Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1893.
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Am 20. Juli des Berichts-Jahres besuchten die Eleven des Schiffbauer-Kursus
der Technischen Hochschule in Charlottenburg unter Leitung des Wirklichen
Admiralitäts-Käthes Gör ri s die Seewarte und besichtigten das Institut in allen
seinen Theilen, wobei namentlich das nautische Museum und dessen Modelle eine
besondere Beachtung erfuhren.
Von sonstigen Besuchern seien hier die folgenden Herren genannt: Richard
Martin, Pfarrer, Wechselburg i. S.; Vice-Admiral z. D. von Henk, Berlin; Dr.
H. G. Schlichter, London; J. K. Hahn, Bergrath, Bayreuth; Arndt, Regie
rungsbauführer, Berlin; C. Braecke, Berg-Ingenieur, Brüssel; Marine-Lieutenant
Fougner-Horten; Pochhammer, Generalzolldirektor, Hamburg; Dr. Reineke,
Medizinalrath, Hamburg; Dr. Halling, Sauitätsrath, Glückstadt; W. v. d.Heyde,
Konsul, Sydney; S. und A, Riefler, Fabrikanten, Nesselwang; Elmir de Zarka,
Kultus-Ingenieur, Budapest; Dr. Brechmann, Gyranasial-Direktor, Danzig; Os
wald Flamm, Lehrer der technischen Hochschule, Charlottenburg; von Hugo,
Oberst, Altona; W. Engelhard, Bildhauer, Hannover; R. Wachsmuth, Dr.
phih, Charlottenburg; Arthur Schuster, Professor, Manchester; Neesen, Pro
fessor, Berlin; 0. Krümmel, Professor, Kiel; Aschenborn, Regierungsrath,
Minden i. W.; Rubner, Dr., Professor, Berlin; Dr. Pistor, Geh. Medizinalrath,
Berlin; M. G. Jacobi, Erzieherin, Görlitz u. A. m.
III. Die Einrichtungen der Deutschen Seewarte.
1. Die Einrichtung der Zentralstelle.
Schon seit einiger Zeit hatte sich herausgestellt, dafs das Dach aus Well
blech auf der Seewarte sehr schadhaft geworden war. Es mufste daher entweder
eine durchgreifende Reparatur desselben oder eine Neubedachung des ganzen
Gebäudes in’s Auge gefafst werden; man entschlofs sich zur Ausführung des
letzteren und wählte hiefür eine Holzcement-Bedachung. In den Monaten Juli
und August des Berichts-Jahres wurde diese wichtige Arbeit ausgeführt. Leider
überraschte ein heftiges Gewitter mit starkem Wind und Regen die Arbeiter am
Abend des 4. August, wodurch nicht unerheblicher Schaden angerichtet wurde,
der selbst in dem Erdgeschosse sich bemerkbar machte. Die Arbeiten wurden
dadurch erheblich verzögert und konnten erst kurz vor dem Eintritt der un
günstigen Witterung zum Abschlüsse gebracht werden.
Im Uebrigen sind Neueinrichtungen an der Zentralstelle nicht getroffen
worden; auch die Reparaturen und nöthigen Ergänzungen an Apparaten etc. sind
von keiner Bedeutung.
2. Nebenstellen der Seewarte und deren Einrichtungen.
In der Hauptagentur der Seewarte in Hamburg wurden die Einrichtungen
zu genaueren photometrischen Messungen getroffen, und zwar in erster Linie, um
den Untersuchungen der Positions-Laternen, von welchen oben schon die Rede
war, zu dienen. Es wird über diese Einrichtungen an anderer Stelle des Näheren
berichtet werden, weshalb hier Abstand davon genommen werden kann, auf eine
Beschreibung derselben einzugehen.
Es wurde darauf Bedacht genommen, die Agenturen, welche sich mit der
Prüfung von Positions-Laternen zu befassen hatten, im Laufe des Berichts-Jahres
mit Normal-Laternen (Vergleichs-Laternen der Seewarte) zu versehen, wo solche
nicht schon vorhanden waren.
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