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Full text: Jahresbericht 1927

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1927. 
warte besondere Stromversetzungsformulare, in denen nach Möglichkeit der 
Strom auf kürzere Strecken erfaßt werden soll. Dazu gehört ein Stab aufmerk 
samer Beobachter, der unter den Kapitänen und Schiffsoffizieren geworben 
werden soll. Die Ergebnisse sollen in Form von Karten mit Beschreibung dar 
gestellt werden, und zwar gedenkt die Deutsche Seewarte zunächst mit dem 
Gebiet der Ostküste von Südamerika zu beginnen, sobald das eingelaufene Material 
für eine derartige Arbeit ausreicht. Ein solches Werk wird die Erfahrungen 
aller Schiffe dem einzelnen an der Küste fahrenden zugute kommen lassen. Es 
wird dem Schiffsführer zeigen, welche beträchtlichen auflandigen Strömungen 
an dieser oder jener Stelle möglich sind, es wird ihn warnen und veranlassen, 
den Kurs mit einem größeren Sicherheitsfaktor abzusetzen und sorgfältiger zu 
überwachen, als er es vielleicht ohne die Veröffentlichung getan haben würde. 
i) Seekarten. Es wurden der Sammlung insgesamt 971 neue Karten ein 
gereiht. Von dieser Summe entfallen 331 Karten auf Schenkungen deutscher 
und ausländischer Institute oder Behörden. 640 Karten beschaffte die D. S. aus 
eigenen Mitteln. Abgesetzt wurden im ganzen 629 Karten. 
An den Schenkungen waren beteiligt: Die Marineleitung mit 1 Karte, das 
Kgl. Seekartenwerk Stockholm und das Kgl. Dänische Seekarten-Archiv mit je 6 
und das Hydrographische Amt (Hydrographic-Office) Washington mit 318 Karten. 
Die Berichtigung der Seekarten im Jahre 1927 nach den Nachrichten für 
Seefahrer hatte folgenden Umfang: 
Titel 
I 
11 
III 
IV 
V 
VI 
VII 
VIII 
IX 
X 
XI 
XII 
XIII 
XIV 
Summe 
Anzahl 
503 
181 
700 
254 
397 
490 
215 
134 
244 
284 
439 
199 
ISO 
10 
4230 Ein 
tragungssätze 
k) Auskunfterteilung. An Seeämter, Reedereien und Privatpersonen 
wurde in 160 Fällen Auskunft über Häfen, Wind und Wetter oder Eisverhält 
nisse erteilt. In zahlreichen Fällen wurde die Abteilung von Kapitänen und 
Schiffsoffizieren besucht. Diese Besuche führten stets zu einem regen münd 
lichen Gedankenaustausch über maritim-meteorologische und nautische Angelegen 
heiten zwischen der Seewarte und den Mitarbeitern zur See. 
l) Hafendienst. Zur Aufrechterhaltung der Verbindung mit der Schiff 
fahrt wurden 754 Schiffe besucht, wobei 71 Barometer an Bord kontrolliert, 
810 Tagebücher, 36 kleine Wetterbücher, 400 Fragebogen, 60 Monatskarten ver 
teilt und 740 Tagebücher, 15 kleine Wetterbücher und 222 Fragebogen sowie 
119 Stromauszüge von Bord geholt wurden. 
Im Jahr 1927 ist die neue Barkasse in Betrieb genommen, sie hat den Ver 
kehr mit den Schiffen sehr erleichtert und ausgebaut und ist außerdem oft zum 
Instrumententransport, für Strombeobachtungen und zu sonstigen Dienstfahrten 
benutzt worden. 
m) Eisdienst. Dem stetig wachsenden Wettbewerb der Staaten entsprechend, 
die Winterschiffahrt aufrechtzuerhalten, mußte eine größere Sicherheit gegen 
Eisschäden und Gefahren geschaffen werden. Die im Winter 1926/27 erfolgte 
Auslegung des von der Marineleitung gestellten Eiswachschiffes „Boreas“ ent 
sprach nicht den darin gesetzten Erwartungen, hatte jedoch den Erfolg, daß 
auch von allen Ostseeuferstaaten die Notwendigkeit einer Verbesserung des Eis 
nachrichtendienstes anerkannt wurde. 
Auf die im Sommer 1925 von der Deutschen Seewarte einberufene Eis 
konferenz zwecks Verbesserung des Eisnachrichtendienstes, zu der alle außer 
deutschen Staaten eingeladen waren, folgte die zweite internationale Eiskonferenz 
in Reval am 24., 25. und 26. August 1927. 
Zu dieser Konferenz waren zwei Vertreter der Deutschen Seewarte entsandt 
(Kpt. Petersen und Dr. Ahlgrimm). Die dort durchgeführte Verbesserung des 
Eisnachrichtendienstes bestand in einer wesentlichen Erweiterung des Nach 
richtenwesens für die auf See befindlichen Schiffe. Neu eingeführt wurde die 
mehrmals am Tage stattfindende Verbreitung von Eisübersichten in offener
	        
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