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fullscreen: Jahresbericht 1923

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1923. 
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Von der öffentlichen Wetterdienststelle sind keine wesentlichen Ände 
rungen zu berichten. 
h. F-T.-Station der Deutschen Seewarte. 
Neubauten und Verbesserungen an den Empfangsapparaten sind ent 
sprechend den Fortschritten der drahtlosen Technik zur Erhöhung und Ver 
feinerung des Empfangs vorgenommen worden. Die Ferntastung des Königs- 
wusterhausener Senders hat in jeder Weise befriedigend gearbeitet. 
i. Die Wetterwarte Königsberg. 
Die Aufnahme aller Wetter- und Eismeldungen durch die funkentele 
graphische Empfangsstation der Wetterwarte wurde weiter ausgebaut und wird 
jetzt restlos durch Einführung eines von früh bis abends ununterbrochenen 
Wetter- und Funkempfangdienstes durchgeführt. Die sehr rege Flugtätigkeit 
vom hiesigen Flughafen aus nach Osten und Westen erforderte eine eingehende 
Flugberatung, die durch direkten Verkehr mit den Flugzeugführern besonders 
nutzbringend gestaltet werden konnte. Die Wetterwarte beteiligte sich an der 
Organisation des 1. Deutschen Küstensegelfluges in RoMtten und führt während 
der Flugwoche aerologische Messungen mittels Drachen und Pilotballonen durch. 
Die der Wetterwarte angegliederte Öffentliche Wetterdienststelle gab tägliche 
Wetterkarten für die Provinz Ostpreußen heraus und erweiterte ihre Vorher 
sagen unter Ausnutzung der Bjerknesschen Forschungsergebnisse. 
Die Wetterwarte wurde in ständig wechselndem Maße von den ver 
schiedensten Interessengruppen für Auskünfte und Beratungen aller Art in An 
spruch genommen. Es fanden auch zahlreiche Besichtigungen der Wetterwarte 
statt, bei denen Vorträge über die Tätigkeit der Wetterwarte gehalten wurden. 
k. Die Drachenwarte Cranz. 
Alle Bemühungen, die Arbeiten der stillgelegten Drachenwarte in Cranz 
wieder aufzunehmen, waren leider trotz lebhafter Unterstützung von seiten ver 
schiedener ostpreußischer Behörden erfolglos; die Drachenwarte wird nunmehr 
endgültig aufgelöst. 
I. Die Wetterwarte Swinemünde. 
Die Unterkunftsräume der Wetterwarte wurden im Laufe des Berichts 
jahres durch eine unumgänglich notwendige neue Heizanlage (selbständige Rauch 
fänge) verbessert. 
Grundlegend für die Erweiterung des Wirkungskreises der Wetterwarte 
und für die Vervollkommnung ihrer Tätigkeit wurde die schon im August 1921 
ins Auge gefaßte Herstellung einer eigenen Funkenempfangsanlage. In 
wachsendem Maße werden die gesamteuropäischen Wetternachrichten seit Anfang 
September 1923 unmittelbar aufgenommen. Am 1. Dezember übernahm die 
Wetterwarte für ihr Dritteil der Deutschen Küstenerstreckung den Sturmwarnungs 
dienst in vollem Umfange — seit dem 10. Dezember auch die Abfassung des 
durch die hiesiege Küstenfunkstelle um 11.30 a. m. verbreiteten Funkwetters für 
die mittlere Ostsee. 
Daneben fand die seit 1. Oktober in die Postzeitungsliste aufgenommene 
Tägliche Wetterkarte stetig steigende Verbreitung am Orte und in der Provinz 
und die Auskunftsbereitschaft der Wetterwarte wurde in zunehmendem Maße in 
Anspruch genommen. 
Dem Leiter wurde am 3. Juni ein zweiter Meteorologe — Dr. Alfred Lohr — 
beigegeben. 
Den Funkdienst übernahm — nach Ablegung der erforderlichen Prüfungen, 
der bisherige Amtsgehilfe Richard Menslin, der vom 1. September 1923 ab seitens 
des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft als Funker bei der Wetterwarte 
eingestellt wurde. 
Für den am 31. März ausgeschiedenen Büroangestellten Saupe trat am 
6. April bis zum Oktober aushilfsweise der Angestellte Kohrn von der Drachen 
warte Altenwalde ein.
	        
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