Jahresbericht der Deutschen Beewarte für 1929.
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Ansgemustert wurden aus dem Bestände der Sammlung insgesamt 489 Karten.
Die Kartenberiehtigung nach den Nachrichten für Seefahrer im Jahre 1929
hatte folgenden Umfang:
Titel
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
XIII
XIV
Summe
Anzahl
485
194
639
176
363:
417
151
111
174
211
324
139
132
33
3549
Berichtigungen
o) Auskunfterteilung.
In 428 Fällen wurde teils schriftlich, teils mündlich oder telephonisch an
Schiffsführer, Seeämter, Reedereien, Gerichte und Privatpersonen Auskunft erteilt.
Einige dieser Auskünfte waren recht umfangreich und machten gründliches
Nachprüfen erforderlich.
p) Hafendienst.
Besucht wurden 962 Schiffe. An Bord gegeben wurden 925 meteorologische
Tagebücher, 250 Kapitäns-Fragebogen, 450 Stromformulare und 350 Flaschen
postenzettel.
Die Dienstbarkasse hatte, abgesehen von den Eisschwierigkeiten im Anfang
des Jahres, keine Betriebsstörungen.
q) Eisnachrichtendienst.
Der schwere Winter 1928/29 verursachte eine außerordentlich schwere
Behinderung der Schiffahrt in der Ostsee. Der Schiffsverkehr durch den
Kaiser-Wilhelm-Kanal und weiter nach der Ostsee hinein war vom 11. Februar
bis zum 16. März gänzlich geschlossen. Nach der Ostsee bestimmte Schiffe
mußten während dieser Zeit ihren Weg um Skagen und durch die Belte oder
den Sund nehmen. Auch dieser Weg war oft nicht möglich oder nur unter
großem Zeitverlust und unter Eisgefahren. Die Deutsche Seewarte hat sich
bemüht, durch Erkundigungsflüge von Flugzeugen, durch Meldungen von den
mit Dänemark und Schweden verkehrenden Fährschiffen, durch Meldungen von
Handelsschiffen, durch Herausgabe von täglichen Eisberichten, Eiskarten und
Verbreitung funktelegraphischer und funktelephonischer Eismeldungen der
Schiffahrt und der Wirtschaft zu dienen. Jedoch hat es sich im vergangenen
Winter gezeigt, daß eine Bereicherung des bei der Deutschen Seewarte ein
gehenden Nachrichtenmaterials dringend erforderlich ist, um einen Eisnachrichten-
und Warndienst durchzuführen, der es verhindert, daß Schiffe ungewarnt in die
Eisgefahren laufen. Dies kann nur erreicht werden, wenn auch die Handels
schiffe mehr, als es bisher geschehen ist, der Deutschen Seewarte Eisbeobachtungen
von See zuführen. Es ist zu hoffen, daß die katastrophalen Wirkungen der Eis
verhältnisse des vergangenen Winters einen kräftigen Ansporn zu einer engeren
und immer segensreicheren Zusammenarbeit mit den Schiffahrtskreisen geben.
Für den kommenden Winter sind auch die Feuerschiffe mit zum Eismeldedienst
herangezogen worden. Die Verwendung von Flugzeugen für den Eiserkundigungs
dienst wurde erheblich ausgebaut und eine Regelung mit der Marineleitung über
Eishilfsdienst getroffen.
V. Bericht über die Tätigkeit der Abteilung II.
(Instrumente und Schiffslaternen; Erd- und Schifismagnetismus;
Technische Navigation.)
a) Prüfung von Instrumenten und Schiffslaternen. Kotnpaßregulierungen.
Die in den folgenden Aufstellungen (Zii'f. 1 bis 3) enthaltenen Angaben be
ziehen sich ausschließlich auf solche Schiffslaternen und Instrumente, die den An
forderungen der Prüfung genügt haben und mit einem Prüfungsschein versehen
worden sind. Nicht berücksichtigt ist die Zahl der Prüfungsgegenstände, die
sich während der Prüfung als unzulänglich erwiesen haben. Die eingeklammerten
Zahlen bezeichnen die entsprechenden Angaben für das Jahr 1928.