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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1889 No. 1 —
Die Zeit des Hülfsarbeiters des Direktors wurde auch in dem Berichts-Jahre in ganz erheblicher
Weise durch die von Sr. Excellenz dem Herrn Staats-Sekretär angeordnete Fortführung der Untersuchung
über das Verhalten der Chronometer in verschiedenen Feuchtigkeits-Graden in Anspruch genommen. Da
diese Untersuchungen jedoch erst im Jahre 1890 zum Abschlüsse gebracht werden konnten, so wird an
dieser Stelle von einem Berichte darüber abgesehen werden müssen. Es mag für jetzt genügen, auf das
zu verweisen, was darüber im XI. Jahres-Berichte (Seite 42—45) gesagt worden ist.
Die Pendeluhr Knoblich 2090, welche sich im Ganzen vorzüglich bewährte, war fortlaufend Gegenstand
eingehender Untersuchungen und Studien. Auch die Resultate hierüber sollen später veröffentlicht werden.
Die Uhr wurde fortlaufend zu den Zeitübertragungen von der Sternwarte benutzt, und zwar selbst dann
noch, als durch direkte Leitung von der Sternwarte nach den Chronographen der Seewarte die Notirung
der Pendeluhr Tiede (mit luftdichtem Verschluss) der Sternwarte in Hamburg möglich geworden war. Die
direkte Verbindung wurde gegen Ende des Jabres ausgeführt.
Der Hülfsarbeiter der Seewarte hatte im Laufe des Berichts-Jahres eine Reise von 21 Tagen an der
Ostseeküste auszuführen, und zwar zwischen Stettin und Memel, zu Zwecken der Bestimmung der Werthe
der magnetischen Elemente an verschiedenen Punkten, in Anschluss und Ergänzung der im Vorjahre von
Dr. Neumayer ausgeführten Beobachtungen (XL Jahres-Bericht, Seite 32).
Unter der Leitung des Direktors wurden von dem Kandidaten A. Mahlke mit dem Apparate der
Seewarte Pendel-Beobachtungen zu Zwecken der Bestimmung der Schwerkrafts-Konstante ausgeführt. Die
selben zogen sich auch noch in das Jahr 1890 hinein, und wird darüber an geeigneter Stelle berichtet
werden.
Es wurde schon der eingehenden, unter der Leitung des Direktors ausgeführten Untersuchungen auf
dem Gebiete der Anemometrie des Herrn Hugo von Hasenkamp gedacht, sowie, dass das Resultat der
Arbeiten desselben im nächsten Jahrgange des „Aus dem Archiv“ veröffentlicht werden soll.
Die in dem letzten Jahres-Berichte erwähnte Untersuchung des Direktors über die Theorie des Erd
magnetismus von Gauss wurde auch im Berichts-Jahre erheblich gefördert und die Berechnung auf
35 Konstanten ausgedehnt (auf Glieder fünfter Ordnung). Siehe Jahres-Bericht XI, Seite 45.
Der Zeichner des Institutes. Dem Zeichner des Institutes war auch im Laufe des Berichts-Jahres
Herr Karl Fehse zur Unterstützung in dessen vielseitigen Arbeiten beigegeben. Ausser der laufenden Arbeit
leistete derselbe gelegentlich Hülfe bei der Herstellung der Karten für die Vierteljahrs-Rundschau. Die
Fertigstellung der von Dr. Neumayer entworfenen Karten der Deklination, Inklination und Horizontal-
Intensität (Maassstab 1:37 000 000) wurde demselben anvertraut, sowie von ihm auch eine Karte der
Linien gleicher magnetischer Total-Intensität in orthographischer Horizontal-Projektion auszuführen war.
Ausserdem hatte Herr Fehse eine Karte vom Indischen Ozean für den Atlas zum Segelbandbuch zu
graviren, mehrere Üebersichts-Karten für Flaschenposten und Reiserouten zu entwerfen.
Im Nachfolgenden wird ein Verzeichniss der Arbeiten und ein Bericht über die Thätigkeit des
Zeichners H. Denys gegeben:
* Ausser kleineren Arbeiten, als;
2 Karten zur Veranschaulichung der Katastrophe von Apia,
mehrere Karten mit magnetischen Linien,
Karte der Signalstellen der Seewarte für die neuerschienene Instruktion,
3 Karten zu den magnetischen Aufnahmen von Dr. Schaper
und der alljährlich vorkommenden Herstellung von Formularen etc.,
sind an Zeichnungen, deren Anfertigung längere Zeit in Anspruch nahm, zu nennen:
1) Eine Weltkarte in Orthographischer Horizontal-Projektion,
2) ein 4Dm grosses Wetterkarten-Tableau des Sturmes am 14. und 15. Oktober 1881,
8) 3 Karten Luftströmungen des Indischen Ozeans.
Als laufende Arbeiten sind ferner aufzuführen:
1) Die täglichen Wetterkarten,
2) die gewöhnlich 2monatlich erschienenen Korrekturen und Nachträge zu denselben,
3) Karten zur Vierteljahrs-Rundschau über die Witterung des Nordatlantischen Ozeans und
4) die 14 tägig ausgeführten Seekarten-Korrekturen, worüber die folgende Uebersicht;