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Volltext: Jahresbericht 1929

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1929. 
5. Wissenschaftliche und Lehrtätigkeit. 
Das Personal der Wetterwarte Hannover nahm an dem Forschungsleben 
des Mutterinstitutes den gebührenden Anteil. Dr. Eckardt ging im Januar mit 
der 10. Forschungsfahrt der Seewarte hinaus nach Westafrika, um auch dort 
durch Windmessungen die wissenschaftlichen Unterlagen für den Ozean-Luft 
verkehr zu erweitern. Dr. Kantzenbach hatte als Flugmeteorologe auf Island 
Gelegenheit, die dortigen Wetterverhältnisse zu studieren. Beide Meteorologen 
sind zur Zeit mit der Bearbeitung ihrer Forschungsresultate beschäftigt. 
Zur Ausbildung im Wetterdienst wohnten die Beamten der Luftpolizei ab 
wechselnd in Lehrgängen von drei Wochen dem gesamten Betriebe der Flug 
wetterwarte bei. Diese Unterrichtszeit erwies sich als sehr fruchtbringend, da 
die im Sommer von den Beamten auf den Außenstellen abgegebenen Wetter 
meldungen sehr an Wert gewannen. 
Bei der Jungfliegergruppe Hannover wurden von Dipl.-Ing. Baumann und 
Dr. Kantzenbach Vorträge über Wetterkunde gehalten. 
Durch den Besuch der meisten im Bezirk Hannover gelegenen Strecken 
meldestellen wurde die persönliche Verbindung mit diesen im Wetterberatungs- 
dienst so wichtigen Faktoren hergestellt. An diesen Besuchen beteiligten sich 
Dr. Pummerer, Dipl.-Ing. Baumann und Dr. Kantzenbach. 
d) Flugwetterwarte Hamburg. 
Einen schweren Verlust hat die Flugwetter warte durch den Tod ihres Leiters 
Dr. Burghardt zu beklagen, der nach kurzer Krankheit am 26. Januar verstarb. 
An seine Stelle ist zum 1. Mai Dr. Troll von der Wetterwarte Stettin nach 
Hamburg versetzt worden. Zum 1. Juni ist Dr. Schminke von Hamburg nach 
Fürth, am 20. August Dr. Wörner nach Königsberg versetzt worden. In die 
Stelle von Dr. Schminke ist Dipl.-Ing. Baumann von der Flugwetterwarte Han 
nover getreten, der jedoch infolge der Abkommandierung eines hannoverschen 
Meteorologen nach Island erst im Oktober nach Hamburg übersiedeln konnte; 
vertretungsweise wurde für ihn cand. Hankow eingestellt. Dr. Wörner ist durch 
Dr. Bringmann von der Wetterwarte Königsberg ersetzt worden. Von Ende 
Mai bis Ende August war cand. Wagner vertretungsweise auf der Flugwetter 
warte beschäftigt, Studienreferendar Frank von Mitte September bis Mitte 
Oktober. Gelegentlich der Beratung der Nachtpostflüge auf der Holland—Skan 
dinavienstrecke war vom 12. Juni bis 15. Juli Dr. Eckardt von der Flugwetter 
warte Hannover abkommandiert. 
Als in den Monaten Januar und Februar die starke Vereisung der Ostsee 
den Trajektverkehr nach Dänemark und Schweden lahmlegte, traten an den 
Flugverkehr — also auch an die Flugwetterwarte — besondere Anforderungen 
heran, da die Flugstrecke nach Kopenhagen täglich mehrere Male beflogen 
werden mußte. Es wird zur Zeit von Dr. Wörner untersucht, ob die Nebel 
verhältnisse, die besonders diese Strecke meteorologisch interessant und schwierig 
machen, durch die starke Auskühlung des Wassers der Ostsee beeinflußt wurden. 
Im Laufe des Jahres wurde der Flugverkehr gegen die früheren Jahre durch 
zwei hinzukommende ausländische Flugstrecken erweitert, von Antwerpen über 
Essen nach Hamburg (Belgien) und von Paris über Köln und Essen nach 
Hamburg (Frankreich). Ferner wurde die Strecke Hamburg—Magdeburg— 
Halle/Leipzig von der Lufthansa wieder neu beflogen. Im Laufe des Juni war 
die Beratung der probeweise eingesetzten Nachtpoststrecke Kopenhagen—Ham 
burg—Amsterdam und Amsterdam—Bremen—Kopenhagen von Hamburg zu be 
sorgen. Die Königlich Holländische Luftreederei (K. L. M.) dehnte den Betrieb 
auf die Sonntage aus. 
Als besondere in den Tätigkeitsbereich der Flugwetterwarte Hamburg- 
Fuhlsbüttel fallende Sonderveranstaltung ist der Internationale Europarundflug 
zu erwähnen. 
Der Nachbarflughafen Travemünde wurde wie in den früheren Jahren fern 
mündlich beraten, außerdem die Strecke Westerland—Flensburg—Kiel—Hamburg 
und bis zur Dienstaufnahme der Flugwetterwarte Norderney auch die Strecke
	        
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