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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1912.
Handelsverkehr. Die Einfuhr besteht aus Kohlen, kleinen Mengen Koks,
Ziegelsteinen und Bauholz. Die Ausfuhr besteht aus Kupfererz und kupfer-
haltigem Manganerz. Im Jahre 1910 wurden 5000 t Kohlen und 500 t Koks
eingeführt.
Dampferlinien. Die Dampfer der Pacific Steam Navigation Co., der Com-
pania Sud-Americana de Vapores en El Pacifico und die von Me. Auliffe sowie
die Dampfer anderer chilenischer Dampferlinien laufen den Hafen regelmäßig
jede Woche an und befördern Post und Küstenladung. Eine schmalspurige
Eisenbahn führt nach Carrizal Alto und Yerba Buena,
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen. 300 t australischer Kohle sind ge-
wöhnlich zum Preise von 17 $ 50 ec per t zu haben und werden in Leichtern
längsseit gebracht. Frischer Proviant, wie Fleisch, ist in kleinen Mengen
erhältlich, Grünwaren kann man von den anlaufenden Küstendampfern kaufen.
Die Preise dafür sind aber hoch, Andere Schiffsausrüstung kann man nicht
erhalten. Wasserversorgung, Von der Eisenbahn kann man Quellwasser zum
Preise von 2.5 c Gold die Gallone erhalten. Es wird mit Tankwagen aus dem
Innern gebracht, ist aber nicht gut. Am Platze kondensiertes Wasser ist nur
wenig vorhanden, Ballast. Sand mit Steinen vermischt kann man zum Preise
von 2sh 6 d per t von der Eisenbahn erhalten, muß ihn aber mit eigener Mann-
schaft aus dem Leichter einschaufeln,
Auskunft für den Schiffsverkehr. Ein deutsches Konsulat ist nicht am
Orte; auch Agenten des Germanischen Lloyd und deutscher Dampfergesell-
schaften sind nicht vorhanden. Für die oben angeführten Schiffe war A. Olivares
Agent. Ein Seemannskrankenhaus befindet sich in Carrizal Alto, Kranke
Seeleute wurden dort zum Preise von 2 $ per Tag und Mann aufgenommen.
Mannschaftsentweichungen kommen gelegentlich vor. Einrichtungen zur
Kompaßregulierung sowie zum Vergleich und zur Untersuchung meteoro-
logischer und nautischer Instrumente sind nicht vorhanden, Seekarten
und nautische Bücher muß man von Valparaiso beziehen,
Fahrt durch den Beagle-Kanal.
Bericht des Herrn P. Vollrath, II. Offizier des D. »Blücher«, Kapt. W. Witt,
An Karten und Segelanweisungen sind an Bord benutzt worden: Brit. Adm-Krt. Nr. 1332, Strait of
Le Maire; Nr. 1373, Tierra del Fuego; Nr. 3424, Beagle Channel, Cape San Pio to Gable Island;
Nr. 3425, Beagle Chamel, Gable Island to Lapataia Bay: Nr. 1306, Plans in Barbara Channel; Franz.
Adm-Krt. Nr. 4042, Passes de I/’Ile Gable; Chil. Adm-Krt, Nr. 136, Bahia i Entradas de Uchuaia;
Nr, 143, Paso Timbales; Nr. 98, Canal Beagle, ferner die argent. Skizze Canal Cockburn. Brit. South
American Pilot, 2. Ed. 1905 mit Suppl. 1911 und »Der Pilote«, Bd, I, S. 242,
Die Straße Le Maire.
Am 19. Februar 1912 um 8% V peilte Kap San Diego rw. 251° (mw, SW7/,W),
61/, Sm entfernt; es wurde im Abstande von 4!/, Sm passiert und dann rw. 215°
(mw. SzW5/,W) gesteuert. Der schiffähnliche Felsen bei dem Kap Good Success
war schon auf 11 Sm Entfernung davon gut auszumachen, South Head wurde
im Abstande von 21, Sm passiert und darauf wurde rw. 235° (mw. SW1/8S) ge-
steuert; dabei kam New-Eiland gleich nach dem Passieren von South Head
durch, Den schiffähnlichen Felsen passierten wir dann im Abstande von 21/, Sm
und darauf wurde der Kurs rw. 251° (mw. SW7/,W) genommen. Der 792 m hohe
Bell Mount, der schon von der Straße Le Maire aus gesehen wurde, bildet mit
seinen schroffen Formen eine gute Landmarke. Der Strom setzte uns in der
Straße Le Maire SSW, mit 4 Kn Gewindigkeit; in deren nördlichem Teile war
starke Stromkabbelung.
Die Südküste von Feuerland.
Nach dem Passieren von Kap Good Success in 21/„ Sm und Bell Mount in
5 Sm Abstand wurde rw. 255° (mw. SWzW1/,W) gesteuert. Die Südspitze der
Pieton-Insel und die schneebedeckten Gipfel der Insel Navarin kamen schon in