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Full text: Jahresbericht 1928

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1928. 
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einer Hilfskraft wurden ferner 3 europäische Häfen nach einem empirischen 
Verfahren berechnet und 13 an andere Häfen angeschlossen. 6 europäische und 
8 außereuropäische Häfen, die in den Gezeitentafeln zum Abdruck gelangen, 
wurden von fremden Staaten, davon 9 im Austausch gegen Abschriften von 
Vorausberechnungen deutscher Häfen, erhalten. 
Bis zum Ende des Berichtsjahres war die Handschrift für die „Gezeiten 
tafeln für das Jahr 1930“ nahezu fertiggestellt. 
2. Bearbeitung der Grundlagen für die Gezeitenvorausberechnung. 
Die Ende 1925 wieder aufgenommene Neubearbeitung der Unterlagen für die 
Berechnung der ausführlichen Gezeitenangaben sowie der Gezeitenunterschiede, 
vor allem der deutschen Häfen, mittels empirischer Verfahren ist im Berichts 
jahre wieder zeitweise gefördert worden. 
Die Hoch- und Niedrigwasserzeiten und -höhen von Hamburg für die 
19-jährige Beobachtungsreihe von 1901 bis 1919 sind dazu benutzt worden, die 
halbmonatliche Ungleichheit in Zeit und Höhe für Hamburg festzulegen. Es 
hat sich daraus bisher gezeigt, daß es keinesfalls erlaubt ist, die Niedrigwasser 
höhen von Hamburg aus denen von Wilhelmshaven vorauszuberechnen, wie es 
bisher geschehen ist. 
Für mehrere in den Gezeitentafeln enthaltene deutsche Häfen sind die 
Grundwerte der Gezeiten aus der 19-jährigen Beobachtungsreihe 1901 bis 1919 
neu hergeleitet worden. Das Heraussuchen der Werte für Spring- und Nippzeit 
aus dem Jahrbuch für die Gewässerkunde Norddeutschlands wurde zum größten 
Teile von Oberinspektor Thiel durchgeführt. Dieser hat auch mit einer zeit 
raubenden Vorarbeit für eine Neubearbeitung der in den Gezeitentafeln ent 
haltenen Gezeitenunterschiede begonnen. 
Die Ermittlung von harmonischen Konstanten deutscher Häfen mußte er 
neut zurückgestellt werden. 
3. Gezeitenstrombeobachtungen. Ende Februar und Anfang März 
wurden an 4 Tagen auf Veranlassung der Hamburgischen Wasserbaudirektion 
in Hamburg in den Ellerholzschleusen des Hamburger Hafens mit zwei Bifilar- 
Strommessern nach Dr. Rauschelbach, und zwar mit dem alten Strommesser der 
Deutschen Seewarte vom Jahre 1926 und dem der Notgemeinschaft der Deutschen 
Wissenschaft gehörenden Strommesser 1927, Strombeobachtungen, in der Haupt 
sache Geschwindigkeitsmessungen, vorgenommen. Durch diese Beobachtungen 
sollte festgestellt werden, welche Stromgeschwindigkeiten bei einem Offenhalten 
beider Schleusen oder einer von beiden in diesen auftreten. Als Beobachter 
waren tätig: Dr. Rauschelbach, Dr. Dose, Frl. Dr. Straas, Thiel, Frl. Wiele. Die 
Beobachtungen liegen ausgewertet vor. 
Auf Veranlassung des Preußischen Kultur- und Wasserbauamts in Stade 
wurden von Ende März bis Mitte April von einer Wohnschute des Kulturbauamts 
aus, die mit Hilfe eines Motorbootes vor 4 Ankern vermurt wurde, auf der Elbe 
vor Hinterbrack, oberhalb der Insel Hahnöfersand, an 17 Meßstellen mit den 
gleichen Strommessern Gezeitenstrombeobachtungen von der Oberfläche bis zum 
Boden angestellt; diese Messungen sollten die Grundlage für ein Gutachten der 
Landesanstalt für Gewässerkunde abgeben, in dem untersucht wird, ob die Ufer- 
abbrüche vor Hinterbrack von den Gezeitenströmen herrühren. Als Beobachter 
nahmen an den Messungen teil: Dr. Rauschelbach und abwechselnd Frl. Dr. Straas, 
Thiel, Frl. Wiele seitens der Deutschen Seewarte und Regierungsbaumeister 
Richter und Techniker Velbinger seitens des Kulturbauamts. Die Beobachtungen 
sind größtenteils ausgewertet. 
Von Anfang Juni bis Mitte Juli wurden dann auf Veranlassung des Wasser 
straßenamts in Hamburg von der Wohnschute „S 20“ aus, die mit Hilfe eines 
Schleppers vor 4 bis 6 Ankern vermurt wurde, mit denselben beiden Strom 
messern an 36 Meßstellen Gezeitenstrombeobachtungen in 5 gleichabständigen 
Tiefen von der Oberfläche bis zum Boden auf der Elbe zwischen Twielenfleth 
und Bielenberg ausgeführt. Diese Messungen dienen zur Untersuchung des 
Einflusses der Gezeitenströme der Elbe auf die Uferabbrüche zwischen Twielen 
fleth und Brunshausen sowie zur eingehenden Erforschung der auf dem Ab
	        
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