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Full text: Jahresbericht 1921

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1921. 
Obwohl diese Versuche einstweilen durch das Fehlen von besonderen Mitteln sehr behindert 
waren, gelang es durch Entgegenkommen des Ham burgischen Staates, der Hamburger Luft 
schiffhallen - Gesellschaft, der Deutschen Luftreederei und insbesondere des Hamburger 
Vereins für Luftfahrt, welcher den Flugzeugführer stellte, etwa 30 wohlgelungene Aufstiege 
mit aerologischen Instrumenten, darunter 6 über 5000 m, 1 über 7000 m Höhe auszuführen. 
Die Handbibliothek der Versuchsanstalt konnte erheblich vermehrt werden, desgleichen 
die Sammlung graphischer Darstellungen für Unterrichtszwecke und die Sammlung meteoro 
logischer Lichtbilder. Die Universität übertrug Prof. A. Wegener eine außerplanmäßige 
außerordentliche Professur für Meteorologie. — Prof. Wegener hielt im Berichtsjahre meteoro 
logische, klimatologische und aerologische Vorlesungen an der Universität. Mit Beginn des 
Wintersemesters richtete er gemeinsam mit Prof. Schott und Dr. Tams ein Geophysikalisches 
Kolloquium ein, an welchem auch die Meteorologen und Ozeanographen der Seewarte sich 
rege beteiligten, und in welchem bis zum Schluß des Kalenderjahres folgende Vorträge gehalten 
wurden: 1. Prof. Koppen: „Über Dove und die synoptische Meteorologie“; 2. Kand. Pantsch: 
„Über Erdbebenepizentren im europäischen Mittelmeer“; 3. Dr. Kuhlbrodt: Über den Bau der 
Zyklonen und die Theorie der Polarfront nach Bjerknes“; 4. Prof. Schott: „Zur Statistik der 
Meerestiefen (nach Kossinna)“; 5. Dr. B. Schulz: „Über Stromlinien“: 6. Dr. Brennecke: 
„Ozeanographische Ergebnisse der Deutschen Antarktischen Expediton“; 7a. Kand. Eckardt; 
„Polarfront und Zyklonen der Zugstraße Vb“; 7b. Kand. Frisch: „Die Inversionsflächen in 
den Zyklonen“ Letzterer Kandidat legte mit einer Arbeit gleichen Titels seine Doktor- 
Examen ab. 
Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Abteilung finden sich unter den Ver 
öffentlichungen der Beamten und Angestellten. Die Auswertung der Eilveser Windregistrierungen 
wurde von Dr. Bongards beendet und veröffentlicht. Die zerstörenden Windhosen vom 
28. Juni 1920 in Holstein und Mecklenburg wurden von Dr. Kuhlbrodt teils durch briefliche 
Erkundigungen, teils durch persönliche Besichtigung der Spuren eingehend untersucht. Das 
Ergebnis befindet sich z. Zt. in Druck. Die Bearbeitung der „Aerologischen und hydro 
graphischen Beobachtungen der Deutschen Marine-Stationen während der Kriegszeit 1914-18“ 
konnte in Gemeinschaft mit Abt. A/B wesentlich weiter gefördert werden. Im Berichtsjahre 
wurde veröffentlicht Heft 3; Heft 4 befindet sich in Druck, und Heft 5 liegt als Manuskript 
vor. Diese Hefte enthalten folgende Arbeiten von Dr. W. Peppier: „Windverhältnisse über 
Breedene-Meer und St. Michel bei Brügge“, „See- und Landbrise an der flandrischen 
Küste“, „Beobachtungen über die Turbulenz des Windes, besonders in der freien Atmosphäre“, 
„Temperaturverhältnisse über Breedene-Meer und St. Michel nebst Anhang (a. Feuchtigkeits 
verhältnisse, b. Wolkenhöhen)“. Auch die Bearbeitung der Beobachtungen an der deutschen 
Küste konnte durch Dr. Castens soweit gefördert werden, daß sie voraussichtlich im 
kommenden Berichtsjahr veröffentlicht werden kann. 
Prof. A. Wegener nahm an der mehrtägigen meteorologischen Tagung im Aeronautischen 
Observatorium in Lindenberg teil und hielt verschiedene wissenschaftliche Vorträge in 
Berlin, Frankfurt a. M. und auf dem Deutschen Geographentag in Leipzig. 
X. Ozeanographische Abteilung (H). 
Der meereskundliche Beobachtungsdienst, auf den deutschen Feuer 
schiffen ist, soweit die Nordsee in Betracht kommt, nunmehr im Gang, teilweise schon 
seit Herbst 1920. Es beobachten die Feuerschiffe Borkumriff, Norderney, Minsener Sand, 
Weser, Bremen, Osteriff, Elbe IV, Elbe 1, Außeneider, Amrum-Bank. Die Strömung wird nach 
Richtung und Geschwindigkeit alle 4 Stunden ermittelt, die Kenterungszeiten werden an 
gegeben; einmal am Tage (8 Uhr V) werden die Temperaturen des Wassers in verschiedenen 
Tiefen gemessen und Wasserproben entnommen. 
Es ist möglich, daß die Einrichtung dieses Dienstes auf Grund vielfacher neugewonnener 
Erfahrungen ihre endgültige Form noch nicht gefunden hat.
	        
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