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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1921.
n. Die Wetterwarte Swlnemünde.
Die Aufgaben der Wetterwarte Swinemünde, die im Frühjahr des Jahres 1920 eröffnet
wurde und eine Fortsetzung der ehemaligen Seewetterwarte Swinemünde bildet, sind in der
Hauptsache folgende: Die Förderung mannigfacher Zweige des wirtschaftlichen Lebens
durch meteorologische Beobachtungen, durch Sammlung, Verarbeitung und Übermittelung
von Wetternachrichten und durch selbständige wetterkundliche Beratung auf Grund erworbener
Vertrautheit mit der Eigenart des Witterungsverlaufes an der pommerschen Küste und ihres
Hügelgeländes. Die Wetterwarte wurde im Laufe des Jahres nach dem oberen Stockwerk
eines Flügels des „Waldschlosses“ einschließlich Dach und Turm, das auf 16 m hohem
Hinterlande bis zur doppelten Höhe emporragend, den ganzen Umkreis von Land und See
beherrscht, verlegt. Die Übersiedelung nach hier von der Funkenstation, wo bis dahin die
Wetterwarte untergebracht war, erfolgte am 24. August des Berichtjahres. Das Personal
besteht außer dem Leiter Türstig aus einem gehobenen Angestellten und einem Amtsgehifen.
o. Die nautischen Sachverständigen der Deutschen Seewarte.
Die nautischen Sachverständigen, die ihre Wohnsitze in Bremen, Kiel und Stettin haben,
sollen die Verbindung zwischen den Interessen der schiffahrttreibenden Kreise und der
Deutschen Seewarte fördern und vor allem überall da, wo es gewünscht wird, sofort mit
Rat und Tat in meteorologischen und nautischen Fragen, soweit sie in den Bereich der See
warte fallen, helfend zu Seite stehen. Es hat sich schon jetzt gezeigt, das mit der Ein
richtung dieser Stellen einer Notwendigkeit Rechnung getragen worden ist, die sich als
fruchtbringend erwiesen hat.
VIII. Bericht über die Tätigkeit der Abteilung IV.
a. Allgemeine Benutzung der Einrichtungen der Abteilung.
Im Jahre 1921 wurden für Reedereien, Schiffskapitäne und Schiffsbetriebsgesellschaften
im ganzen 158 Chronometer beobachtet.
Von Uhrmachern wurden die Einrichtungen, abgesehen von den Wettbewerb- und Taschen
uhrenprüfungen, in 72 Fällen, von der Marine, ■wissenschaftlichen Instituten usw. in
60 Fällen benutzt.
b. Chronometer-Wettbewerbprüfung.
In der 44. Wettbewerbprüfung wurden 42 Chronometer, die von 4 Firmen eingeliefert
worden waren, untersucht. Die 45. Wettbewerbprüfung begann am 28. Oktober mit
57 Chronometern.
c. Prüfung von Präzisionstaschenuhren.
An den Prüfungen waren 3 Fabrikanten mit 5 Uhren beteiligt, die sämtlich den
Bedingungen genügten.
d. Laufende Arbeiten der Abteilung.
Als Gesamtergebnis wurden 455 Beobachtungsreihen an Uhren aller Art erhalten.
Die Bearbeitung und Verwertung der Ergebnisse der Chronometerprüfungen erfolgte
in der üblichen Weise.
Der Stand der Normaluhren wurde durch regelmäßige Zeitbestimmungen festgestellt.
Die telegraphische Zeitübertragung an die Hauptagentur in Stettin und die Auslösung des
funkentelegraphischen Zeitsignals in Nauen fanden in der bisherigenWeise statt. Die Verbesserungen
der letztgenannten, zweimal täglich abgegebenen Signale wurden in „Annalen der Hydro
graphie usw.“ und in einer Uhrmacherzeitung veröffentlicht.