. Zum Vergleiche werden
hier noch die Ergebnisse für den Zeitraum 1886 bis 1889 beigefügt.
Tabelle I.
1886
1887
1888 1889 1890 Mittel
%
%
7«
0/
/0
0/
/0
7«
[Hamburg
, .14
19
17
19
18
17
Temperatur, Bewölkung und Niederschlag J Neufahrwasser
.14
16
14
19
13
15
[ Memel
. .14
17
16
16
13
16
i Hamburg
. .—
11
9
6
9
9
Windstärke : Neufahrwasser
. . —
10
7
6
3
6
[Memel
. .—
3
10
10
3
6
[ Hamburg ....
- —
20
23
18
23
21
Windrichtung | Neufahrwasser
18
21
14
22
18
[ Memel
. .—
10
14
11
9
11
Da nunmehr ein Lustrum der Wetterprognosen nach der in den vorhergehenden Jahrgängen ange
gebenen Methode geprüft worden ist und somit auf den Erfolg der Wetterprognosen wenigstens augenähert
geschlossen werden kann, so erschien es bei der sehr beträchtlichen, dabei nothwendigen Arbeitsleistung
geboten, die bisherige eingehende Prüfung zunächst zu verlassen, dagegen die hierauf bezügliche Tabelle
in den Monatsberichten der Seewarte beizubehalten, welche gestattet, über den Erfolg oder Misserfolg der
Wetterprognose ein ürtheil zu gewinnen.
V. Aussergewöhnliche Mittheilungen, Sturmwarnungen.
Zu den Signalstellen, welche seitens der Provinzial-Behörden errichtet wurden, kommen noch folgende
hinzu; Hiddensöe, Vogelsang (Kreis Danzig), Alt-Terrauo va, Wollin und Heiligenhafen. Da
gegen ist die Signalstelle des Provinzial-Landwirthschaftlichen Vereins in Otterndorf eingegangen.
Ueher die Aenderungen an den Signalstellen der Seewarte siehe oben Ila.
Bezüglich der einzelnen Signalstellen und deren Lage an der Küste möge auf die der dritten Ausgabe
der Instruktion für die Signalstellen der Deutschen Seewarte beigegebene Karte verwiesen werden.
Die folgende Tabelle, welche dem Monatsberichte der Seewarte entnommen ist, giebt eine üebersicht
über die Anzahl der von der Seewarte ausgegebenen Sturmwarnungen für das Jahr 1890.
Wie bereits im vorigen Jahresberichte erwähnt wurde, erfuhr seit 1889 die Prüfung der Sturmwarnungen
insofern eine Aenderung, als dieselben nach den stündlichen Aufzeichnungen der an den Normal-Beobachtungs-
Stationen der Seewarte aufgestellten Anemographen geprüft wurde. Die Methode der Prüfung und die dabei
erhaltenen Ergebnisse sind im vorigen Jahresberichte, sowie im Beihefte II des Monatsberichts für 1889 in
ausführlicher Weise niedergelegt, weshalb wir hierauf verweisen.