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Full text: Jahresbericht 1930

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Jahresbericht der Deutschem Seewarte für 1930. 
der Hand gegeben worden war, durch das Kabel geleitet werden konnte. Die Firma 
W. Bröcking vollendete ferner den Umbau des bisher in Nauen befindlichen 
älteren Koinzidenzsignal-Gebers auf die neue internationale Signalform. Nach 
Aufstellung und Eingliederung in die Anlage ist derselbe einer eingehenden 
Prüfung zum Zwecke der Beseitigung der früheren störenden Gangänderungen 
während des Signals unterzogen worden. Dieses Instrument findet nunmehr als 
Keservegeber Verwendung. 
Die neue Hauptsignalgeberanlage geht ihrer Vollendung entgegen. Zwei im 
Bestände der Seewarte befindliche Glashütter Sekundenpendeluhren wurden von 
der Firma Bröcking mit Pendelkontakten nnd einigen anderen notwendigen Ein 
richtungen versehen, so daß sie in Zukunft als Signalhauptuhren Verwendung 
finden können. Die Prüfung dieser Uhren, die im Uhrenkeller Aufstellung ge 
funden haben, hat begonnen. Die Ausführung des eigentlichen Signalgebers, der 
in allen Teilen von Dr. Repsold durchkonstruiert worden ist, wurde den Chrono 
meterwerken G. m. b. H.-Hamburg übertragen. Über die getroffenen, großenteils 
neuartigen Einrichtungen wird an anderer Stelle ausführlich berichtet werden. 
E. Treusein baute die Zeitsignalempfaxigsanlage weiter aus, auch mit Rück 
sicht auf den Empfang kurzwelliger Zeitsignale. Eine zweite kleinere Antenne 
für den Empfang von Zeitsignalen kurzer und mittlerer Wellenlänge wurde auf 
dem Dach der Abteilung IV angebracht. — Die Betriebsspannung der Zeitdienst 
anlage wurde zur Erleichterung der Funklöschung an den Uhr- und Relais 
kontakten und zur Verringerung des Spannungsverlustes in den Leitungen von 4 
auf 8 Volt erhöht. Eine an sich wünschenswerte weitere Erhöhung ließ sich wegen 
der zahlreichen früher auf 4 Volt abgestimmten Relais usw. nicht durchführen. 
Gleichzeitig wurden sämtliche Kontakte mit Funklöschung versehen und die 
Schaltung so geändert, daß alle Stromkreise aus einer Batterie versorgt werden. 
In der astronomischen Hütte wurde ein. Kontrollrelais aufgestellt, um während 
der Beobachtung das Arbeiten des Chronographen überwachen zu können. — 
Die im Uhrenkeller befindlichen Hauptuhren (2 Riefler, 2 Glashütter) gaben zu 
Beanstandungen und Eingriffen keinen Anlaß. 
d) Lichtzeitsignale. Zeitdienst der Hauptagenturen. 
Die Lichtzeitsignalanlagen in Emden, Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, 
Stettin und Swinemünde arbeiteten einwandfrei (die Bremerhavener erst nach 
Überwindung einiger Schwierigkeiten). Die Anzahl der auftretenden Störungen 
war sehr gering und spielte praktisch keine Rolle. Die Genauigkeit der Abgabe 
blieb in den erwarteten Grenzen und überschritt wenige Zehntel der Sekunde im 
allgemeinen nicht. Die für Kiel auf dem Turm des Verwaltungsgebäudes des 
Marinearsenals geplante Lichtzeitsignalanlage, die die Stadtseite und Innenförde 
gut beherrscht hätte, wurde leider nicht bewilligt. Der von der Hauptagentur 
ausgelöste Mittagsschuß, der mit dem 1. Oktober fortgefallen war, wurde auf 
Beschwerde des Kieler Nautischen Vereins am 1. November wieder eingeführt. 
Die Zeitdienstanlage der Kieler Hauptagentur wurde einer weitgehenden 
Erneuerung und Verbesserung unterzogen. Die vielen alten Batterien wurden 
entfernt und durch zwei neue, gegeneinander umschaltbare, 8 Volt-Batterien ersetzt. 
Zum Laden dieser Batterien und zur Ausführung der Uhrvergleichungen wurden 
Schalttafeln gebaut und angebracht, fast alle Leitungen neu verlegt, ein neues 
Empfangsgerät für Aufnahme der Zeitsignale aufgestellt und eine neue Antenne 
gezogen. Die Zeitdienstanlage der Hauptagentur ist nunmehr so weit vereinfacht 
und verbessert, daß sie auch von technisch nicht vorgebildetem Personal bei 
einigem Verständnis leicht bedient werden kann. 
e) Chronometer- und Uhrenprüfungen. 
Die 53. Wettbewerbprüfung für Chronometer wurde Anfang März abge 
schlossen. Es bestanden von 36 eingelieferten Instrumenten 32 — eins war wegen 
Verkaufs zurückgezogen gewesen, die übrigen 3 genügten den Bedingungen nicht. 
Die 54. Wettbewerbprüfung begann wie üblich am 1. November. Die Zahl der 
eingelieferten Instrumente (41) war auch in diesem Jahre dem Vorjahre gegen
	        
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