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Full text: Jahresbericht 1927

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1927. 
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1. Aerologische Aufstiege. 
297 Pilotwindmessungen ergaben eine mittlere Höhe von 4450 m, eine 
größte Höhe von 21 200 m am 6. September. Die Aufstiege erfolgten teils in 
Verbindung mit den Internationalen Termin- und Flugzeugaufstiegen, teils auf 
Anfordern des Flugwetterdienstes. Die mittlere Höhe ist um 81 °/ 0 gegen das 
Vorjahr gestiegen. 
Anzahl 
Mittl. Höhe 
Größte Höhe 
Anzahl 
Mittl. Höhe 
Größte Höhe 
Januar 
6 
1000 
1400 
(15.) 
Juli 
34 
3 340 
14 400 (6) 
Februar 
13 
3640 
9 000 
(24.) 
August 
37 
5 820 
20 400 (31.) 
März 
33 
3190 
12 500 
(28.) 
September 
26 
6 620 
21200 (6.) 
April 
23 
2810 
10 500 
(1.) 
Oktober 
31 
5 050 
17 600 (9.) 
Mai 
32 
3240 
8 500 
(6., 9.) 
November 
8 
5 420 
12 400 (12.) 
Juni 
31 
3650 
13 000 (15., 16.) 
Dezem ber 
12 
11130 
20 000 (27.) 
Im Verlaufe des Internationalen Monats (Oktober) wurden 31 Registrier 
ballon-Aufstiege ausgeführt; 26 Apparate wurden gefunden, während von fünf 
Aufstiegen (16°/ 0 ) die Apparate bisher nicht zurückkamen. Leider befindet sich 
hierunter ein Aufstieg mit zwei zur Kontrolle der Methode gleichzeitig hoch 
gelassenen Registrierapparaten. Der größte Teil der Aufstiege lieferte Zustands 
kurven der Stratosphäre. Wiederum ist die Deutsche Seewarte der Nordischen 
Rundfunk A. G. (Norag) und der Tagespresse Norddeutschlands für die weiteste 
Verbreitung der auf diese Aufstiege bezüglichen Nachrichten sowie allen Findern 
für ihre Mühewaltung zu Dank verpflichtet. Nachdem im Jahre 1927 durch 
Ernennung Geheimrat Hergesells zum Präsidenten der Kommission zur Erforschung 
der freien Atmosphäre deren Leitung an Deutschland gekommen ist, betrachtet 
die Deutsche Seewarte eine intensive Beteiligung an diesem Aufstiegsdienst als 
besonders wichtige Aufgabe aller deutschen Institute. 
57 wissenschaftliche Flugzeugaufstiege (ohne Probe- und Versuchs 
flüge) ergaben nach Abzug von 3 durch Motordefekte in geringer Höhe abge 
brochenen Flüge eine Mittelhöhe von 5260 m, eine größte Höhe von 7100 in 
(8. Oktober). Die Flüge fanden statt in Verbindung mit den Internationalen 
Terminen, zur Untersuchung besonderer Wetterlagen und in Übereinstimmung 
mit dem Reichsverkehrsministerium, Abt. Luftfahrt, zum Studium des Fluges 
durch und in Wolken. Die Verwendung des vom R. V. M., Abt. Luftfahrt, zur Ver 
fügung gestellten zweisitzigen Flugzeugs vom Typ Junkers A 20 hat sich wegen 
der Möglichkeit gleichzeitiger Augenbeobachtungen sehr bewährt. Die Mehrzahl 
der Flüge ist von Dr. Lohr ausgeführt und ausgewertet worden. 
2. Forschungsfahrten. 
Gegenüber den letzten Jahren ist dank der Unterstützung durch die Not 
gemeinschaft der Deutschen Wissenschaft und durch das R. V. M., Abt. Luftfahrt, 
ein erfreulicher Ausbau der überaus wertvollen Forschungsfahrten zu verzeichnen. 
Die 7. aerologische Forschungsfahrt erfolgte durch die Meteorologen Dr. A. Lohr 
und Prof. Dr. K. Knoch (Preuß. Met. Inst., Berlin) in den Monaten März bis Mai 
nach Westindien. Die 8. aerologische Forschungsfahrt ist im November mit den 
Meteorologen Dr. Pummerer und Dr. Steiner nach Rio und dem La Plata hinaus 
gegangen. Für die 9. Studienfahrt, die zu Beginn des Jahres 1928 unter den 
Meteorologen Dr. Klein und Dr. Wittenbecher nach den Canarischen Inseln ent 
sandt werden wird, werden bereits in diesem Jahre die erforderlichen Vor 
bereitungen getroffen. Ferner hat sich die Versuchsanstalt an den Vorbereitungen 
für eine meteorologische Studienreise der Meteorologen Frank nach Lissabon 
und Wagner nach Rotterdam beteiligt. Wertvolle Anregungen für die Durch 
führung der Forschungsfahrten brachte die Rückkehr von Dr. Kuhlbrodt nach 
Beendigung der „Meteor“-Reise. 
Vom Juni bis August unternahmen Dr. Georgi und der Feinmechaniker der 
Versuchsanstalt Fr. Friedrichs gemeinsam mit Studienrat Dr. Dannmeyer und 
Dr. Gmelin eine meteorologische Forschungsreise nach Nordwest-Island zur 
weiteren Klärung der auf der ersten Reise 1926 angeschnittenen Fragen (siehe
	        
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