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Full text: Jahresbericht 1927

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1927. 
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Lissabon am 5., von Lissabon nach Horta am 14. Oktober. Die Heinkel-Maschine 
flog am 16. Oktober von Amsterdam nach Vigo, am 18. von Vigo nach Lissabon, 
am 4. November von Lissabon nach Horta. Beide Maschinen machten beim Start 
zum Weiterflug von Horta Bruch, indem infolge der um diese Jahreszeit auch 
bei den Azoren bereits häufigen hohen und steilen Atlantikdünung beim Anrollen 
ein Schwimmer leck bzw. abgeschlagen wurde. Die Beratungstätigkeit erforderte 
wiederholten Nachtdienst. 
3. Drahtloser Wetternachrichtendienst. 
Die Sammlung aller irgendwie erreichbaren, für die Ozeanflugberatung in 
Frage kommenden Wetterfunksprüche brachte der FT.-Station erhebliche Mehr 
belastung. 
In dankenswerter Weise stellte die Transradio A -G. Wetterfunksprüche aus 
Südamerika zur Verfügung und übermittelte mehrmals Mitteilungen an die Ver 
einigten Staaten. Es sei daher auch an dieser Stelle der Transradio A.-G. der 
Dank der Deutschen Seewarte zum Ausdruck gebracht. 
Da die viermal tägliche drahtlose Übermittlung von Wetterübersichten und 
von Wettervorhersagen für den vorliegenden Flugabschnitt sich gelegentlich der 
Überführungsfahrt des Luftschiffs ZR III 1924 bewährt hatte, wurden während 
der Flüge der Junkers W 33-, der Junkers G24- und der Heinkel-Maschinen über 
die postalische Hauptfunkstelle Norddeich viermal täglich derartige Wetter 
meldungen an die Maschinen gefunkt. Die Grundzüge des drahtlosen Nachrichten 
dienstes bei Ozeanflügen wurden auf einer Sitzung auf dem Reichsverkehrs 
ministerium am 8. September besprochen, an der das Reichspostministerium, das 
Telegraphentechnische Reichsamt und die Deutsche Seewarte beteiligt waren; die 
Deutsche Seewarte war durch Dr. Seilkopf vertreten. 
4. Auskünfte und Gutachten. 
Durch Erteilung von Auskunft über die meteorologischen Verhältnisse auf 
dem Ozean und über meteorologische Sonderfragen in Hinsicht auf geplante 
Langstreckenflüge wurde das Seeflugreferat in erheblichem Maße in Anspruch 
genommen. Zum Gedankenaustausch und zu Informationen über diese wie über 
sonstige flugmeteorologische Fragen sprachen — zum Teil mehrmals — folgende 
Herren vor: Professor Dr. Berson, Dr. Booss, Frhr. v. Buddenbrook, Frhr. v. der 
Goltz, v. Gronau, Könnecke, Löwe, Moll, Niemann, Opitz, v. Perthes, Scheurlen, 
v. Schröder, Graf Solms. 
Außerdem wurde eine Anzahl Gutachten über meteorologische Verhältnisse 
in Nordamerika, auf dem Ozean, über die Nebel bei Neufundland u. a. mehr ab 
gegeben. Mehrere Gutachten betrafen Asien, in Hinblick auf die auf dem Ost 
asienfluge der Deutschen Luft Hansa im Jahre 1926 gesammelten Erfahrungen 
des Referenten. 
5. Erfahrungssammlung im Flugwetterdienst des Küsten- und Seeflugverkehrs. 
Durch zahlreiche Flüge der im Flugwetterdienst der Deutschen Seewarte 
beschäftigten Meteorologen wurden deren persönliche Erfahrungen im vergangenen 
Jahre wesentlich erweitert. Eine Reihe von Flugberichten ist in den A. H. ver 
öffentlicht, andere liegen in den vom Preußischen Aeronautischen Observatorium 
Lindenberg herausgegebenen Erfahrungsberichten des Deutschen Flugwetter 
dienstes umgedruckt vor. 
Mehrere aus den Erfahrungen im Küsten- und Seeflugdienst erwachsene 
Arbeiten, wie die Flugklimatologie der Strecke Kiel—Flensburg von Reg.-Rat 
Dr. Pummerer, die Arbeit über Nebel und Horizont auf See von Dr. Soltau sind 
in den A. H. erschienen. Zum Zwecke eines weiteren Erfahrungsaustausches 
wurden „Mitteilungen aus dem Flugwetterdienst der Deutschen Seewarte“ den 
Flugwetterwarten des Küstenstreifens zugestellt, die außer rein betriebstechnischen 
Mitteilungen auch noch nicht veröffentlichungsreife Anregungen und Erfahrungen 
enthalten, wie z. B. ein auf Dr. Markgraf zurückzuführender Bericht der Flug 
wetterwarte Hannover über die Beobachtung des Luftflimmerns. Ein reger Ge
	        
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