Dreizehnter Jahres-Bericht der Direktion.
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Beobachtungen über den Werth der Elemente des Erdmagnetismus.
Auf Seite 28 des XII. Jahres-Berichts wurde der Arbeiten Erwähnung getban, welche in den letzten
Jahren auf dem Gebiete der erdmagnetischen Bestimmungen an der Küste ausgeführt worden sind. Während
des Berichts-Jahres wurden diese Untersuchungen nach Osten hin weiter ausgedehnt bezw. vervollständigt
und zwar bis zur rassischen Grenze. Das Ergebniss dieser Untersuchungen, welche von dem Assistenten
des Direktors, Dr. Duderstadt, ausgeführt worden sind, bestätigte im Allgemeinen die schon früher ausge
sprochene Vermuthung, dass das ganze Küstengebiet der Ostsee einerseits bis über die dänischen Inseln
hinaus, andererseits in den baltischen Provinzen erheblichen Lokalstörungen unterworfen ist. Eine gründ
liche Untersuchung dieser Unregelmässigkeiten im Verlaufe der isoraagnetischen Kurven zunächst zum
Zwecke der Feststellung derselben, sodann in zweiter Linie in der Hoffnung einer Aufklärung der Ursachen
muss für die Entwickelung der Wissenschaft des Erdmagnetismus von erheblicher Bedeutung werden. Von
solchen Erwägungen ausgehend hat sich die Direktion dahin schlüssig gemacht, die Untersuchungen auch
im nächsten Jahre (1891) fortzuführen und namentlich auch genügend weit nach Süden und dem Inlande
hin auszudehnen, damit mau ein Bild gewinnen kann über den Umfang der Störungen, d. h. über den
Verlauf der isomagnetischen Kurven und deren Beziehung zu den weiter nach Süden hin in den Nachbar
ländern in neuerer Zeit bereits ausgeführten Aufnahmen (Polen, Galizien, Böhmen, Oesterreich-Ungarn). Die
im Berichts-Jahre ausgeführten magnetischen Ortsbestimmungen sind sämmtlich schon berechnet, allein es
wird davon Abstand genommen, die Resultate an dieser Stelle zu veröffentlichen, weil es zweckmässig er
scheint, dieselben im Zusammenhänge und ausführlich zu geben, wozu im Jahres-Bericht der Raum nicht
gestattet werden kann.
Hamburg. Magnetische Deklination. Wie in den früheren Jahren, so wurden auch im Berichts
jahre im Kompass-Observatorium der Seewarte durch den Assistenten des Direktors, Dr. Duderstadt, regel
mässig magnetische Bestimmungen ausgeführt. Sämmtliche Deklinationsbestimmungen sind auf dem Zentral
pfeiler des Observatoriums mit dem Reise-Theodolit von Hechelmann No. 686 ausgeführt.
Die Mire „Buxtehuder Kirchthurm“ hat nur einmal im Jahre (am 80. Juni) eingeschnitten werden
können, weil sie sonst stets durch Schiffe im Schwimmdock der Werft von Blohm & Voss verdekt war.
üeberhaupt wird von Jahr zu Jahr bei der Zunahme technischer Etablissements die Schwierigkeit, die Miren
des Observatoriums zu sehen, erhöht und ist es namentlich in der Winterjahreszeit, sowie es auch gegen
Schluss des Berichts-Jahres der Fall war, fast nicht mehr möglich, eine Mire anzuvisiren.
In nachfolgender Tabelle sind die einzelnen Beobachtungen niedergelegt. Die Reduktion auf das
Tagesmittel geschah mittelst der Kew-Periode wie in den früheren Jahren.
Am 7.
Januar
um
2 h 0“
'P-
12° 13/72
reduzirt auf Tagesmittel
12° 9/05
w,
« 29.
«
«
10 15
a.
16/84
«
«
15/20
«
« 29.
«
«
1 20
P-
18/98
«
«
«
14/12
«
« 24.
Februar
«
2 54
P-
13/98
«
«
«
10/62
«
« 26.
«
1 45
P-
15/63
«
«
10/79
«
« 29.
März
10 21
a.
14/33
«
«
«
13/74
« 29.
«
. c
2 45
P-
16/eo
«
•
11/94
«
« 6.
April
€
9 39
a.
9/25
€
«
«
10/75
«
« 6.
«
«
3 9
p.
16/38
«
«
*
10/49
«
« 21.
«
12 40
P-
19/84
«
«
«
12/84
c
« 6.
Juni
«
1 18
P-
18/so
«
«
«
11 /00
«
< 12.
«
€
9 48
a.
10/80
«
«
«
11/60
«
« 30.
«
«
12 5
14/71
«
c
8/45
«
« 30.
«
1 45
P-
14/oo
«
«
«
6/94
«
« 25.
Juli
«
11 30
a.
13/oo
«
«
«
8/33
« 25.
<
«
2 0
P-
18/22
«
«
«
6/28
«
« 26.
€
«
12 62
15/21
«
«
8/00
«
« 31.
«
10 64
a.
11/68
«
«
«
8/86
«
« 28.
August
«
11 4
a.
12/47
«
«
«
9/04
«
« 9.
Septbr.
12 34
12/42
«
«
6/7B
«