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Full text: Jahresbericht 1922

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1922. 
Auf Ansuchen der Reichsmarineleitung wurde für das „Seehandbuch, 
Westindien II. Teil“ eine Karte der Flutstundenlinien des Golfes von Mexiko und 
des Karibischen Meeres hergestellt. 
Vom 16. Juli bis 12. August 1922 hat der wissenschaftliche Hilfsarbeiter 
Michaelis an einer von der Reichsmarineleitung und dem Institut für Meeres 
kunde veranstalteten Untersuchungsfahrt auf dem Vermessungschiff „Panther“ 
teilgenommen; Gegenstand der Untersuchungen waren Strom- und Tidenhub 
messungen in der offenen Nordsee. Die Messungen wurden getätigt in Fort 
führung der seinerzeit zwischen dem Institut für Meereskunde und der Deutschen 
Seewarte vereinbarten Erforschung der Gezeiten der Nordsee. 
h. Bericht über die Tätigkeit des Feinmechanikers. 
Die dienstliche Tätigkeit des Feinmechanikers erstreckte sich auf die 
Instandhaltung und Reinigung der Instrumente und Apparate im Hauptgebäude, 
in Abteilung IV und beim Hafendienst der Deutschen Seewarte. 
Nach der Einrichtung der Werkstatt wurden an Neuarbeiten geliefert: 
1 Vollkreistransporteur zur Zeichnung von Strompfeilen, 1 Schaltwerk für den 
Zahlenpegel im Gezeitenraum, 1 Aufwickelvorrichtung für Papier am Tischpegel, 
1 Maßstab zum Prüfen von Positionslaternen, 1 Kollimator, 1 Verschlußklappe 
am Mastfernrohr, 6 Lampensockel, 12 Sicherungshalter. 
Wieder betriebsfertig gemacht wurden 1 Thermographenuhrwerk, 1 Lauf 
gewichtsbarographenuhrwerk, 2 Strommesser, 1 Sextantenprüfinstrument, 1 Reise 
theodolit, 1 Mastfernrohr, 1 Wendelkollektor, 2 Kollimatoren und verschiedene 
kleinere Sachen. 
Ferner wurde ein großer Teil der Zeit zum Glätten und Lacken und zum 
Versilbern von Messingteilen der Gezeitenrechenmaschine verwandt. 
VH. Bericht über die Tätigkeit der Abteilung III. 
Pflege der Witterungskunde, der Küstenmeteorologie und Sturmwarnungen 
in Deutschland. 
a. Herausgegebene Arbeiten. 
Siehe Abschnitt XIII, Nr. VI bis X. 
b. Wettertelegraphie. 
Das Nachrichtengebiet, das drahtlos zugänglich ist, hat sich außerordent 
lich erweitert. Außer dem Hinzutreten der Station Mygbugden auf Grönland, 
dem regelmäßigen Eingang isländischer Beobachtungen, ermöglichen Schiffs 
meldungen vom Atlantischen Ozean und 30 täglich eingehende amerikanische 
Beobachtungen die Zeichnung einer Wetterkarte für das nördliche Amerika, den 
Ozean und Europa. 
In der Verbreitung der von der Seewarte herausgegebenen Sammelfunk 
sprüche trat ein wesentlicher Fortschritt durch die Herstellung einer störungs 
freien Ferntastung des Königswusterhausener Senders von der Seewarte aus ein. 
Es werden jetzt die deutschen wie die europäischen Sammeltelegramme unmittel 
bar von der Seewarte über Königswusterhausen, beginnend 1 Stunde 40 Minuten 
nach der Beobachtungszeit, verbreitet. 
Seit September wird das für die Schiffahrt bestimmte Funkwettertelegramm 
von Norddeich neben der drahtlos-telegraphischen Verbreitung auch drahtlos-tele 
phonisch gesendet. 
c. F-T.-Station der Deutschen Seewarte. 
Der Empfangsbetrieb wurde durch Ausbau des Rahmenempfangs ver 
bessert. Der Sendebetrieb, der durch den Ausbau und die Einführung der 
Ferntastung des Königswusterhausener Senders aufgenommen worden ist, wurde 
durch Verwendung eines Wheatstone-Senders und den Einbau einer Mithör 
kontrolle vervollkommnet.
	        
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