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Volltext : Jahresbericht 1923

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Jahresbericht  der  Deutschen  Beewarte  für  1923.

nommen,  vor  allem  wurde  für  die  Beobachtungen  um  2  Uhr  nachts  die  Karte
nach  Westen  zu  erweitert,  so  daß  sie  jetzt  die  Luftdruckverteilung  der  Vereinigten ­
  Staaten  von  Nordamerika,  des  Nordatlantischen  Ozeans  und  Europas
bis  nach  Rußland  zeigt.
Die  Veröffentlichung  des  von  Abteilung  I  bearbeiteten  Eisberichts  erfolgte
in  Verbindung  mit  dem  Täglichen  Wetterbericht.
d.  Normalbeobachtungsstationen  und  Sturmwarnungsstellen.
Die  Sturmwarnungsstellen  an  der  deutschen  Küste  waren  nunmehr  alle
soweit  wieder  in  Ordnung  gebracht,  daß  sie  ihre  Tätigkeit  in  vollem  Maße  aufnehmen ­
  konnten,  ausgenommen  Belumerschanze,  das  vorläufig  eingegangen  ist,
da  kein  Signalist  für  diese  Stelle  gewonnen  werden  konnte.
Verhandlungen  mit  der  Marineleitung  zwecks  weiterer  Verbreitung  der
Sturmwarnungssignale  durch  Scheinwerfer  haben  bisher  noch  zu  keinem  bestimmten ­
  Ergebnis  geführt.
e.  Flugberatung  der  Seewarte.
Außer  der  Beratung  einer  Reihe  gelegentlicher  Flüge,  wie  die  des  Junkers-Luftverkehrs
  nach  Malmö  und  Christiania,  hatte  die  Seewarte  während  des
Sommerhalbjahres  die  regelmäßige,  wetterkundliche  Beratung  der  Fluglinien
Hamburg—Berlin,  Hamburg—Amsterdam—London  und  Hamburg—Kopenhagen.
Die  in  Hamburg-Fuhlsbüttel  startenden  Maschinen  wurden  telephonisch  beraten;
für  die  Starte  in  Amsterdam  und  Kopenhagen  nach  Hamburg  wurden  über  die
postalischen  Funkstellen  Norddeich  bzw.  Hamburg  Streckenvorhersagen  gefunkt.
Bei  der  Verlegung  der  Fluglinie  Berlin—London  Ende  Oktober  über
Hannover  anstatt  über  Hamburg,  behielt  die  Seewarte  deren  Beratung;  es
werden  seit  dieser  Zeit  durch  die  hiesigen  Post-  und  Ordnungspolizei-Funkstellen ­
  Streckenvorhersagen  an  die  Flugplätze  Berlin-Staaken,  Hannover  und
Rotterdam  drahtlos  übermittelt.
Da  die  Postämtermeldungen  des  Lindenberger  Streckensicherungsdienstes
nicht  ausreichten,  wurden  von  Meppen  und  Ludwigslust,  später  für  die  Linie
Berlin—Hannover—Rotterdam  auch  von  Hannover  und  Osnabrück  Streckenmeldungen ­
  eingeholt.  Dank  des  Entgegenkommens  der  Marineleitung  war  es
möglich,  bei  zweifelhaften  Wetterlagen  in  der  Zeit  von  11a  bis  5  p  stündliche
Wettermeldungen  der  Marinenachrichtenstelle  Marienleuchte  für  die  Beratung
der  Kopenhagenstrecke  zu  erhalten.
Zur  Information  über  den  Luftfahrwetterdienst  wurde  Dr.  Seilkopf  vom
8.  Juli  bis  8.  September  nach  dem  Preußischen  Aeronautischen  Observatorium
Lindenberg  abkommandiert.  Derselbe  hatte  ferner  am  29.  November  in  Hannover
die  Verhandlungen  mit  dem  Oberpräsidium,  der  Luftaufsicht  und  dem  Aero-Lloyd
  über  die  wetterkundliche  Beratung  des  dortigen  Flugplatzes  zu  führen.
f.  Abgabe  von  Wetternachrichten  an  Zeitungen,  Auskünfte  usw.
Die  Abgabe  von  Auskünften  war  auch  im  Berichtsjahre  stark.  Wiederholt ­
  mußten  infolge  der  Geldentwertung  die  Gebührensätze  geändert  werden.
Bei  ihrem  ununterbrochenen  Tag-  und  Nachtdienst  konnte  die  Abteilung  jederzeit ­
  Anfragen  telephonisch  beantworten.
g.  Öffentliche  Wetterdienststelle  Hamburg  und  landwirtschaftlicher  Wetterdienst
der  Seewarte.
Nachdem  vom  Finanzministerium  neue  Mittel  bewilligt  worden  waren,  erschien ­
  ab  1.  April  der  Zehntägige  Witterungsbericht  für  die  Landwirtschaft
wieder  regelmäßig;  die  seit  Oktober  1922  fehlenden  Nummern  wurden  zum  Teil
nachgeliefert.
Am  10.  September  mußte  jedoch  das  Erscheinen  dieses  Berichtes  wiederum
eingestellt  werden,  da  die  Mittel  für  seine  Herausgabe  endgültig  vom  Reichsverkehrsministerium ­
  gestrichen  worden  waren.  Ausgedruckt  sind  die  Berichte
1.  bis  20.  Februar,  1.  April  bis  10.  September  1923,  druckfertig  gemacht  sind'
ferner  die  Berichte  1.  bis  31.  Januar,  20.  bis  28.  Februar  und  1.  bis  31.  März.
            
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