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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1928.
aufgestellt und die Aufstellung der Registrierapparate für Regen und mittleren
Wind wurde verbessert; eine Neuaufstellung des Böenschreibers ist in Vor
bereitung.
Die regelmäßige Überwachung und Wartung der Instrumente erforderte die
Anwesenheit des Feinmechanikers Fr. Friedrichs an je einem Tag in der Woche
im Hauptgebäude der Seewarte, während die laufenden Reparaturen in Groß-
borstel ausgeführt wurden. Beschafft wurde ein Tages-Thermograph und
-Hygrograph, die zusammen in einer Hütte aufgestellt wurden.
2. Außenstellen: Da noch immer die große Zahl veralteter und aus Er
satzmaterial hergestellter Instrumente nicht durch neuzeitliche Geräte ersetzt
werden konnte, mußte der überwiegende Teil der verfügbaren Mittel auf oft
behelfsmäßige und unwirtschaftliche Reparaturen verwendet werden. Indessen
läßt sich der Ersatz der meisten Apparate nun nicht mehr länger hinausschieben.
Er betrifft Böenschreiber, Baro- und Thermographen, Handwindmesser, Station-
und Aneroidbarometer, sowie Regenmesser.
Neu aufgestellt wurden: 1 Barograph und 1 Thermograph in Holtenau,
1 Hygrograph in Warnemünde, 1 Thermometerhütte mit Thermometer und
1 Stationsbarometer auf Helgoland; einer durchgreifenden Reparatur wurden
die Instrumente von Altenwalde und Bülk unterzogen. Die begonnene Erneue
rung der Instrumente bei den Sturmwarnungsstellen mußte aus Mangel an
Mitteln eingestellt werden, ebenso die als Folge der Übernahme der meteorolo
gischen Wartung der Marinenachrichtenstellen durch die Seewarte erforderliche
Überholung und Ergänzung dieser Stationen. Es wurden zwei Dienstreisen zur
Besichtigung und Unterrichtung von auswärtigen Stationen ausgeführt (durch
Dr. Wittenbecher). Die weitere planmäßige Durchführung der für die Instand
haltung des Beobachtungsnetzes der Seewarte besonders wichtigen Inspektions
reisen mußte aus Mangel an Mitteln unterbleiben.
g) Verschiedenes.
An dem diesjährigen Kursus für Seefahrtsschullehrer beteiligte sich die Ab
teilung III mit sechs Tagen Unterricht.
Im Geophysikalischen Kolloquium wurden folgende Vorträge gehalten:
Mothes: Die Anwendung der Seismometrie zu Dickenmessungen von Gletscher
eis. — Wagner: Die Strömung an Hindernissen, ihre experimentelle Untersuchung
und ihr Einfluß auf die meteorologischen Verhältnisse. — Seilkopf: Gleiches
Thema, Fortsetzung. — Schulz: Eis in der Arktis, nach Malmgren. — Thorade:
a) Grenzschicht von Süß- und Salzwasser nach japanischen Arbeiten; b) Trift
strom in geschichtetem Wasser nach Defant; c) Newtons Anschauung über
die Gezeiten nach Proudham. — Zorell: Die Temperaturanomalie an der
Westküste von Peru usw. im Jahre 1926. — Schulz: Ergebnisse der hydro
graphischen Arbeiten auf der Fahrt des R. F. D. „Poseidon“ ins westliche Barents
meer August—September 1927. — Schnell: Die seismischen Prinzipien zur Er
forschung der oberen Bodenschichten und einige Beispiele. — Wegeleben:
Methoden und neuere Ergebnisse der pflanzenklimatischen Forschung unter
besonderer Berücksichtigung von Geigers Untersuchungen im Oberbayrischen
Stationsnetz. — Castens: Neuere Arbeiten von F. M. Exner über die Zirkulationen
zwischen hohen und niedrigen Breiten. — Claassen; Funkempfang und Störungen
durch atmosphärische Vorgänge. — Wagner: Pollaks Arbeiten über die An
wendung der Statistischen Methoden in der Meteorologie. — Zorell: Temperatur
messung des Oberflächenwassers vom fahrenden Schiff aus. — Schuinacher;
Neuere Arbeiten zur Kartographie der Meeresströmungen. — Straas: Über die
Veränderlichkeit der Erdrotation. — Schott: Temperatursprünge in der Ostsee
(Oberfläche). — Markgraf: Die neue Fassung von Wegeners mechanischen Tromben
theorien. — Seilkopf: Die meteorologischen Verhältnisse während der Ozean
fahrten des LZ 127. — Thorade: Turbulenz im Luft- und Weltmeere nach
Walfrid Ekman. — Castens: Zur Frage der ozeanischen Zirkulation. — Tains:
Vorlage des Seismogramms vom 1. 12. (Chilebeben). — Schnell: Verteilung des
Erdmagnetismus und seiner örtlichen Störungen in Europa nach Nippoldt. —