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Jahresbericht dor Deutschen Seewarte für 1895.
Inspizirt wurden im Berichts-Jahre folgende Normal-Beobachtungs-Stationen
beziehungsweise Signalstellen:
1) Vom Abtheilungs-Vorsteher Herrn Prof. Dr. van Bebber:
Memel, Brüsterort, Pillau, Neufahrwasser, Leba, Ilügenwaldermünde,
Greifswalder-Oie, Stralsund, Wustrow, Warnemünde, Travemünde.
2) Vom Assistenten Herrn Dr. Grofsmann:
Kiel, Flensburg, Brunshausen, Tönning, Cuxhaven, Neuwerk, Keitum,
Wilhelmshaven, Wangeroog, Carolinensiel, Norderney, Borkum, Helgo
land.
Bei Gelegenheit der Inspektion wurden, entsprechend einer hohen Verfügung
des Heichs-Marine-Amtes, aufserdem noch Barometer und Thermometer an den
Kaiserlichen Werften zu Danzig und Kiel verglichen.
111. Tägliche Berichterstattung in Hamburg und Altona zur Herstellung von Zeitungs-Wetterkarten
überhaupt.
Hierin ist keine Aenderung eingetreten gegen frühere Jahre.
IV. Tägliche Wetter-Prognosen und Verbreitung derselben in Deutschland.
Hierin ist keine Aenderung gegen frühere Jahre eingetreten.
V. Aussergewöhnliche Mittheilungen, Sturmwarnungen.
Seit dem 2. Oktober geht ein Hafen-Telegramm für die Nordsee, sowie ein
Sturmwarnungs-Telegramm nach der Agentur der Seewarte zu Bremen.
Vom 24. Oktober an wurde das Hafen-Telegramm für die Ostsee auch an
den Fischereihafen zu Heia befördert; der Kasten daselbst ward durch den
Fischerei-Aufseher Herrn Ruck bedient.
Zoppot erhielt die Hafen-Telegramme durch die Post von Neufahrwasser
aus; den Anschlag desselben besorgt der Strandvogt Herr Li er au.
Seit November werden die Sturmwarnungen von Schillighörn durch Telephon
auch nach Horumersiel mitgetheilt und daselbst öffentlich angeschlagen.
Seit dem 16. April erhielt auch Otterndorf (Adresse Bulle) Sturmwarnun
gen (nur für den Sommer).
Herr Vering (Brunsbüttlerhafen) erhielt vom 10. April bis zum 28. August
des Berichts-Jahres Sturmwarnungen.
Während der Sommermonate erhielt die Wetter-Prognosen für das nord
westliche Deutschland aufser Westerland a. Sylt und Norderney auch noch
Glücksburg.
Mit rothen Laternen versehen wurden die Signalstellen zu Stralsund,
Greifswalder-Oie und Leba.
Bezüglich der Signalstellen und ihrer Lage an der Küste mufs auf die der
3. Auflage der Instruktion für die Signalstellen der Seewarte beigegebene Karte
verwiesen werden, wobei die in den früheren Jahrgängen dieses Jahres-Berichtes
seit 1889 erwähnten Abänderungen zu berichtigen sind. Dabei sei noch be
merkt, dafs die Gruppen-Eintheilung in der Karte, welche nur telegraphischen
Zwecken dient, inzwischen insofern verändert worden ist, als die Gruppe I in
zwei Gruppen getheilt wurde (Memel bis Rixhöft und Ahlbeck bis Leba), so dafs
also jetzt im Ganzen neun Gruppen der Signalstellen sich ergeben.
Die folgende Tabelle giebt eine Uebersicht über die Anzahl der von der
Seewarte ausgegebenen Sturmwarnungen für das Jahr 1895.