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nahen Bereich bei 1,1 %, küstenfern dagegen bei 0,1 %.
Möller (1977) fand zur gleichen Jahreszeit in der offe-
nen Nordsee eine Befallsrate von 0,3 %. Auch an Flundern
uhd Schollen trat Flossenfäule auf (maximale Befallsrate
] %), seltener beim Kabeljau. Eine Bewertung der Daten ist
mangels umfassenden Vergleichsmaterials schwierig. In
der stark belasteten Bucht von New York mit Auftreten
von Fischsterben lag die maximale Befallsrate bei 38 %
(Murchelano u. Ziskowski, 1976; zitiert nach Sindermann,
1979). Da unter natürlichen Bedingungen die zur Auslösung
der Erkrankung führenden Faktoren selten wirksam werden,
dürften schon niedrige Befallsraten als ernste Warnzeichen
für eine Umweltbelastung aufzufassen sein.
Geschwüre traten in der Deutschen Bucht bei Klieschen mit
Befallsraten bis 7,1 % auf, wobei der innere Bereich die
höchsten Werte aufwies, Eine Abhängigkeit vom Klärschlamm-
eintrag war allerdings nicht nachzuweisen, Bei Winterfängen
war die Befallsrate küstennah etwas höher als küstenfern,
Dieses Ergebnis kann nicht verallgemeinert werden, denn
Möller (1978) fand höhere Befallsraten (9,6 %) in der
offenen See als in der Deutschen Bucht, Insbesondere die
Klieschen aus der Doggerbank waren stark befallen. Möller
(1979) nimmt an, daß die Geschwüre bei durch Nahrungsmangel
oder infolge des Laichgeschäfts geschwächten Fischen ge-
häuft auftreten und lokale Gewässerverunreinigungen im
Vergleich dazu weniger Bedeutung haben. Weitere Untersuchun-
gen erscheinen zur Klärung dieser Frage nötig. Flundern, die
ausschließlich in der inneren Deutschen Bucht gefangen wur-
den, wiesen eine Befallsrate von 1,4 bis 5,4 % auf; Schollen
waren selten erkrankt. Beim Kabeljau waren bis 3,5 % eines
Fanges befallen; die höchsten Werte lagen auch hier in der
inneren Deutschen Bucht, Vergleichsdaten: In der offenen
Nordsee fand Möller (1978) beim Kabeljau eine Befallsrate
von 0 bis 0,2 %; in stark abwasserbelasteten Bereichen der
dänischen Beltsee fanden Jensen u. Larsen (nach Möller, 1979)
bis zu 22 % erkrankte Tiere.