accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1922

16 
Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1922. 
I. Öffentliche Wetterdienststelle Hamburg und landwirtschaftlicher Wetterdienst. 
Bemerkenswerte Änderungen sind im öffentlichen Wetterdienst nicht ein 
getreten. 
Der „Zehntägige Witterungsbericht für die Landwirtschaft“ erfuhr inso 
fern eine Erweiterung, als die Zahl der Mitarbeiter erheblich vermehrt und 
dadurch eine eingehendere Bearbeitung des Textteiles ermöglicht wurde. 
m. Die Wetterwarte Königsberg. 
Die Wetterwarte Königsberg gibt regelmäßig Wettervorhersagen für die 
Provinz Ostpreußen aus und versieht den Sturmwarnungsdienst für die ost 
preußische Küste und das Memelgebiet. Wie bisher, wurden auch im Berichts 
jahre die Prognosen und Sturmwarnungen für die Schiffahrt von der Funkstelle 
der Marineleitung in Pillau drahtlos verbreitet. Am 1. Oktober wurden die 
Diensträume vom Schloß in das neue Verwaltungsgebäude auf dem Flugplatz 
Devau verlegt und der Wetternachrichtendienst für den Flugverkehr von der 
Wetterwarte mit übernommen. Gleichzeitig wurden auch die meteorologische 
Beobachtungsstation, die bisher am Ostbahnhof eingerichtet war, und die F-T.- 
Station, die bisher bei der Drachenwarte Cranz untergebracht war, bei der 
Wetterwarte auf dem Flugplatz Devau aufgebaut. 
n. Die Drachenwarte Cranz, 
Die Drachenwarte Cranz, deren Einrichtung auf dem neuen Gelände bei 
Wosegau vollendet war, führte bis Ende September, soweit die Witterungsver 
hältnisse es gestatteten, regelmäßig Drachen- und Pilotaufstiege aus. Vom 
1. Oktober ab konnten wegen der erforderlichen Betriebseinschränkung nur noch 
Pilotaufstiege bei der Wetterwarte Königsberg ausgeführt werden. 
o. Die Drachenwarte Cuxhaven-Alienwalde. 
Die Drachenwarte errichtete mit eigenem Personal aus den Trümmern 
der durch den schweren Sturm am 23. Oktober 1921 niedergerissenen Ballon 
halle einen Drachenschuppen, baute im Obergeschoß des Stationsgebäudes eine 
Familienwohnung aus, legte eine Telephonverbindung zwischen ihren drei 
Gebäuden in 300 m Ober- und 350 m unterirdischer Leitung. Inventar- und 
Materialbeschaffungen waren kaum möglich, da der Haushalt der Drachenwarte 
für 1922 stark vermindert war. Aus diesem Grunde wurde auch das Personal 
auf weniger als die Häfte verringert, und die Aufstiege und Arbeiten vom 
1. Oktober ab erheblich eingeschränkt. Bestehen blieb die Ergänzungsstation, 
die Abgabe der Wetternachrichten an die Cuxhavener Zeitung und die Verbrei 
tung der Pilot- und Drachenaufstiege durch die Funkstelle Nordholz. Im Sommer 
halbjahr wurde ein Pilotaufstieg bereits um 5 Uhr früh für den Luftverkehr 
angestellt. Die Aufnahme der Obs-Telegramme von Königswusterhausen durch die 
Funkstation Nordholz war nicht ganz so zuverlässig wie der Bezug durch die Post. 
p. Die Wetterwarte Swinemünde. 
Innerhalb des Berichtsjahres konnte die im August des Vorjahres nach 
ihren neuen, besser geeigneten Diensträumen verlegte Wetterwarte ihren Wir 
kungskreis erweitern und ihrer Aufgabe in zunehmendem Maße gerecht werden. 
Zahlreiche anerkennende Schreiben aus den Kreisen der Landwirtschaft, des 
Handels, der Industrie, der Schiffahrt usw. beweisen, daß ihre Tätigkeit allge 
mein anerkannt wird. Der Auskünfte- und Beratungsdienst auf Anfrage, beson 
ders von Reedereien und Kapitänen, aber auch von Sportvereinigungen, Be 
hörden u. dgl. gestaltete sich im Berichtsjahre äußerst rege. 
Die Zahl der Empfänger der täglichen Wetterkarte schwankte je nach 
der Jahreszeit zwischen 40 und 60. 
Neben dem bereits bestehenden Vorhersagendienst übernahm die Wetter 
warte seit dem Frühjahr den Windwarnungsdienst für die Gruppen II bis IV 
der deutschen Küsteneinteilung; Reedereien und teilweise auch Behörden haben 
um stetige, unmittelbare telephonische Übermittlung der Windwarnungen ersucht. 
Die Zahl der Besucher der Wetterwarte überstieg in diesem Jahre 50.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.