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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1974
pelit. Der bei Lotung 46 aus 601 m Tiefe gewonnene schwarze Ton enthält
auch verhältnismäßig viele und bis 0.08 mm große Quarzkörner, was ebenfalls
auf eine ehemalige Insel in der Gegend der jetzigen Untiefe hindeutet, um so
mehr als der Ton der Probe 47 aus 446 m Tiefe keine sandige Beimengung
enthält. Probe 48 zeigt Diatomeenpelit über dunklem Ton, Probe 49 grauen
diatomeenreichen Schlick. Die beiden südlichen Profile Edith-Bay—Tembwe und
Kala—Vua (Nr. 50 bis 54, 64 bis 68 und 55 bis 63) ergaben von den Küsten
bis in die größten dort gemessenen Tiefen des Sees hinab zu beiden Seiten grün-
grauen Schlick in Wechsellagerung mit Diatomeenpelit und in der Mitte sehr
dunklen geschichteten diatomeenhaltigen Ton.
Bemerkenswert ‘ist, daß die Aragonitkriställchen in erheblichen Mengen
nur in den Sedimenten des nördlichen Teils des Sees vorkommen. Sie konnten
zwar in einigen Proben aus dem mittleren und südlichen Teil des Sees nach-
gewiesen werden, bleiben aber immer nur vereinzelt, Diese eigenartige Ver-
breitung des Aragonits, der als eine chemische Ausfällung aus dem kalkreichen
Wasser des Sees anzusehen ist, findet ihre Erklärung darin, daß der nördliche
Teil des Sees einer stärkeren Verdunstung ausgesetzt ist und auch weniger Zu-
flüsse erhält als der mittlere und südliche Teil, Dementsprechend ist die Aragonit-
bildung im Burton-Golf und in dem nördlichsten Zipfel des Sees am stärksten,
Von den küstennahen Lotungen ist eine große Zahl, auch wenn sie be-
deutende Tiefen erreicht haben, auf festen Fels gestoßen. Das ist bei der außer-
ordentlich großen Steilheit der Böschung von der Küste zur Tiefe nicht ver-
wunderlich, Auf einer solchen Böschung können sich keine Sedimente halten,
sondern müssen abrutschen. Im Zuger See und in andern Schweizer Seen sind
subaquatische Rutschungen von Ablagerungen festgestellt worden an Stellen,
wo der Böschungswinkel nur wenig über 4° betragen hat. Am Rande des Tan-
ganikabeckens ist der Böschungswinkel, besonders bei den Profilen Musama—
Remba, Tembwe—Edith-Bay und Yua—Kala nach den Lotungen aber wesentlich
größer, stellenweise über 10°, Haben doch in diesen Profilen einige der von
der Küste nur wenige Kilometer entfernten Lotungen Tiefen von mehreren 100 m
erreicht. So erklärt es sich, daß bis in die großen Tiefen in der Nähe des
Abfalls ein verhältnismäßig sandiger Schlick gefunden worden ist. Es ist das
Material, das auf der steilen Böschung nicht zur Ruhe gelangt, sondern abgleitet
und sich erst am Fuße derselben anhäuft.
Tiefenbestimmungen im Meer mittels geschützter und ungeschützter
Umkehr -Thermometer. ”
Yon Dr. W. Brennecke.
Im letzten Jahrzehnt hat eine erfreuliche Verbesserung der zu den 0zeano-
graphischen Arbeiten gebrauchten Instrumente stattgefunden, so daß die Genauig-
keit der Ergebnisse mehr und mehr gesteigert worden ist. Nur über einen
Faktor wissen wir bislang wenig: über den Einfluß des Drahtwinkels auf die
erreichte Tiefe. Im allgemeinen wird der Draht, an dem die Instrumente oder
das Lot in die Tiefe versenkt werden, infolge der Trift des Schiffes oder des
Abtreibens der Instrumente selbst mehr oder weniger von der Senkrechten ab-
weichen, und demzufolge wird auch die erreichte Tiefe geringer sein als die
ausgegebene Drahtlänge.
‘) Während des Druckes der vorliegenden Arbeit ging mir eine Abhandlung von Professor
L. De Marchi zu: Teoria degli scandagli d’alto mare in R, Comitato Talassovrafico Italiano
Mem. XXXIL. 1913. auf die hier aufmerksam gemacht sel.