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Volltext : Jahresbericht 1928

Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  1928.

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Den  Wintersportwetterdienst  löste  erstmalig  in  diesem  Jahre  ein
Bäderwetter  dienst  im  Somraerhalbjahr  ab,  für  den  das  Nachrichtenreferat
die  Sammlung  und  Wiederverbreitung  der  Spezialwetternachrichten  übernahm.
Die  Teilnahme  des  Sachbearbeiters  an  den  Tagungen  der  Internationalen
Kommission  für  das  synoptische  Wetternachrichtenwesen  in  Paris  und  London
im  Mai  1928  und  an  der  Konferenz  der  deutschen  Direktoren  und  Wetterdienstleiter ­
  in  Stuttgart,  Oktober  1928,  erleichterte  die  zusammenhängende  Bearbeitung
der  auftauchenden  Nachrichtenfragen.
Im  Nachrichtenreferat  wurde  ferner  das  „Funkweiter,  Liste  und  Schlüssel
der  Funkwetterberichte  und  Eismeldungen  mit  Beiheft“  gänzlich  neu  bearbeitet
und  in  achter  Auflage  im  August  1928  durch  den  Verlag  Hammerich  &  Lesser,
Altona,  als  225  Seiten  starke  Broschüre  herausgebracht.
Die  Entwicklung  des  Bildfunkverfahrens,  mit  welchem  später  die  Aussendung
einer  Bildfunkwetterkarte,  vor  allem  als  wertvolle  Ergänzung  des  „Ozeanfunkwetters“, ­
  beabsichtigt  ist,  wurde  in  stetiger  Fühlung  mit  der  Industrie  im  Auge
behalten.  Leider  sind  die  Verfahren  trotz  wesentlicher  Verbesserungen  für  die
Einführung  in  die  tägliche  Praxis  vorerst  noch  nicht  geeignet.
2.  Seeflugwettertelegraphie.
Zur  Beratung  der  Atlantiküberquerungen  des  Luftschiffes  „Graf  Zeppelin“
hat  die  Funkstation  der  Seewarte  wiederum  reiches  Nachrichtemnaterial  aufgenommen ­
  und  an  das  Seeflugreferat  weitergeleitet.
An  der  „Meteor“-Fahrt  nach  Island  und  Grönland  (26.  Juli  bis  5.  September
1928)  nahm  vom  Nachrichtenreferat  Dr.  Ahlgrimm  und  der  Funker  Stölken
teil.  Während  der  Reisezeit  wurde  eine  direkte  Kurzwellenverbindung  bis  auf
weiteste  Entfernung  mit  der  Seewarte  über  die  Flughafenfunkstelle  Fuhlsbüttel
aufrechterhalten,  so  daß  die  an  Bord  gemachten  Wetterbeobachtungen  und
Höhenwindmessungen  dem  Seeflug  sofort  zugänglich  gemacht  werden  konnten.
Die  übermittelten  Nachrichten  wurden  für  den  internationalen  Wetterdienst
sofort  wieder  verbreitet.
3.  Eistelegraphie.
Die  funkentelegraphische  Verbreitung  der  deutschen  Eisnachrichten,  die  im
Vorjahre  auf  einen  einzigen  Sender  mit  modulierter  Welle  in  Norddeich  gelegt
war,  mußte  vorerst  wieder  einer  dreifachen  Verbreitung  durch  zwei  Sender  in
Norddeich  und  einem  Sender  in  Swinemünde  Platz  machen,  da  die  in  Kraft
tretenden  Bestimmungen  des  Washingtoner  Weltfunkvertrages  nicht  in  Einklang
mit  der  bisherigen  Verbreitungsart  zu  bringen  waren.
Während  der  im  vorangehenden  Abschnitt  erwähnten  Islandfahrt  des  „Meteor“
wurden  Beobachtungen  über  Treibeis  und  Eisberge  an  der  grönländischen  Küste
ebenfalls  auf  Kurzwelle  der  Seewarte  übermittelt.  Sie  wurden  dem  internationalen
Eisdienst  von  der  Seewarte  aus  zugeleitet.
4.  F-T.-Station.
Die  Störungen  des  Funkempfangs  nahmen  durch  im  Hafen  ihre  Sendestationen ­
  abstimmende  Schiffe  im  gleichen  Maße  weiter  zu,  als  der  Schiffsverkehr
im  Hafen  sich  steigerte  und  die  Ausrüstung  der  Schiffe  mit  Funksendeanlagen
sich  vervollständigte.  Desgleichen  entstanden  durch  die  Aufstellung  weiterer
Motoren  für  technische  Betriebe  im  Seewartengebäude  neue  Störquellen.  Insbesondere ­
  wird  der  Kurzwellenempfang  von  derartigen  Störungen  betroffen.
Die  Bemühungen  um  Störbefreiung  werden  durch  die  Raumnot  im  Seewartengebäude ­
  stark  behindert.  Da  der  Bau  der  geplanten  Empfangsstation  in
Großhansdorf  vorläufig  zurückgestellt  werden  mußte,  sind  zur  Aushilfe  neue
Wege  zwecks  Störbefreiung  des  Funkempfangs  beschritten  worden.
Zur  Anfertigung  der  Stanzstreifen  für  die  automatische  Steuerung  der
Sender  Königswusterhausen  und  Fuhlsbüttel  zwecks  Wiederverbreitung  der  an
der  Seewarte  gesammelten  Wetternachrichten  wurde  ein  Creed-Locher  angeschafft.
Die  Einführung  dieser  Stanze  brachte  eine  bedeutende  Verkürzung  und  Vereinfachung ­
  des  Arbeitsvorganges.
            
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