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Full text: Jahresbericht 1881

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oder deren Zweig-Organen. Mit Einwilligung der Kaiserlichen Admiralität begab sich der Direktor der 
Deutschen Seewarte im Anfang des April des Berichts-Jahres nach Strassburg, in der Absicht, in den 
Eegierungs- und den wissenschaftlichen Kreisen für die Organisation der Meteorologie im Allgemeinen und 
die Einrichtung eines gediegenen öffentlichen Witterungs-Dienstes im Besonderen einzutreten. Ermuthigt 
durch die damals erzielte günstige Aufnahme wiederholte Anfang Dezember desselben Jahres der Direktor 
der Seewarte seinen Besuch daselbst, um aufs Neue für die Sache zu wirken. Am Schlüsse des Berichts 
jahres schien daher alles Erforderliche für die Aufnahme der Organisation der Meteorologie in den Eeichs- 
landen eingeleitet, und konnte man sich der Hoffnung hingeben, dass nach Ueberwindung der zur Zeit 
noch bestehenden Schwierigkeiten den Eeichslanden die Wohlthaten einer wohlorganisirten Pflege der 
Meteorologie gesichert werden würden. 
/. Wetter-Telegraphie. 
Aenderungen prinzipieller Natur traten in der Einrichtung des wettertelegraphischen Dienstes in diesem 
Jahre nicht ein und mag also in Beziehung hierauf auf die vorhergehenden Jahres-Berichte, namentlich 
auf jenen vom Jahre 1880 verwiesen werden. 
I. Einrichtung des wetter-telegraphischen Verkehres der Seewarte mit den meteorologischen Instituten 
und Stationen Europas. 
a. Der Depeschen-Verkehr mit dem Auslande blieb fast ungeändert. Zwar war zu bedauern, dass 
hauptsächlich wegen häufiger Störungen der telegraphischen Verbindungen die wichtigen Depeschen von den 
britischen Inseln vielfach unregelmässig und sehr verspätet bei der Seewarte eintrafen, allein es konnte mit 
Eücksicht darauf eine durchgreifende Aenderung seitens der Direktion weder angestrebt und noch weniger 
herbeigeführt werden. Dieser Umstand musste auf den Verkehr der Seewarte insbesondere mit dem Binnen 
lande einen sehr störenden Einfluss ausüben. 
b. Der Verkehr mit Holland erhielt insofern eine Erweiterung, als den Beobachtungen in Utrecht 
auch die Angaben für 8 h p. m. hinzugefügt wurden. 
c. Durch gütige Vermittelung des Mitgliedes der Königl. Akademie der Wissenschaften in Berlin, des 
Herrn Geheimraths Dr. Werner Siemens wurden den telegraphischen Berichten von den Stationen der 
anglo-indischen Linie im Kaukasus und in Persien auch diejenigen von Tauris beigefügt. 
d. Der Depeschen-Verkehr mit Deutschland blieb während des Berichtjahres im Wesentlichen un 
verändert. 
Das Depeschen-Material wurde durch ein tägliches vollständiges Telegramm von der Wetterwarte in 
Magdeburg vermehrt, welches der Vorstand derselben auf eigene Kosten der Seewarte zugehen liess. Die 
Direktion ermangelt nicht, demselben, Herrn Dr. Assmann, hierfür ihren besten Dank auszusprechen. 
. Obgleich schon im Jahre 1880 Eügenwaldermünde als Ergänzungs - Station für Köslin in Aussicht ge 
nommen war, so konnte aus verschiedenen Gründen mit der Einrichtung derselben im Berichtsjahre nicht 
vorgegangen werden, jedoch wird dieselbe mit dem Frühjahre 1882 zur Durchführung gelangen. 
e. Nachmittags - Telegramme. Die bisherige Einrichtung erlitt in diesem Jahre keine wesentliche 
Abänderungen, jedoch wurden am Schlüsse desselben wirksame Schritte gethan, das Depeschen-Material 
für 2 Uhr nachmittags durch Hinzufügung der Depeschen von einigen britischen und dänischen Stationen 
zu erweitern. 
II. Tägliche telegraphische Berichterstattung an das Publikum. 
Form, Inhalt und Zahl der Hafen-Telegramme blieben im Laufe des Berichtsjahres unverändert. 
a. Das Abonnements-Telegramm blieb der Form und dem Inhalte nach unverändert. Dasselbe konnte 
in diesem Jahre, den Wünschen vieler Abonnenten entsprechend, schon 1274 Uhr nachmittags durch Boten 
dem Haupt-Telegraphenamte zugestellt werden, um von dort ohne Verzug durch Kombination der betreffenden 
Leitungen gleichzeitig an alle Abonnenten Deutschlands befördet zu werden. Da zum Zwecke des Prognosen 
bezuges den Zeitungen der gleichzeitige Bezug von Witterungs-Thatbeständen zur Pflicht gemacht, und 
insbesondere derjenige des Abonnements-Telegrammes empfohlen wurde, so erhielt die Anzahl der Abonnenten 
einige Vermehrung, welche sich allerdings aus verschiedenen Gründen der ganz genauen Feststellung entzieht. 
Es sei wiederholt erwähnt, dass das Abonnement nach wie vor durch die Postämter zum Preise von 
M. 60 monatlich erwirkt werden kann. Im Falle des Zusammentritts mehrerer Abonnenten an einem Orte
	        
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