Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1928.
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Außerdem erfolgte eine regelmäßige Veröffentlichung der Aufstiegsergebnisse
in den Aerologischen Berichten, herausgegeben vom Aeronautischen Observa
torium Lindenberg.
Während des ganzen Berichtsjahres sind keine Unfälle mit den Flugzeugen
eingetreten, bis auf einen Überschlag, den der Fokker D VII beim Landen aus
führte, als ihn eine Bö von 23 m/sec beim Ausschweben traf. Die erforder
liche Wiederherstellung des Flugzeuges konnte von der Luftaufsicht ausgeführt
werden. — Nur eine Außenlandung mußte im Dezember wegen unsichtigen
Wetters nach einem Höhenaufstieg in der Nähe von Farmsen ansgeführt werden,
bei der aber keine Beschädigung auftrat.
Im Oktober wurde eine 25 cm-Flugzeugkamera angeschafft, als wichtige
Ergänzung für die Verwertung der Augenbeobachtungen, damit auch besondere
Wolkenerscheinungen im Bild festgehalten werden können. Eine systematische
Wolkenphotographie ist für die Zukunft vorgesehen.
Während der Abwesenheit von Dr. Lohr — im März und April wegen
Urlaubs und im August wegen seiner Teilnahme an der Einweisungsfahrt B —
übernahm der Meteorologe F. Wagner vom Seeflugreferat die Vertretung. Von
Ende Februar bis Anfang Mai war der Studierende der Ingenieurakademie
Oldenburg, Ernst Markmann, bei der Flugstelle als Volontär tätig.
Die wissenschaftliche Flugstelle wurde durch den Besuch einiger deutscher
und ausländischer Gelehrter beehrt, von denen genannt seien: Bergeron,
Cannegieter, Neguentzoff, Schmidt-Wien, Sverdrup. Außerdem besuchte noch die
Besatzung der „Carnegie“ und der Naturwissenschaftliche Verein die Flugstelle.
Die wissenschaftliche Aufarbeitung des gesammelten Beobachtungsmaterials
litt sehr unter dem Personalmangel, da die Flugstelle nur über einen Meteoro
logen verfügt und über eine als Flugzeugführer tätige technische Hilfskraft.
XII. Bericht über die Tätigkeit der Abteilung (H) Ozeanographie.
Bei den meereskundlichen Beobachtungen der Seewarte auf deutschen Feuer
schiffen war es nach langer Zeit im Berichtsjahr erfreulicherweise möglich, zur
Überprüfung dieses Dienstes einen Besuch durch Sachverständige ausführen zu
lassen, und zwar wurden revidiert: Elbe IV, Elbe I, Außen-Eider, Amrum-Bank,
Weser, Bremen, Norderney und Borkum F. Sch. durch Kapt. Hat je, Adlergrund
durch Prof. Schott. Ein künftig mindestens alljährlicher Besuch bleibt wünschens
wert. Die Jahrgänge der Ergebnisse der angestellten Messungen für 1924 und
1925 erschienen 1928 in einem 84 Seiten starken (ersten) Quartheft; es ist nur
direkt von der Deutschen Seewarte (RM. 6.—) zu beziehen. Die Ergebnisse für die
Jahrgänge 1926 und 1927 waren im Druck.
Was den Echolotapparat der Firma A. Behm-Kiel an Bord der „Orotava“
(N. D. Lloyd) betrifft, so liegen dank dem Interesse des Kapitäns Herrn E. Gebbert
einige weitere Berichte vor, die zwar ein im allgemeinen ausreichendes
Funktionieren auf den navigatorisch zunächst wichtigen Tiefen erkennen lassen,
zugleich aber — ganz abgesehen von Mängeln der Patronen — zeigen, daß die
von der Kieler Firma in Aussicht gestellte verbesserte neue Type mit Vorteil
abgewartet werden muß, ehe die Seewarte irgendwelche abschließende Ver
öffentlichung oder Beurteilung der Behm-Apparatur herausgibt.
Dr. Schumacher war im ganzen Berichtsjahr vorzugsweise mit der Auf
arbeitung seines Beobachtungsmaterials von der „Meteor“-Expedition (stereo
photogrammetrische Wellenaufnahmen) beschäftigt. Studienrat Dr. Thorade
schloß die im Vorbericht (1927, S. 34) erwähnte mehrjährige Arbeit über die
Strömungen in der Deutschen Bucht (Vermessungsschiff „Panther“) ab und schied
damit am 1. April 1928 aus seiner nebenamtlichen Tätigkeit bei der Seewarte
als Vertreter von Dr. Schumacher. Die umfangreiche Veröffentlichung
Dr. Thorades war Ende 1928 für „Aus dem Archiv der Seewarte“ noch im
Druck. Dr. Ritter schied, da Mittel nicht weiter vorhanden waren, ebenfalls
am 1. April 1928 aus dem Dienste der Abteilung.