accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1928

42 
Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1928. 
Beobachtungen anzuschließen, auch um die Methodik der Flugstreckenmeteorologie 
zu fördern. Die Durcharbeitung der umfangreichen Sichtbeobachtungen der 
Leuchtfeuer an den deutschen Küsten, die im Hinblick auf den Nachtluftverkehr 
wichtig erscheint, konnte aus Personalmangel im Berichtsjahre nur unwesentlich 
gefördert werden. 
Eine Zusammenkunft von Meteorologen der Außenstellen gelegentlich der 
Rückkehr der 8. und 9. Forschungsfahrt am 19. März konnte dem Erfahrungs 
austausch im Flugwetterdienst an der Küste nutzbar gemacht werden; an ihr 
war der Flugwetterdienst in Hamburg, Stettin, Königsberg, Hannover und 
Norderney beteiligt. 
e) Lehrtätigkeit. 
Auf dem im Winter 1927/28 an der Seefahrtsschule in Lübeck und in 
Travemünde abgehaltenen Winterkursus für Seeflugzeugführer übte Dr. Heis 
die meteorologische Lehrtätigkeit aus, der nach Beendigung des Kursus im Aus 
tausch gegen Stud. Ref. Frank vom Flugwetterdienst zu Abteilung III trat. Im 
Oktober 1928 fand an der Seefahrtsschule in Lübeck ein 14tägiger Wiederholungs 
kursus für die Seeflugzeugführer der Luft Hansa statt, in dessen Rahmen Dr. Seilkopf 
die meteorologischen Vorträge hielt. Auf dem von Mitte Oktober 1928 an laufenden 
Hauptkursus für Flugzeugführer an der Seefahrtsschule in Lübeck übernahm zu 
nächst F. Wagner, später Dr. Burghardt den meteorologischen Unterricht. 
Die an dem Wiederholungskursus beteiligten Seeflugzeugführer der Deutschen 
Luft Hansa unternahmen gruppenweise an Bord der Dampfer Lahneck und 
Stahleck Studienfahrten nach Spanien. Auf diesen Fahrten stellten sie übungs 
weise meteorologische Beobachtungen wie an Bord von Seeobs-Schiffen an, um eine 
Vorstellung von den Beobachtungsmethoden und von der Meßgenauigkeit auf See 
zu erhalten. Zu diesem Zwecke wurde ein Bord-Instrumentarium auf beiden Schiffen 
aufgestellt und den Führern eine Unterweisung im Beobachten erteilt. 
Um sich über die Flugmeteorologie des Ozeans zu unterrichten, hielten sich 
die 2. Offiziere Niemann (Hamburg-Amerika Linie) und Stemmler (Woermann- 
Linie) mehrere Wochen bei S auf. 
Dr. Seilkopf hielt an der Technischen Hochschule Hannover je Semester 
eine zweistündige Vorlesung, im Wintersemester 1927/28 „Einführung in die 
Wetterkunde“, im Sommersemester 1928 „Flugmeteorologie“, im Wintersemester 
1928/29 „Allgemeine Meteorologie und Aerologie“. 
Wie im Vorjahre wurde S durch Auskünfte und Gutachten über meteoro 
logische Fragen erheblich in Anspruch genommen. Zum Gedankenaustausch 
und zu Informationszwecken sprachen folgende Herren vor: A. v. Bentheim, 
Frhr. v. Buddenbrook, Frhr. v. Buttlar, W. Ernst, v. Gronau, Gutezeit, Löwe, 
Niemann, Opitz, Schiller, Stemmler, Virchow. 
Bei dem lebhaften Interesse, das an der Meteorologie des Atlantischen 
Ozeans in Hinblick auf den Ozeanluftverkehr genommen wird, mußte wieder 
eine Anzahl von Vorträgen hierüber gehalten werden. 
Lehrzwecken diente auch die Beteiligung der Deutschen Seewarte an der 
Internationalen Luftfahrtausstellung (Ha) vom 7. bis 28. Oktober in Berlin. Die 
Einrichtung der Seewartenkoje war S übertragen. Die Sammlung der Wetter 
meldungen vom Ozean wurde durch Darstellungen aus dem Wetternachrichten 
dienst, die Verwertung der Nachrichten für die Zwecke der Ozeanflugberatung 
durch Wetterkarten erläutert. Eingehende Darstellungen unterrichteten über 
Verlauf und Ergebnisse der atlantischen Forschungsfahrten; ein aufgestellter 
Spiegeltheodolit und Vergrößerungen von Aufnahmen der Forschungsfahrten er 
gänzten die Darstellungen. 
XI. Bericht der wissenschaftlichen Flugstelle der Deutschen Seewarte 
Hamburg-Fuhlsbüttel. 
Nachdem vom Reichsverkehrsministerium Mittel zur Verfügung gestellt 
waren, konnte die wissenschaftliche Flugstelle auf dem Flughafen Hamburg- 
Fuhlsbüttel aufgestellt werden. Die wissenschaftliche und technische Leitung 
erhielt Dr. A. Lohr, als Flugzeugführer war Fritz Neuhaus tätig.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.