a)
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1910.
Anders liegen die Verhältnisse auf der südlichen Route, Hier zerren sich
die von den einzelnen Schiffen eingeschlagenen Kurse weit auseinander, der
Schiffsweg verteilt sich oft über 9 bis 10 Breitengrade; daher ist für ein Ein-
gradfeld nur ein kleiner Teil der beobachtenden Schiffe maßgebend. Ein weiteres
Moment ist, daß in diesen Breiten fast immer die beständigen, mit einer Stärke
von 7 bis 8 Beaufort wehenden Westwinde angetroffen werden, so daß die Schiffe
das Eingradfeld sehr schnell durchsegeln und nur 1 bis 2 Beobachtungen an-
stellen können; anderseits bewirken wieder Mallungen und widrige Ostwinde in
jenen Breiten zeitweise eine Anhäufung von Beobachtungen.
Die einzelnen Eingradfelder müssen mit benachbarten Feldern zusammen-
gefaßt werden, um für größere Flächen diskutierbare Werte zu ergeben. Bei
dieser Zusammenfassung wurde auch dem Umstand Rechnung getragen, daß die
Verläßlichkeit der Mittel für die einzelnen Eingradfelder je nach der Zahl der
beteiligten Schiffe schwankt, z. B. im Eingradfeld: 39° bis 40°5S, 2° bis 3° W.
Monat: November.
‚Journal-
Nummer
3921
1025
1076
1367
Jahr
1592
SQ.
Tag
11.
26.
10.
11,
21
Stunde
EhN
12h N
4b V
ShV
12bR V
AAN
SaN
Wasser-
temperatur
11.1°
13.6°
9.99
10.0°
11.0°
11.8°
11.99
11.1°
‚
AMlittel
11.2°
11.59!
|
Wind
W
WNW
WSW
WSW
WNW
W
W
WNW
Stärke
In beiden Jahren lagen dem Mittel für das Eingradfeld vier Einzelbeob-
achtungen zugrunde, und doch muß das Ergebnis für das Jahr 1892 als besser
verbürgt angesehen werden. Denn selbst in einem verhältnismäßig so kleinen
Raum, wie ihn das Eingradfeld darstellt, ist ein Temperaturgradient vorhanden,
der besonders auf dem südlichen Schiffswege und namentlich in Gebieten, wo
verschieden temperierte Wassermassen zusammenstoßen, eine ziemliche Größe
erreichen kann. Außerdem kann sich die Temperatur des Meerwassers innerhalb
desselben Monats beträchtlich ändern, Vorherrschende südliche Winde werden
einen größeren Zufluß kalter Wassermassen aus dem Süden zur Folge haben,
wogegen bei vorherrschend nördlichen Winden warme, von Norden kommende
Wassermassen die Oberhand gewinnen. Es kann sich hieraus schon eine ziemlich
große monatliche Schwankung ergeben. Auf dem südlichen Schiffswege wird
diese Schwankung wegen des häufigen Aufeinanderfolgens von südlich und
nördlich gerichteten Winden ein Maximum erlangen.
Tatsächlich lagen nun die Verhältnisse so im November 1892. Während
in der ersten Hälfte des Monats November das Eingradfeld von südwestlichen
Winden beherrscht wurde, die eine stärkere Zufuhr von Wassermassen aus süd-
lichen, kälteren Gegenden und damit eine bedeutende Temperaturerniedrigung
zur Folge hatten, wurden diese gegen Ende des Monats von mehr nördlicher
gerichteten Luftströmungen abgelöst, weshalb die nach Norden fließenden kalten
Wassermassen zeitweilig zurückgedrängt wurden, und warmes Wasser aus niederen
Breiten zur Geltung kam, das die für das Eingradfeld relativ hohe Temperatur
von 13,6° C. bedingte.
Es kann weiterhin in der Gewinnung und Anstellung der Beobachtungen
selbst eine Fehlerquelle liegen, die bei einer größeren Anzahl von beobachtenden
Schiffen mehr oder minder verdeckt wird. Bei dem für das Jahr 1892 erhaltenen
Novembermittel sind alle diese Momente berücksichtigt, während dies nicht der
Fall ist bei dem von 1894, das eigentlich nur den Wert einer der für 1892