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Full text: Jahresbericht 1928

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1928. 
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Beobachtungen für die Flugsicherung fanden meist zweistündlich, im Sommer 
auch nachts viermal, statt. Sechs See- und drei Landstarte und -flüge wurden 
— im Hochsommer täglich oder zweitägig, in den Randmonaten seltener — vom 
1. Mai bis 3. November beraten. Dazu kamen Beratungen von Sonderflügen (63) 
und Flügen der hiesigen Werft der Luft Hansa. Vom 18. April bis 3. Mai wurde 
das Luftschiff „Italia“, das in dem von uns zu beratenden Flughafen Stolp lag, 
vor seinem Abflug nach Skandinavien, insbesondere am 1. und 2. Mai persönlich 
in Stolp, beraten. 
In Stolp wurde am 31. August eine Flugwetterhilfsstelle von uns eingerichtet. 
Ende des Jahres fand ein größerer Kursus für die Luftpolizisten statt. 
Die wissenschaftliche Arbeitsleistung der Meteorologen litt durch Personal 
mangel im Sommer und durch Abkommandierungen im Winter. 
c) Flugwetterwarte Hannover. 
1. Personal. 
Reg.-Rat Dr. Pummerer kam erst Mitte März von der 8. Forschungsfahrt 
der Seewarte nach Rio de Janeiro und dem La Plata zurück und über 
nahm Anfang April wieder die Leitung in Hannover. Bis dahin vertrat ihn 
Dr. Eckardt. 
Am 13. Mai wurde Dr. Wörner von Hannover abberufen und zunächst mit 
der Leitung der Sommer-Flugwetterwarte Norderney beauftragt. 
Vorübergehend wurde vom 11. bis 18. April Dr. Schminke von der Flug 
wetterwarte Hamburg hierher kommandiert, um sich an einer Reihe von Höhen 
aufstiegen im Doppelanschnitt zu beteiligen. 
Zu dem auch in diesem Winter stattfindenden Kursus für Flugplatzmeteoro 
logen in Darmstadt wurde am 1. Dezember Dr. Kantzenbach kommandiert. 
Als Ersatz für diesen Ausfall sowie den weiteren von Dr. Eckardt, der im 
Januar mit der 10. Forschungsfahrt der Deutschen Seewarte nach der Westküste 
Afrikas ausfährt, wurde Dr. Bell von der Flugwetterwarte Stettin nach hier 
kommandiert. Er trat am 17. Dezember hier an. 
2. Räumlichkeiten der Außenstelle Hannover. 
Das Flughafengebäude hatte im Herbst und Winter in seinem vorderen 
Teil einen turmartigen Aufbau, eine Erhöhung um zwei Stockwerke, bekommen. 
Die Räume des ganzen Gebäudes wurden im Mai neu verteilt. Die Wetterwarte 
erhielt vier Räume im ersten Stock mit dem nötigen freien Ausblick auf das Roll 
feld des Platzes. Ein Aufzug stellt die Verbindung zu raschestem Nachrichten 
austausch nach oben zur Funkstelle und Polizei, nach unten zur Flugleitung 
her. Neu war die auf Anordnung des Reichsverkehrsministeriums erfolgte Ein 
richtung eines besonderen Beratungsraumes für die Flugzeugführer, der das für 
die Wetterberatung nötige Rüstzeug an Karten und Anschauungsmaterial ent 
hält. Zwei weitere Räume dienen der Abwicklung des ganzen Nachrichten 
verkehrs und des Wetterdienstes. Der vierte Raum ist als Arbeitsraum des 
Leiters und der Meteorologen gedacht. 
3. Instrumentarium. 
Beim Neubau wurde gleich der Einbau des Windregistriergerätes (nach 
Steffens-Hedde) bedacht. Ein Gestänge von 9 m Höhe hebt die Windpendel 
über den Rand der Plattform und den Einfluß des Gebäudes und der nahen 
Baumgruppen hinaus. Der Anemograph ist seit Bezug der neuen Räume im 
Gebrauch. — Ein neues Stationsbarometer wurde im Herbst in Dienst genommen. — 
Eine Anlage zu luftelektrischen Messungen fand auf der Plattform des Gebäudes 
seine Aufstellung. 
4. Flugberatung. 
In nicht mehr so jäher, aber doch noch in steigender Kurve, ging der Luft 
verkehr Hannovers in diesem Sommer aufwärts. Es wurden beraten einmal 
direkt vom Flugplatz Hannover aus die Strecken:
	        
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