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Volltext : Jahresbericht 1927

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Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  1927.

Bei  der  Besichtigungsfahrt  des  Rotorschiffes  „Barbara“  und  der  Probefahrt
des  Lotsendampfers  „Kersten  Miles“  war  die  Wetterwarte  vertreten.
Es  wurden  folgende  meteorologische  Lehrkurse  abgehalten:
1.  Lehrkursus  für  die  Winterschuldirektoren  und  Mitglieder  der  Landwirtschaftskammer
  für  die  Provinz  Ostpreußen  (18  Stunden).
2.  Lehrkursus  an  der  Segelfliegerschule  (12  Stunden).
3.  Lehrkursus  beim  Ostpreußischen  Flugsport  G.  m.  b.  H.  Neun  Monatskurse
von  je  20  Stunden,  vier  Wochenendkurse  von  je  16  Stunden.
4.  Lehrkursus  bei  der  Luftüberwachungspolizei.
a)  Flugstreckensicherungs-,  Strecken-  und  Gefahrenmeldedienst  (8  Stunden).
b)  Einführung  in  den  praktischen  Wetterdienst  (20  Stunden).
j)  Wetterwarte  Stettin.
Mit  Verlegung  der  Wetterwarte  Swinemünde  nach  Stettin  am  1.  Januar  1927
wurde  der  neuen  Dienststelle  des  Öffentlichen  Wetterdienstes  für  Pommern  auch
der  gesamte  Abnehmerkreis  für  Wetternachrichten  zugeführt;  er  hat  sich  während
des  Berichtsjahres  merklich  vermehrt.  Rundfunk-,  Zeitungs-  und  unmittelbarer
Auskunftsdienst  haben  den  Wirkungsbereich  der  Dienststelle  nach  Reichweite  und
Abnehmerzahl  erweitert.  So  stieg  die  Zahl  der  versorgten  Zeitungen  auf  fünf
in  Stettin  und  zwölf  in  der  Provinz.
Nach  Aufhebung  der  Normalbeobachtungsstation  in  Swinemünde  wurde  eine
solche  auf  dem  Feuerschiff  „Adlergrund“  am  1.  September  eingerichtet,  dessen
Funknachrichten  von  der  Wetterwarte  Stettin  unmittelbar  aufgenommen  werden.
Es  hat  sich  gezeigt,  daß  das  Feuerschiff  „Adlergrund“  den  Seewetter-  und  Sturmwarnungsdienst ­
  ebenso  wirksam  hat  wahrnehmen  können  wie  die  ehemalige
Wetterwarte  Swinemünde;  so  wurden  nachts  nicht  nur  die  Schiffe  auf  See  durch
Scheinwerfersignale,  sondern  auch  die  Reeder  an  Land  durch  eine  stets  dienstbereite ­
  Vermittlungsstelle  benachrichtigt.
Am  17.  Februar  wurde  die  Dienststelle  vom  Flugplatz  Kreckow  nach  dem
Land-  und  Seeflughafen  beim  Dammschen  See  verlegt.  Seit  Einsetzen  des  Flugverkehrs ­
  im  April  ist  die  ununterbrochene,  Tag  und  Nacht  umfassende  Dienstbereitschaft ­
  durchgeführt  worden.
Die  Verbreitung  von  Lehrmitteln,  Übungskarten  usw.  für  wetterkundlichen
Unterricht  in  den  landwirtschaftlichen  und  anderen  Schulen  wurde  nicht  ohne
Erfolg  betrieben.  Besucht  wurde  die  Wetterwarte  u.  a.  vom  Oberbürgermeister
von  Stettin  Dr.  Ackermann,  Stadtverordnetenvorsteher  Generalkonsul  Dr.  Ahrens,
Leiter  der  Dienststelle  der  Marineleitung  Korvettenkapitän  von  Puttkamer,  Seefahrtschuldirektor ­
  Kräuss.
k)  Wirtschaftswetterdienst  der  Flugwetterwarte  Hannover.
Bis  Mitte  Mai  wurden  Morgen-  und  Abendwetterkarten  als  Klischeekarten
(Pappmatern)  nebst  Wetterübersichten  und  Wettervorhersagen  an  50  Zeitungen
versandt.  Da  alsdann  der  Abenddienst  eingestellt  wurde,  blieben  20  Zeitungen
zu  beliefern.  Der  Gewitterwarnungsdienst  für  das  Stromnetz  des  Großkraftwerkes ­
  Hannover  wurde  auch  in  diesem  Sommer  durchgeführt.  Im  Winterhalbjahr ­
  erfolgte  die  Herausgabe  einer  Frostprognose  für  die  Streckenbauleitung
des  Mittellandkanals.  Der  Wintersportnachrichtendienst,  insbesondere  vom
Harz,  wurde  an  einige  Zeitungen  sowie  an  den  Rundfunksender  der  Norag  weitergeleitet. ­
  Der  letztere  verbreitete  seit  Ende  1927  auch  eine  besondere  Vorhersage
für  Südhannover  und  den  Harz.  Die  Zahl  der  Wetterauskünfte,  namentlich
für  wirtschaftliche  Zwecke,  hat  sich  weiter  gehoben.  Die  Flugwetterwarte  erhielt
mehrfach  Besuche  interessierter  Persönlichkeiten,  u.  a.  des  Herrn  Oberpräsidenten
der  Provinz  Hannover  Noske,  weiter  von  Schulen  und  Vereinen.
1)  Meteorologische  Versuchsanstalt  Groß-Borstel.
Auch  im  Berichtsjahr  war  die  planmäßige  Erledigung  der  vorliegenden  Aufgaben ­
  stark  behindert  durch  den  Mangel  an  Personal,  sowie  durch  den  sehr
schlechten  baulichen  Zustand  der  Diensträume.
            
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