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Volltext : Jahresbericht 1929

Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  1929.

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uhren  zeigten  einwandfreie  Gänge.  Das  sich  aus  den  Zeitbestimmungen  und
den  täglichen  Uhrvergleichungen  der  Hauptuhren  ergebende  wissenschaftlich
außerordentlich  wertvolle  Beobachtungsmaterial  kann  leider  Personalmangels
halber  nicht  weiter,  als  es  der  tägliche  Zeitdienst  erfordert,  ausgewertet  werden.
Eine  Verarbeitung  des  sich  mehr  und  mehr  anhäufenden  Materials  hätte  nicht
nur  wissenschaftliche  Bedeutung,  sondern  wäre  auch  für  den  praktischen  Zeitdienst ­
  sehr  von  Nutzen  und  würde  dessen  Genauigkeit  steigern.
b)  Zeitdienst  der  Hauptagenturen.  Einrichtung  der  Lichtzeitsignale.
Die  Umwandlung  der  alten  Zeitballanlagen  in  Lichtzeitsignalanlagen  nahm
auch  im  vergangenen  Jahre  die  Zeit  der  Abteilung  stark  in  Anspruch.  Die
Anlagen  der  fünf  noch  fehlenden  Stationen  Bremen,  Bremerhaven,  Cuxhaven,
Stettin  und  Swinemünde  konnten  im  Berichtsjahre,  teilweise  erst  nach  Überwindung ­
  ganz  außerordentlicher  Schwierigkeiten,  dem  Betriebe  übergeben  werden.
Über  Bremen  ist  bereits  im  vorigen  Jahre  berichtet  worden,  die  Anlagen  in
Bremerhaven,  Cuxhaven  und  Stettin  unterscheiden  sich  prinzipiell  von  der
Bremens  kaum.  Die  Auslöseuhren  befinden  sich  auf  den  Hauptagenturen,  die
mit  neuen  Funkempfangsanlagen  zur  Aufnahme  der  Zeitsignale  von  Nauen  und
Paris  ausgerüstet  sind.  Die  Auslösung  erfolgt  wie  in  Bremen  über  Postleitungen.
In  Swinemünde  hat  die  Deutsche  Seewarte  keine  Vertretung.  Auslösung  und
Betrieb  der  Lichtzeitsignale  werden  daher  hier  vom  Hafenbauamt  ausgeführt.
Empfangsanlage,  Auslöseuhr  und  Schalttafel  befinden  sich  in  Swinemünde  im
Verwaltungsgebäude  der  Staatswerft,  und  zwar  in  unmittelbarer  Nähe  des  die
Leuchte  tragenden  Turmes.  Postleitungen,  die  stets  eine  Quelle  von  Störungen
in  sich  schließen,  brauchen  also  hier  nicht  in  Anspruch  genommen  zu  werden.
B.  Uhrenprüfungswesen.
a)  Chronometer.
Die  52.  Wettbewerbprüfung  wurde  Ende  Februar  abgeschlossen.  Von  den
von  sechs  deutschen  Firmen  eingelieferten  26  Instrumenten  genügten  24  den
vorgeschriebenen  Bedingungen.  Bei  einem  Instrument  überstiegen  die  Gangschwankungen ­
  die  zulässige  Grenze,  bei  einem  anderen  der  Temperaturfehler.
Die  Form  der  Prüfung  war  dieselbe  wie  bei  der  51.  Wettbewerbprüfung.  Die
53.  Wettbewerbprüfung  wurde  am  1.  November  mit  35  Chronometern  begonnen,
die  von  acht  deutschen  Firmen  eingeliefert  worden  waren.  Die  Prüfungsordnung
blieb  im  Einvernehmen  mit  den  beteiligten  Chronometermachern  unverändert.
Die  sogenannte  große  Chronometerprüfung  (7  5  tägige  Prüfung  einschließlich
Temperaturprüfung)  bestanden  von  35  Chronometern  29.  Am  Schluß  des  Berichtsjahres ­
  befanden  sich  noch  16  weitere  Chronometer  in  Prüfung.  Die  kleine
Prüfung  (nur  bei  Zimmertemperatur)  wurde  bei  18  Instrumenten  abgeschlossen;
es  befanden  sich  außerdem  bei  Jahresschluß  noch  10  Instrumente  in  Prüfung.
b)  Präzisionstaschenuhren.
Die  Anzahl  der  zur  Prüfung  eingelieferten  Taschenuhren  ist  gegenüber  dem
Vorjahre  zurückgegangen.  Es  wurden  5  Uhren  der  „Goslarer  Prüfung“  unterworfen ­
  und  4  der  Hamburger  Prüfung,  die  in  diesem  Falle  Studienzwecke  halber
weitest  gehend  spezialisiert  wurde.  Zwei  weitere  Uhren  sind  einer  kleinen  Prüfung
unterzogen  worden.
c)  Prüfungsinstrumentarium.
Da  die  Kälteprüfung  der  Chronometer  und  Taschenuhren  in  Eisschränken,
wie  sie  seit  Beginn  der  Prüfungsarbeit  der  Deutschen  Seewarte  benutzt  worden
waren,  kein  einwandfreies  Verfahren  ist  —  denn  weder  die  Temperatur  kann
genügend  konstant  gehalten  werden,  noch  läßt  sich  die  Feuchtigkeit  von  den
Uhren  fernhalten  —,  wurde  ein  Elektrolux-Kühlschrank  angeschafft.  Dieser
mußte  allerdings  zunächst  mit  einer  automatischen  Temperaturregelung  versehen
werden,  da  eine  solche  von  der  Fabrik  nicht  mitgeliefert  wird.  Mit  dieser  in
der  Abteilung  selbst  hergestellten  Einrichtung,  die  derjenigen  der  Wärmekästen
ähnlich  ist,  erfüllt  der  Elektrolux-Kühlschrank  seine  Aufgabe  aufs  denkbar
            
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