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Full text: Jahresbericht 1927

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1927. 
Windströmungen in den einzelnen Höhenschichten geben und vielfach den Weg 
der besten Flughöhe vorher bestimmen lassen. 
c) Flugwetterdienst der Wetterwarte Königsberg i. Pr. 
Außer den bereits bestehenden Flugstrecken Berlin—Königsberg—Moskau 
war eine neue Flugstrecke Berlin—Stettin—Königsberg—Tilsit im Sommer 1927 
wetterkundlich zu beraten. Die Flugwetterwarte in Elbing wurde für den 
Sommerluftverkehr 1927 nicht wieder aufgestellt, so daß die Beratung für die 
Flugplätze Allenstein und Elbing fernmündlich erfolgen mußte. Neu wurde der 
Flugwetterwarte Königsberg die Sammlung sämtlicher Flugstreckennachrichten 
im Osten übertragen. Am Ende des Jahres erhielt der Flugwetterdienst von 
seiten des Magistrats einen eigenen Raum im Erdgeschoß. Zur Sammlung von 
Erfahrungen unternahmen vier Meteorologen der Wetterwarte Flüge auf der 
Strecke Königsberg—Moskau und zurück; außerdem wurde eine Reihe sonstiger 
Flüge durchgeführt. 
Der dreiwöchige Segelflugwettbewerb in Rossitten im Mai wurde auch diesmal 
von der Wetterwarte meteorologisch beraten. Dr. Klein und Dr. Steiner wurde 
für ihre Mitarbeit je eine Plakette verliehen. 
d) Flugwetterdienst der Wetterwarte Stettin. 
Am 17. Februar 1927 wurde die Dienststelle vom Flugplatz Kreckow nach 
dem provisorischen Gebäude auf dem Land- und Seeflughafen am Dammschen 
See verlegt, so daß dieser wichtige Ostseeflughafen nunmehr seine Wetterwarte 
hat. Vom Einsetzen des Flugverkehrs im April an mußte eine ununterbrochene 
Dienstbereitschaft Tag und Nacht durchgeführt werden. Beraten wurden die 
Flugstrecken Berlin—Stettin—Danzig, Stettin—Breslau—Gleiwitz und vor allem 
die Seestrecken Stettin—Stockholm, Stettin—-Kopenhagen, die nach Oslo weiter 
führt, Stettin—Swinemünde—Sellin—Stralsund, ferner eine Anzahl von Sonder 
und Übungsflügen. Für die Strecke Berlin—Königsberg, die in der einen Rich 
tung nachts geflogen wurde, waren Wetternachrichten zu übermitteln. 
e) Flugwetterwarte Hannover. 
Mehr und mehr entwickelt sich Hannover zum Knotenpunkt westdeutschen 
Luftverkehrs. Infolgedessen erweiterte sich der Flugberatungsdienst ganz be 
deutend. Vom Frühjahr an erfolgte dementsprechend eine Personalvermehrung, 
indem die Zahl der Flugmeteorologen auf drei, die der technischen Angestellten 
ebenfalls auf drei erhöht wurde. Im Juli übernahm an Stelle des nach Ham 
burg zurückberufenen Dr. Seilkopf Reg.-Rat Dr. Pummerer die Leitung der Flug 
wetterwarte, der im Dezember eine flugmeteorologische Forschungsfahrt nach 
Südamerika antrat. Während des Sommers hatte einer der Meteorologen, 
Dr. Eckardt, die Leitung der Flugwetterwarte Norderney. 
Den Erfordernissen des Betriebes entsprechend, wurde durch Unterteilung 
eines großen Zimmers unter Hinzunahme eines weiteren Raumes die Zahl der 
Räumlichkeiten auf drei vermehrt. Die instrumentelle Ausrüstung wurde durch 
einen Thermographen und Hygrographen sowie durch Vervollständigung der 
Pilotausrüstung ergänzt. Ein Böenschreiber Steffens-Hedde wird zur Zeit ein 
gebaut. 
Im Winterluftverkehr 1926/27 wurde erstmalig ein größeres Streckennetz 
über Hannover beibehalten mit Starten nach Hamburg, Berlin, Frankfurt a. M., 
Essen, Amsterdam und Bremen. Der Sommerluftverkehr brachte eine gewaltige 
Steigerung des Verkehrs und stellte insofern sehr hohe Anforderungen an die 
Flugwetterwarte, als die Mehrzahl der Starte wegen der Anschlußmöglichkeiten 
sich auf kurze Zeit zusammendrängte. Die Zahl der täglich zu beratenden 
Starte betrug in den Hauptverkehrsmonaten durchschnittlich 25, hierbei war 
eine Reihe von Fernberatungen der Flughäfen Magdeburg, Braunschweig und 
teilweise auch Kassel für Flugstrecken, die über die Mittelgebirgslandschaften 
im Süden von Hannover führen. Die Fernberatung erfolgte im wesentlichen
	        
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