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Volltext : Jahresbericht 1928

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Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  1928.

flügen  teilnehmen  und  so  ihre  Kenntnisse  über  die  flugmeteorologischen  Verhältnisse
des  Beratungsgebietes  vertiefen.  Auch  an  den  Höhenflügen  der  wissenschaftlichen
Flugstelle  beteiligten  sich  die  Angestellten  der  Flugwetterwarte  mehrmals  als
Beobachter.  Die  Flugstelle  lieferte  ihrerseits  wieder  oft  wertvolle  Beiträge  zur
Erkenntnis  der  herrschenden  Wetterlage  in  bezug  auf  die  Flugmöglichkeiten.
Einige  Meldestellen  konnten  aus  Mitteln  der  Flugwetterwarte  mit  Windfahnen
und  Dosen-Barometern  ausgerüstet  werden.
e)  Flugwetterwarte  Norderney,
Da  ein  regelmäßiger  Flugverkehr  nach  den  Nordseeinseln  nur  während  des
Sommers  durchgeführt  wurde,  war  die  Flugwetterwarte  Norderney,  der  die
Beratung  der  Flugplätze  auf  den  ostfriesischen  Inseln  Borkum,  Norderney  und
Wangeroog  obliegt,  auch  im  Jahre  1928  nur  während  der  Monate  Juni  bis
September  besetzt.  Mit  der  Leitung  war  Dr.  Wörner  beauftragt;  außerdem
versah,  wie  im  vorigen  Jahre,  noch  ein  technischer  Angestellter  den  Dienst.
Noch  einige  Tage  vor  Beginn  des  planmäßigen  Verkehrs  konnte  die  Flugwetterwarte ­
  von  dem  früheren,  ungünstig  gelegenen  Raume  in  Halle  B  in  ein
neues,  direkt  neben  den  Räumen  der  Luft  Hansa  gelegenes  Zimmer  im  Anbau
der  Halle  A  übersiedeln.  Von  dem  neuen,  zu  ebener  Erde  gelegenen  Raume
aus  herrscht  sowohl  freie  Sicht  nach  dem  Landflugplatz  wie  auch  nach  dem
Wasserflughafen.
Die  Fernsprechanschlüsse  an  das  Marinekabel  und  die  Post  blieben  gegen
das  Vorjahr  unverändert,  doch  wurde  es  durch  das  Entgegenkommen  der  Marinebehörden ­
  ermöglicht,  werktäglich  schon  vor  0800  Uhr  und  nach  1800  Uhr  und
außerdem  an  Sonntagen  Verbindungen  mit  den  wichtigsten  Stationen  zu  bekommen.
Die  Wettermeldungen  von  Norderney  selbst,  die  von  0700  Uhr  an  fast  jede  Stunde
und  um  1400,  1500,  1700  und  1900  Uhr  abgegeben  wurden,  wurden  einerseits
durch  Wilhelmshaven  im  Sammelfunkspruch  verbreitet  (0800,  1000,  1400  und
1920  Uhr)  und  andererseits  zusammen  mit  den  wichtigsten  Wettermeldungen
der  Nachbarstationen  als  Postobstelegramm  an  Hannover  gegeben,  das  als  Bezirkssender ­
  stündlich  diese  Meldungen  ausstrahlte.  Zur  Aufnahme  der  Wettermeldungen
war  der  Flugwetterwarte  vom  Reichsverkehrsministerium  eine  Funkempfangsstelle ­
  zugeteilt  worden.
Seit  Juli  wurden  regelmäßig  Höhenwindmessungen  angestellt,  die  besonders
für  die  nachmittags  nach  den  Nordseeinseln  startenden  Flugzeuge  Bedeutung
hatten,  und  deshalb  meist  um  die  Mittagszeit  stattfanden.  In  den  Vormittagsstunden ­
  wurden  diese  Höhenwindmessungen  vielfach  durch  solche  des  Observatoriums ­
  in  Wilhelmshaven  ergänzt.
Folgende  Linien  waren  in  diesem  Sommer  regelmäßig  durch  die  Flugwetterwarte ­
  zu  beraten:  Norderney  —  Bremen,  Norderney  —  Wangeroog  —  Bremen,
Norderney  —  Essen,  Norderney  —  Borkum,  Norderney  —  Borkum  —  Dortmund
(Wochenend-Strecke);  ferner  als  Fernberatung  in  Borkum:  Borkum—Norderney,
Borkum—Essen  (Wochenendstrecke);  Borkum—Hamburg  (Zeitungsflug)  und  in
Wangeroog:  Wangeroog—Norderney,  Wangeroog—Bremerhaven—Bremen,  Außerdem ­
  wurden  öfter  Flüge  der  Deutschen  Verkehrsfliegerschule  und  der  Severa
beraten  sowie  mehrere  Sonderflüge  der  Luft  Hansa.  Die  Severa  erhielt  außerdem
täglich  eine  Pause  der  neuesten  Wetterkarte  mit  einer  Prognose  über  das  Flugwetter ­
  im  Nordseegebiet.
Durch  mehrere  Flüge  im  Küstengebiet  der  Nordsee  konnte  sich  das  Personal
der  Wetterwarte  mit  den  besonderen  hier  herrschenden  meteorologischen  Verhältnissen ­
  noch  besonders  vertraut  machen.
Die  von  den  seit  diesem  Jahre  aufgestellten  Registrierinstrumenten  erhaltenen ­
  Streifen  konnten  durch  Anbringen  der  erforderlichen  Korrektionen
für  die  unmittelbare  halbstündliche  Auswertung  vorbereitet  werden.
            
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