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Full text: Jahresbericht 1927

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1927. 
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der ausführlichen Vorausberechnungen von Bremen (Große Weserbrücke) sind 
die von Bremen—Oslebshausen getreten. Bei den holländischen Häfen sind die 
Höhen auf Kartennull gleich mittleres niedrigstes Springniedrigwasser bezogen 
worden. 
2. Sonstige Arbeiten. Außer einigen Besprechungen in den A. H. usw. 
sind keine weiteren wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht worden. 
Für die Neuauflage der von der Marineleitung herausgegebenen Seehand 
bücher für das Mittelmeer, VI. Teil: Adriatisches Meer, für das Südchinesische 
Meer und für die West- und Nordküste Norwegens, I. Teil, wurden die Abschnitte 
über die Gezeiten durchgeprüft und nach den etwa vorhandenen neueren Quellen 
umgearbeitet. 
c) Gezeitendienst. 
1. Schriftleitung der Gezeitentafeln. Die Vorausberechnung der 
deutschen Gezeitentafeln ist auch im Jahre 1927 unter der Leitung Dr. Rauschel 
bachs planmäßig durchgeführt worden. Mit der Gezeitenrechenmaschine wurden 
von den beiden wissenschaftlichen Angestellten Dr. Dose und Dr. Mothes und 
dem Oberinspektor Thiel die ausführlichen Gezeitenangaben von 6 europäischen 
und von 14 außereuropäischen Häfen für das Jahr 1929 vorausberechnet. 
Von einer Hilfskraft wurden ferner 3 europäische Häfen nach einem empirischen 
Verfahren berechnet und 13 an andere Häfen angeschlossen. 6 europäische und 
8 außereuropäische in den Gezeitentafeln abgedruckte Häfen wurden von fremden 
Staaten, davon 9 im Austausch gegen Abschriften von Vorausberechnungen 
deutscher Häfen, erhalten. 
Bis zum Ende des Berichtsjahres war die Handschrift für die „Gezeiten 
tafeln für das Jahr 1929“ fast fertiggestellt. Bei einer Anzahl von Häfen, vor 
allem der englischen und indischen Häfen, ist das Kartennull bei den ausführ 
lichen Vorausberechnungen in Übereinstimmung mit den Angaben der Seekarten 
größten Maßstabes oder der fremden Gezeitentafeln gebracht worden. 
2. Bearbeitung der Grundlagen für die Gezeitenvorausberech 
nung. Die Ende 1925 wieder aufgenommene Neubearbeitung der Unterlagen 
für die Berechnung der ausführlichen Gezeitenangaben, vor allem der deutschen 
Häfen, mittels empirischer Verfahren ist im Berichtsjahre durch eine Hilfskraft 
wieder zeitweise gefördert worden. 
Die Hoch- und Niedrigwasserhöhen von Hamburg für die 19jährige Beob 
achtungsreihe von 1901 bis 1919 sind auf jährliche Schwankungen hin unter 
sucht worden. Es hat sich ein nicht zu vernachlässigender Gang in den Hoch- 
und Niedrigwasserhöhen und somit auch im Mittelwasser und im mittleren 
Tidenhub ergeben. 
Für die in den Gezeitentafeln enthaltenen französischen und englischen Häfen 
sind die Grundwerte der Gezeiten aus den fremden Vorausberechnungen für die 
Jahre 1920 bis 1928 neu hergeleitet worden. Doch konnten diese neuen Werte 
für die Gezeitentafeln für das Jahr 1929 noch keine Verwendung finden, da mit 
ihrer Einführung auch die Änderung der entsprechenden Tidenkurven verbunden 
gewesen wäre. 
Zur Sammlung aller in der Literatur verstreuten und in fremden Tafeln 
enthaltenen Gezeitengrundwerte und Gezeitenunterschiede ist eine Kartei neu 
eingerichtet worden, in deren Karten alle vorkommenden Gezeitenangaben über 
sichtlich eingetragen werden können. 
Der zweite Teil der „Harmonischen Analyse der Gezeiten des Meeres“ von 
Dr. Rauschelbach ist im Berichtsjahre nur gelegentlich gefördert worden, so daß 
die Ermittlung von harmonischen Konstanten deutscher Häfen noch weiter zurück 
gestellt werden mußte. 
3. Gezeitenstrombeobachtungen. Der selbstschreibende Strommesser 
nach Dr. Rauschelbach wurde nach erfolgtem Umbau des Anschlußstückes für 
die beiden Kabelanschlüsse Mitte Juli zunächst wieder zur Erprobung vom Ponton 
des Zollgrenzpostens Niederhafenspitze oberhalb der St. Pauli-Landungsbrücken 
aus in verschiedenen Tiefen etwa 25 Stunden lang ausgebracht. Als Beobachter 
waren tätig: Dr. Rauschelbach, Dr. Dose, Dr. Mothes, Thiel.
	        
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