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Full text: Jahresbericht 1927

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1927. 
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statt des „Sprunges“ die mittlere tägliche Gangschwankung ermittelt, außerdem 
wie bisher der Temperaturfehler und die langperiodische Gangschwankung. 
Bei Zimmertemperatur wurden 37 Chronometer untersucht; einfache Stand 
bestimmungen wurden in zahlreichen Fällen ausgeführt. 
Am Jahresschluß befanden sich außer den bereits genannten Instrumenten 
8 Chronometer in der großen (75tägigen) Prüfung und 10 Chronometer in der 
kleinen Prüfung (Beobachtung nur bei Zimmertemperatur). 
i) Präzisions-Taschenuhren. 
Der „großen Taschenuhrprüfung“ sind 13 Uhren, von denen eine nicht be 
stand, der „kleinen Prüfung“ ist eine Uhr unterworfen worden, und zwar nach 
der alten Prüfungsordnung der Deutschen Seewarte. 
Auf der am 5. und 6. August in Goslar tagenden Mitgliederversammlung der 
Gesellschaft für Zeitmeßkunde und Uhrentechnik kam durch Beschluß des wissen 
schaftlichen Ausschusses, in dem Dr. Repsold als Sachverständiger und Vertreter 
der Seewarte mitwirkte, eine neue Prüfungsordnung zur Annahme, die sich aus 
Rücksicht auf die deutsche Uhrenindustrie wegen strenger Vergleichbarkeit der 
Prüfungsergebnisse an die Schweizer Prüfungsbestimmungen anlehnt. Die neue 
Prüfungsordnung (Goslarer Prüfung!) konnte jedoch erst nach weiteren Ver 
handlungen und nach Veröffentlichung in den Fachzeitschriften von Ende No 
vember ab zur Anwendung kommen. Am Jahresschluß befanden sich 8 Uhren 
in dieser Prüfung. 
Die Deutsche Seewarte hat außerdem im Anschluß an den von Dr. Repsold 
für die Goslarer Versammlung aufgestellten Entwurf eine weitere Prüfungs 
ordnung (Hamburger Prüfung!) eingeführt, die derjenigen für Chronometer ähnlich 
ist und die wesentlich die Interessen der Benutzer berücksichtigt. Diese Prüfung 
kann auf Wunsch der Einlieferer in abgekürzter Form als sogenannte „kleine 
Prüfung“ ausgeübt werden. 
Durch besondere Untersuchungen wurde Material zum Verhalten von Taschen 
uhren unter verschiedenen Bedingungen beigebracht. 
k) Nauener Zeitdienst. 
Die funkentelegraphischen Nauener Zeitsignale (Onogo- und Koinzidenzsignale), 
die von der Seewarte aus über eine vom Reichspostministerium zur Verfügung 
gestellte Kabelleitung ausgelöst werden, wurden in der gleichen Form wie in 
den Vorjahren auf den Wellen 3100 m (tönend) und 18 000 m (ungedämpft) ab 
gegeben. Der Vorausberechnung der Zeit und der Abgabe des Stromstoßes 
lagen 48 Zeitbestimmungen zugrunde, die, soweit es die Witterung erlaubte, jeden 
vierten Tag am Bambergschen Durchgangsinstrument mit Hilfe eines Registrier 
mikrometers ausgeführt wurden. Die Vorausberechnung der Zeit wurde durch 
15 Telegramme des Geodätischen Institutes in Potsdam unterstützt. Die auf Grund 
nur eigener Zeitbestimmungen ermittelten endgültigen Verbesserungen der Signale 
wurden im Beobachtungszirkular der Astronomischen Nachrichten, in den A. H. 
und in sechs deutschen Uhrmacherfachzeitschriften veröffentlicht. Der durch 
schnittliche Betrag der endgültigen Verbesserungen des Onogosignals für die 
3100 m-Welle betrug im verflossenen Jahre 0.077 3 . Von den 730 zu erwartenden 
Signalen des Jahres 1927 fielen 9 aus, meist infolge Kabelstörung; ein Signal 
wurde für ungültig erklärt. Von den Koinzidenzsignalen sind 4 teilweise aus 
gefallen bzw. ungültig gewesen. 
1) Zeitdienstanlage, Instrumentarium. 
Die bereits gegen Ende des Berichtsjahres 1926 in der Hauptsache durch 
geführte umfassende Überholung der gesamten Zeitdienstanlage wurde im gegen 
wärtigen Berichtsjahre vollendet. Hierbei wurden u. a. die 3 Chronographen der 
Abteilung (2 Fuess’sche Spitzenchronographen, 1 Hippscher 3-Federn-Schreib 
chronograph) gründlich überholt und 1 Chronometer mit Sekundenkontakt ver 
sehen, um als Ersatzsternzeituhr dienen zu können. Ferner ist die Funkempfangs 
anlage erweitert und vervollkommnet, auch ein neues 3-Röhrenempfangsgerät für 
3*
	        
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