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Full text: Jahresbericht 1923

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1923. 
In die Stelle des Amtsgehilfen rückte nach dreimonatigem Probedienst 
Erich Menslin als Verwaltungsarbeiter. 
m. Die Drachenwarte Altenwalde. 
Anfang 1923 wurden die letzten Arbeiter und Angestellten der Drachen 
warte entlassen oder abkommandiert, so daß nur die Wetterauskunftsstation 
und die Ergänzungsbeobachtungsstation durch Regierungsrat Dr. Perlewitz auf 
rechterhalten werden konnte, wozu noch Sonnenschein- und atmosphärische 
Helligkeitsmessungen kamen. 
Nachdem die letzten Versuche, die Drachenwarte zu erhalten, mißlungen 
waren, wurde die Auflösung Ende 1923 endgültig entschieden, nachdem schon 
Mitte Juli gemäß einer Vereinbarung zwischen der Eisenbahnverwaltung und 
der Seewarte die leerstehende Baracke mit 20 Eisenbahnarbeitern belegt wurde. 
Der Angestellte Kohrn, der vom 1. April bis 15. Oktober nach Swine 
münde kommandiert war, trat wieder ein, um bei der Auflösung, die in den 
ersten Monaten 1924 beendet wurde, mitzuwirken. 
n. Die nautischen Sachverständigen. 
Die nautischen Sachverständigen dienten auch im Berichtsjahre als Binde 
glied zwischen der Seewarte und den Schiffahrtskreisen. Durch persönliche 
Fühlungnahme mit den maßgebenden Kreisen wurden deren Wünsche soweit 
wie irgend möglich erfüllt oder zur Prüfung an die Seewarte weitergegeben. 
Besonders im Zeitungswesen wurde — teilweise mit Erfolg — versucht, durch 
Aufsätze und Nachrichten über die Wetterlage, wie durch Vorträge das Publikum 
mehr für die meteorologischen Vorgänge zu interessieren und über dieselben 
aufzuklären. 
VIII. Bericht über die Tätigkeit der Abteilung IV. 
a. Chronometerprüfungen. 
Im Jahre 1923 wurden im ganzen 223 Chronometer geprüft. 46 Instrumente 
wurden bei verschiedenen Temperaturen (von 10 bis 30° C) untersucht. Einzelne 
Standbestimmungen von Chronometern wurden in 48 Fällen durchgeführt. 
In der 46. Chronometer-Wettbewerbprüfung (abgeschlossen am 21. Februar 
1923) wurden 35 Instrumente, die von vier Firmen eingeliefert waren, unter 
sucht. Bei dieser Prüfung kamen zum ersten Male größere Temperaturstürze 
(12° C, gegenüber Temperatur Veränderungen von nur 5° C, die früher vorge 
nommen wurden) zur Anwendung. — Die 47. Wettbewerbprüfung begann am 
17. November 1923 mit 21 Chronometern, eingeliefert von drei Firmen. Vor 
Beginn dieser Prüfung fand eine eingehende Besprechung mit Chronometer 
machern und Sachverständigen über grundsätzliche Fragen der Chronometer 
prüfungen statt. 
b, Zeitdienst und Zeitsignalbetrieb. 
Die Auslösung der funktelegraphischen Nauener Zeitsignale erfolgte in 
der bisherigen Weise um 0 h und 12 h M. Z. Greenwich unter Benutzung der vom 
Reichspostministerium zur Verfügung gestellten Kabelleitung Seewarte—Nauen. 
Die Signale wurden bis zum 31. Oktober 1923 gleichzeitig auf den Wellen 3100 m 
(tönend) und 13 000 m (ungedämpft) abgegeben, vom 1. November ab auf den 
Wellen 3100 m (tönend) und 18 000 m (ungedämpft). Die Korrektionen der Zeit 
signale wurden in den „Annalen der Hydrographie usw.“, im Beobachtungs 
zirkular der „Astronomischen Nachrichten“ (Kiel) und in drei deutschen Uhr 
macherzeitungen veröffentlicht. 
Der Stand der Normaluhren wurde durch regelmäßige Zeitbestimmungen 
festgestellt. Die Beobachtungen wurden sämtlich am Bambergschen Durchgangs 
instrument (7 cm Objektivöffnung) mit Registriermikrometer ausgeführt. — Im
	        
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