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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1914—1918.
Von Uhrmachern wurden die Einrichtungen der Abteilung, außer bei den
Wettbewerb- und Taschenuhrenprüfungen auch anderweitig, in größerem Maß
stabe bei den eingelegten Sonderprüfungen in Anspruch genommen.
Für Behörden, wissenschaftliche Institute usw. wurde außerdem eine größere
Zahl von Instrumenten untersucht.
b. Chronometer-Wettbewerb-Prüfungen.
Die Wettbewerb-Prüfungen fanden zu den üblichen Zeiten statt.
An diesen Prüfungen beteiligten sich 10 Chronometerfirmen durch Einliefe
rung von 387 Chronometern. Von den Chronometern schieden 42 wegen Nicht
bestehens der Zugfederprüfung, der Neigungsprüfung oder aus anderen Gründen
wieder aus.
Die Einlieferung erfolgte von den Firmen: Chronometer-Werke in Hamburg,
Th. Knoblich in Hamburg, L. Kurtz in Münster i. W., A. Lange & Söhne in Glas
hütte i. Sa., Fr. Lidecke in Geestemünde, J. Raabe in Glashütte i. Sa., Th. Schmidt
in Nordenham, Union in Glashütte i. Sa., Fr. Vetterlein in Glashütte i. Sa. und
C. Wiegand in Peine. Sämtliche von diesen Firmen eingelieferten Instrumente
waren „rein deutschen Ursprungs“, hatten mithin Anspruch auf Preiserteilung.
Von den ausgesetzten Preisen wurden zuerkannt;
9 (8800 JL) den Chronometer-Werken, 13 (12 200 JO der Firma A. Lange &
Söhne, 3 (2800 Jl) dem Chronometermacher Fr. Lidecke, einer (800 M) dem
Chronometermacher J. Raabe, einer (1200 Jl) der Uhrenfabrik „Union“ und
3 (2700 Jl) dem Chronometermacher C. Wiegand.
„Außer Wettbewerb“, bezw. gleichzeitig mit den Instrumenten der Wett
bewerb-Prüfung wurden 60 Chronometer untersucht.
Die 345 Chronometer der 37. bis 4L Wettbewerb-Prüfung verteilen sich in
folgender Weise auf die einzelnen Klassen:
Klasse I II III IV
Anzahl der Chronometer . . 249 70 19 7
Prozentische Verteilung . . 72% 20% 6% 2%
Das Gesamtergebnis dieser Prüfungen war demnach ein günstiges. Weniger
günstig war das Ergebnis der „außer Wettbewerb“ und nebenbei untersuchten
Instrumente.
Nach Abschluß der 37. Wettbewerb-Prüfung fand versuchsweise eine un
verbindliche Prüfung der Chronometer in den vier Hauptlagen (XII oben, VI oben,
III oben, IX oben) bei 25° Neigung statt.
Diese Neigungsprüfung wurde von der 38. Prüfung ab, abgesehen von einem
Falle, regelmäßig durchgeführt. Die Zugfeder-Prüfung wurde in gewohnter Weise
jährlich abgehalten. Im ganzen wurden 25 Chronometer, die den Bedingungen
der Vorprüfungen nicht genügten, vom Wettbewerb ausgeschlossen.
Seit der 38. Prüfung wurde die Temperatur-Untersuchung auf die Grenzen
von 30° bis 10°, statt bisher 30° bis 5°, beschränkt. Wie in den Vorjahren wurden
die eingelieferten Instrumente regelmäßig durch Sachverständige untersucht.
Eingehende Berichte über die 39. bis 4L Wettbewerb-Prüfung sind in den
betreffenden Jahrgängen der „Annalen der Hydrographie usw.“ veröffentlicht
worden.