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Full text: Jahresbericht 1888

Elfter Jahres-Bericlit der Direktion. 
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mit dem Nadel - Inklinatorium von Hechelmann 67°49.'33 N. und dem Nadel-Inklinatorium von Bamberg 
67°48.'4N. Eine Schlussfolge auf den Charakter und die Grösse der Säkular-Aenderung dieses Elementes 
lässt sich aus diesen Beobachtungen nicht ziehen. Nicht zum geringen Theile wirkt dabei der in dem 
vorigen Jahres-Berichte hervorgebobene Umstand mit. (Siehe Jahres-Bericht X, N0. 1, Seite 32). 
Es muss hier noch erwähnt werden, dass die Inklinations-Beobachtungen nicht alle auf dem Zentral- 
Pfeiler des Kompass-Observatoriums gemacht worden sind, sondern zum Theil auf einem hölzernen Stativ- 
dicht neben jenem Pfeiler. 
Horizontal-Intensität. Die sämmtlichen Bestimmungen der Horizontal-Komponente der erdmagnetischen 
Kraft wurden auf dem Zentral-Pfeiler des Kompass-Observatoriums ausgeführt. Es ist eine grössere Anzahl 
von Beobachtungen mit dem Reise-Theodolit Hechelmann (H) ausgeführt worden, die wegen mangelnder 
Bestimmung der Konstanten noch nicht berechnet worden sind. Auch hat Herr Dr. M. Eschenhagen mit 
dem von ihm auf seiner Reise benutzten Apparate die Horizontal-Intensität bestimmt, sowie Dr. Neumayer 
mit dem Instrumente Hechelmann die im Kompass-Observatorium auch an die im Observatorium in Wilhelms 
haven ausgeführten Bestimmungen anknüpfte. Diese Beobachtungen werden erst später verwerthet werden 
können und wird deshalb der Werth der Horizontal-Intensität aus Beobachtungen im Februar, März, April, 
August, September und Oktober ausgeführt für 1888.46 zu 0.17865 C. G. S. nur als ein vorläufiger aufgefasst 
werden können. Hinsichtlich der Säkular-Aenderung gilt dasselbe, was im Jahres - Bericht X, Seite 32 
darüber gesagt worden ist. 
Sivinemünde. Mit der Verlegung der Hauptagentur von Swinemünde nach Stettin hörten die regel 
mässigen magnetischen Beobachtungen an ersterem Orte auf und an deren Stelle traten nunmehr die bei 
Stettin ausgeführten Beobachtungen. Die Schwierigkeiten, einen wirklich für genaue magnetische Beob 
achtungen tauglichen Platz in der Nähe einer grossen Stadt, zumal, wenn derselbe einen so stark aus 
geprägten industriellen Charakter trägt, wie Stettin, sind sehr erheblicher Natur. Nach langem Suchen 
und mehrfachem Beobachten wurde eine hochgelegene Stelle bei Zabelsdorf ausgewählt. Auf vollkommen 
freiem Felde, in dessen Nähe auch für die nächste Zeit wesentliche Veränderungen nicht vorgenommen 
werden werden, wurde am 29. September von Dr. Neumayer eine Reihe von Beobachtungen ausgeführt. An 
derselben Stelle beobachtete später auch der Vorsteher der Hauptagentur in Stettin, Kapt. Willert. 
Magnetische Deklination. Auf das Mittel des Tages reduzirt ergab sich aus den Beobachtungen vom 
29. September ein Werth von 9°67.'26W. 
Nach den Bestimmungen von Kapt. Willert betrug die magnetische Deklination um 12 h 0 m Mittag am 
9. November 9° 56/2 W. und am selbigen Tage um 2 h 15 m p. m. 9°51.'7 W. (Die erstere Bestimmung ist nach 
Angabe des Beobachters die zuverlässigste). 
Magnetische Inklination. Am Nachmittag des 29. September 5 h 22 m war dieses Element 67° 17/75 N. 
nach Dr. Neumayer; eine Bestimmung Kapt. Willert’s ergab einen wesentlich kleineren Werth. Eine Ent 
scheidung über den genauen Werth dieses Elementes lässt sich erst aus späteren Beobachtungen ableiten. 
Horizontal-Insensität. Aus den Bestimmungen vom 29. September ergab sieb für dieses Element um 
4 h 37 " p. m. ein Werth von 0.18342 C. G. S. 
Rostock. Magnetische Deklination. In jedem Monate des Berichts-Jahres wurden durch den Direktor 
der Navigationsschule und Vorstand der Agentur, Herrn Dr. Wiese, an einem oder zwei und mehr Tagen, 
zweimal des Tages, um die Zeit des westlichen Maximums und des Minimums Bestimmungen dieses Elements 
gemacht. Für die Mittel der Tageszeiten ergaben sich die beigeschriebenen Werthe der magnetischen 
Deklination für das ganze Jahr. 
Das Mittel für 1888.64 ergiebt sich daraus zu 11°27.'96 W. für ll h 22"’ a. m. und wenn man auf das 
Mittel des Tages mit der Kow-Pcriode reduzirt zu 11°24.'46W. 
Die Säkular-Aenderung ergiebt sich daraus zu etwa —8/5, was wohl zu gross ist, namentlich wenn 
mit Barth verglichen (—4/9). 
Dr. Neumayer führte am 2. Oktober eine Reihe magnetischer Beobachtungen in Rostock aus und zwar 
an einer Stelle, die erheblich von jener, an welcher Dr, Wiese zu beobachten pflegt, entfernt liegt. Die 
Lokal-Störung, die man an jener letzteren Stelle anzunehmen geneigt ist, kann in der ersten Beobachtungs- 
Stelle jedenfalls nicht angenommen werden. Für das Mittel des Tages ergab sich aus den Beobachtungen, 
reduzirt nach der Kew-Periode, ein Werth von ll°30.'o6W., dabei wurde das von Dr. Wiese bestimmte 
Azimut des Kirchthurms von Kavelstorf angenommen.
	        
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