Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1928.
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Einsendern selbst erlebten Ereignisse durch ihre Anschaulichkeit ausgezeichnete
Ergänzungen zu den Seehandbüchern. So bildet „Der Pilote“ eine wichtige
Materialquelle sowohl für die Schaffung neuer wie für die Neuauflage vor
handener deutscher Seehandbücher.
Im Jahre 1928 sind Heft 27, 28, 29 erschienen. Das erste oder letzte Heft
eines jeden Jahrgangs enthält ein Verzeichnis der Namen aller Mitarbeiter der
Deutschen Seewarte zur See sowie eine Liste des eingelaufenen Materials und
dessen Verwendung.
h) Bücher.
Das Dampferhandbuch für den Atlantischen Ozean wurde in der 3. Auflage
fertiggestellt und erschien im April 1928 im Verlag von Eckardt & Meßtorf,
Hamburg, Steinhöft 1.
Ein Dampferhandbuch für den Indischen Ozean wurde im Laufe des Berichts
jahres in Angriff genommen.
Die in der Abteilung vorhandenen Seehandbücher, Leuchtfeuer-Verzeichnisse
usw. wurden an Hand der „Nachrichten für Seefahrer“ auf dem laufenden
erhalten.
Die Hauptagenturen und Agenturen wurden mit den notwendigen Karten
und Büchern ausgerüstet.
i) Mitarbeit an den Seehandbüchern.
Zur Bearbeitung standen die Seehandbücher: Ostküste Südamerikas I. Teil
(Brasilien), II. Teil (La Plata-Staaten), West- und Nordküste Norwegens, I. Teil,
Westküste von Hindustan, Persischer Golf und Westküste Frankreichs. Von
diesen Büchern wurden die Abschnitte: Strömungen, Lotungen, Dampfer- und
Seglerwege und Orkankunde in der Abteilung bearbeitet.
k) Flaschenposten.
Im Berichtsjahr liefen bei der Deutschen Seewarte 177 Flaschenposten ein.
Die Verwendung der Flaschenpost als ein Mittel, neben anderen, die Meeres
strömungen zu erforschen, wird von der Deutschen Seewarte sehr gewünscht.
Ganz besonders wurde durch stärkeres Heranziehen der Ostseefahrer die Ostsee
mit Flaschen belegt, von denen die meisten mitunter sehr schnell zur Deutschen
Seewarte zurückgelangten. Das Interesse an dieser Arbeit ist besonders dadurch
gehoben, daß jeder Kapitän oder Schiffsoffizier eine Mitteilung über Zeit und
Ort des Auffindens der von ihm über Bord gesetzten Flasche erhält. Ein großer
Teil der Finder waren Badegäste. Die Triften von etwa 200 Flaschenposten
in der Ostsee werden in einer Veröffentlichung zur Darstellung gebracht.
1) Stromversetzungen.
Wie im Jahresbericht 1927 S. 9 ausgeführt ist, werden als weiteres Mittel
zur Erforschung der Meeresströmungen den Schiffen besondere Stromversetzungs
formulare mitgegeben, die Versetzungen auf kürzere Strecken melden. Die
frühere Stromangabe für ein Etmal von 24 Stunden genügt bei einem Dampfer
nicht, weil er sehr oft in dieser Zeitspanne wechselnde Strömungen durchfährt.
Die Werbung für diese Beobachtungstätigkeit hat guten Erfolg gehabt; es sind
im Laufe des Jahres 1928 248 Strom Versetzungsformulare mit annähernd 2000
Einzelbeobachtungen bei der Deutschen Seewarte eingelaufen.
m) Seekarten.
Die Berichtigung der Seekarten im Jahre 1928 nach den Nachrichten für
Seefahrer hatte folgenden Umfang:
Titel
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII IX X
XI
XII
XIII XIV
Summe
Anzahl
525
190
eoo
234
319
459
173
132 199 227
1 1
310
127
145 10
3650
Berichtigungen