Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1930.
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baren Kosten führten Anfang Februar zur Anstellung des Feinmechanikers
E. Schütt und zur Schaffung einer kleinen, besonders für Uhrenreparaturen eingerichteten
Werkstatt. — Am 1. August konnte ferner der Astronom Dr.
H. C. Freiesieben angestellt werden, dem die Bearbeitung des Gebietes der nautischen
Astronomie und der Funkortung zufällt und der sich am Nauener Zeitdienst
beteiligt.
b) Nauener Zeitsignal.
In der Aussendung der Nauener Zeitsignale und der Übertragung durch
andere Sender trat eine Änderung nicht ein. Die Nauener Aussendung erfolgte
nur mit der Wellenlänge 18 130 m. Vor- und Hauptsignal wurden um 0 Uhr
MGZ. durch die Küstenfunkstelle Norddeich und um 12 Uhr durch den Deutschland-Sender
in Königswusterhausen übertragen; beides tönend ungedämpft auf
Welle 1635 m. Außerdem übertrugen um 12 Uhr die deutschen Rundfunksender
das Hauptsignal. Die von einigen Seiten geforderte Übertragung auch des
Koinzidenzsignals durch den Deutschland-Sender, die Küstenfunkstelle Norddeich
und die Rundfunksender, ließ sich leider nicht durchsetzen. Auch dem immer
stärker hervortretenden Wunsch nach einer Aussendung der Nauener Zeitzeichen
auf kurzen Wellen konnte bis jetzt nicht entsprochen werden, da es an Geldmitteln
für Aufbringung der Gebühren fehlte. Die Bestrebungen, dieses sowohl
für die Nautik wie für die geodätischen Wissenschaften wichtige Ziel zu erreichen,
werden jedoch fortgesetzt.
Die endgültigen Verbesserungen der Nauener Onogo- und Koinzidenzsignale
wurden wie bisher üblich zunächst im Beobachtungszirkular der Astronomischen
Nachrichten veröffentlicht. Seit Anfang des Berichtsjahres werden diese Verbesserungen
außerdem in monatlichen Tabellen im Hauptblatt der Astronomischen
Nachrichten wiedergegeben. Diese Tabellen enthalten außerdem die Signalaufnahmen
anderer Sender: ab 1. Januar das durch den Eiffelturm auf Welle 2650 m
verbreitete Koinzidenzsignal, dazu kamen ab 1. Juli das Ko-Signal von Rugby
und ab 1. September dasjenige von Bordeaux. Die Aufnahme von Zeitsignalen
anderer entfernterer Stationen, besonders auch von Kurzwellensignalen, wurde
vorbereitet. Die Tabellen enthalten ferner Korrektionen zum Übergang auf das
Eichelbergersche Fundamentalsystem und die in den Zeitbestimmungen bereits
angebrachten kurzperiodischen Mondglieder. Monatliche Tabellen der Verbesserungen
der Nauener Signale wurden wie bisher in den Annalen der Hydrographie
und den deutschen Uhrmacherfachzeitschriften veröffentlicht. Der Berechnung der
endgültigen Verbesserungen der Nauener und der übrigen Signalaufnahmen lagen
56 astronomische Zeitbestimmungen zugrunde, die in der Hauptsache von E.Treusein
und H.C. Freiesieben ausgeführt wurden. Die Beobachtungen erfolgten mit dem mit
unpersönlichem Mikrometer ausgerüsteten Durchgangsinstrument der Seewarte.
Von den 730 zu erwartenden Signalen des Jahres überschritten die Fehler in
80 °/ 0 der Fälle den Betrag von 0.1 s nicht, 14 °/ 0 blieben zwischen O.H und 0.2 S
und nur 3Ü 2 % überschritten 0.2 S . Ausfälle und grobe Störungen traten in 2 1 / 2 °/o
aller Fälle auf. Hauptsignale sind 16 ausgefallen, Koinzidenzsignale 11. Die
Ursachen waren verschiedener Natur; einige der auf Kabelstörungen beruhenden
Ausfälle während der Nacht hätten vermieden werden können, wenn die Funkstation
wie in früheren Jahren zur Signalzeit besetzt gewesen wäre. In Störungsfällen,
die sich voraussehen ließen, mußte daher in Abteilung IV Nachtdienst versehen
werden. Das Jahresmittel der Fehler der störungsfrei abgegebenen Signale
erreichte den Wert 0.065s. — wie bisher unterstützte das geodätische Institut in
Potsdam den Zeitdienst der Seewarte durch Übersendung von Telegrammen nach
den dort angestellten Zeitbestimmungen.
c) Zeiidiensteinrichiungen.
Die Ende des Jahres 1929 begonnene Umgestaltung des technischen Betriebes
wurde zu Anfang des Berichtsjahres zu Ende geführt. Sämtliche Signalgeber
wurden von Nauen übernommen und nach Überholung und Ausführung einiger
Änderungen auf der Seewarte aufgestellt, so daß ab 17. Januar das Hauptsignal
und ab 8. Februar auch das Vorsignal, das in der Zwischenzeit von Nauen aus mit